Du bist nicht angemeldet.

1

Sonntag, 22. November 2015, 16:32

Makrofotos mit der Pentax K-5

Konrad Zobel schrieb:

Zitat

Servus Lukas,
wollte Dir schon früher antworten, aber die website war im Eimer. War interessiert zu lesen, dass Du auch eine Pentax K-5 verwendest. Als Objektibv benütze ich dazu SMC Pentax-DFA100 Makro 1:2.8 100mm WR. Ich stelle aber fest, dass ich damit nicht die gleiche Qualität erreiche wie manche andere. Aber dazu müsste man wohl erheblich mehr investieren. Da ich auch gerne Vögel fotografiere, muss ich das Objektiv auch oft gegen ein Pentax-DA 1:4 300mm Tele wechseln, was etwas nervt (auch für manche scheue Libellenarten bin ich mit dem Tele besser dran). Ideal wäre ja ein Zoom, sagen wir von 55 - 300mm, besonders für Reisen, aber bei diesen Allround Objektiven lässt die Lichtstärke im Telebereich zu sehr nach. Oder hast Du da einen Tipp?
Beste Grüße,
Konrad

2

Sonntag, 22. November 2015, 16:43

Servus Konrad!

Zunächst bitte ich um Nachsicht, dass ich erst jetzt antworte, aber ich habe derzeit so einiges um die Ohren und nur wenig Freizeit.

Das SMC Pentax-DFA100 Makro 1:2.8 100mm WR ist, was die optische Qualität anbelangt, ein sehr gutes Objektiv, ich verwende es ebenfalls. :thumbup: Ein „erheblich mehr investieren“ ist m. E. nicht notwendig. Wenn Du mit Deinen Makro-Fotos unzufrieden bist, würde ich zunächst einmal die Ursachen woanders suchen, zum Beispiel bei den Lichtverhältnissen, Ausleuchtung, Verschlusszeiten, ISO-Einstellungen(!) und dergleichen. Es gibt hier so viele Möglichkeiten für Verbesserungen, dass man sich die Sache am besten direkt an der „misslungenen“ Aufnahme ansieht.

Es wäre hilfreich, wenn Du ein auf die zulässige Upload-Größe komprimiertes aber sonst unbearbeitetes Foto, mit dem Du unzufrieden bist, einstellen könntest. Die Exif-Daten bitte nicht löschen. Es soll hier nicht der „künstlerische Eindruck“ bewertet werden, sondern ausschließlich Belichtung, Kontrast, Auflösung, Rauschen und dergleichen, also der übliche technische Kram. Dann sehen wir weiter.

Respekt, mit dem Pentax-DA 1:4 300mm hast Du ein großartiges Objektiv! Das SMC Pentax-DA 55-300mm F4-5.8 ED kenne ich nur vom Hörensagen und kann Dir daher leider keinen Rat geben. Es soll aber, gemessen an seinem Preis, gar nicht so schlecht sein, sagen manche. Das mit der nachlassenden Lichtstärke wäre für mich kein Thema, ich bin Schönwetterknipser. :jip: Wenn Du aber auf Reisen öfter bei schlechten Lichtverhältnissen Vögel fotografierst, könnte das bei 300 mm genauso zum Problem werden wie Das Fotografieren von Gebäuden und Sehenswürdikkeiten in der Stadt. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Du dann viel Freude mit den 55 mm hättest.

Viele Grüße,
Lukas

Beiträge: 4 097

Registrierungsdatum: 11. August 2010

Wohnort: Wien, Österreich

  • Private Nachricht senden

3

Sonntag, 22. November 2015, 19:32

Servus Lukas,
zunächst mal herzlichen Dank, dass Du spärliche Freizeit opferst :heilig: ! Deine Ausführungen kann ich alle nachvollziehen. Tatsache ist, dass ich manchmal Fotos von einer Genauigkeit sehe (z. B. manche Gitterwanzen, die Jürgen Peters ins Forum gestellt hat, - wobei ich noch detailreichere gesehen habe, wobei ich aber nicht mehr weiß, wo), die mich vor Neid erblassen lassen. Klar, ich mache nur Fotos unter Naturverhältnissen mit oft widrigen Bedingungen (Wind, Bedeckter Himmel, Tierchen-die nicht-Stillhalten-wollen, etc.), aber trotzdem denke ich, dass andere das oft besser bewältigen :( .
Ich gehe meist so vor, dass ich versuche
1) möglichst nahe an das Objekt runzukommen (30 cm)
2) die Blende auf 13 zu stellen, um eine gute Schärfentiefe zu bekommen
3) eine Verschlusszeit von mindestens einer 100stel Sekunde zu haben
4) wenn ich dfür wegen schlechter Lichtverhältnisse mehr als 400 oder 800 ISO einstellen müsste, dann weiche ich
5) auf die Verwendung des Blitzes aus (zuletzt immer häufiger, weil's einfach bessere Resultate bringt).
6) Wenn das Tierchen sehr geduldig ist, mach ich natürlich viele Fotos mit verschiedensten Einstellunegn und such dann am Computer die gelungensten aus.

Zur Zeit ist das Wetter zu unwirtlich, also muss ein Beispielfoto warten.
Jedenfalls nochmals vielen Dank und noch einen schönen Sonntag abend, den Du freizeitlich verbringen kannst!
Beste Grüße,
Konrad

4

Samstag, 28. November 2015, 17:53

Servus Konrad!

Ich berichte hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen mit der Pentax K-5. Das alles sehe ich selbstverständlich nicht als der Weisheit letzter Schluss, im Gegenteil, ich selbst bin für jede Anregung dankbar.

Zitat

… manche Gitterwanzen, die Jürgen Peters ins Forum gestellt hat …

Wie Jürgen an anderer Stelle gepostet hat (Hallo Jürgen!), verwendet er für kleinere Insekten eine „Raynox M-250“ Vorsatzlinse. Mit der Kombination „K-5“& FA 100 mm & „Raynox 250“ erreicht man einen Abbildungsmaßstab
von etwa 2:1, der Gewinn an Auflösung ist beträchtlich. Dieser Zugewinn fordert aber seinen Tribut! Wegen geringerer Schärfentiefe und unwirksamer „Shake Reduktion“ ist die Anschaffung eines Stativs und/oder die eines
externen Blitzes empfehlenswert, wenn nicht sogar notwendig. Und da kommen wir schon wieder in den Bereich der „erheblichen Investitionen“. Außerdem muss man erst einmal die Härte aufbringen, das ganze Glumpert
mit sich herumzuschleppen. :(

Zitat

... wobei ich noch detailreichere gesehen habe, wobei ich aber nicht mehr weiß, wo ...

Schlag nach bei Frank Marquard, Axel Steiner u. v. a. ;)

Zitat

… ich mache nur Fotos unter Naturverhältnissen mit oft widrigen Bedingungen (Wind, Bedeckter Himmel, Tierchen-die nicht-Stillhalten-wollen, etc.) …

Ja, darunter leiden wir alle! Ich habe die Konsequenzen daraus gezogen und gehe nurmehr mit einem „Salatschüsserl“ auf die Pirsch. :kicher: (Siehe Foto1). Das beseitigt zwar nicht alle Probleme, aber doch einen großen Teil.

Deine sechs Punkte könnten aus einem Lehrbuch für Makrofotografie stammen, sie sind allgemeingültig, super! :thumbup:
Da es hier vor allem um die Besonderheiten der „K-5“ mit „FA 100 mm“ geht, meine Erfahrungswerte dazu:

1) Passt! Der Objektgröße angepasst möglichst nahe ranzukommen ist Pflicht.
2) Perfekt! Mit Raynox M-250 geht noch f/16, fallweise auch f/18. (Siehe Foto2)
3) Die „K-5“ hat zwar eine gute „Shake Reduktion“, aber bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1 wäre mir die Belichtungszeit von 1/100 sek schon zu lang. Kürzer ist in diesem Fall besser.
4) Ich verwende ISO 80 bis maximal 160 mit
5) externem Blitz. Vorteil: jederzeit genug Licht, kein Rauschen, keine Verwacklungs- und Bewegungsunschärfen. Nachteil: sauteuer, unhandlich, zusätzliches Gewicht.
6) Passt! Wenn Dich die Viecher zu sehr nerven, Salatschüsserl verwenden. :whistling:

Und schließlich - unabhängig von der Kamera-Marke -
7) für den letzten Schliff eine gute Bildbearbeitungs-Software einsetzen. (Siehe Foto3 unten). Bei Insekten, die sich nicht oder nicht mehr bewegen, könnte man auch „Focus stacking“ in Betracht ziehen und die Tiefe des
Schärfenbereiches beliebig erhöhen. Das ist allerdings schon wieder ein anderes Kapitel.

Zitat

... muss ein Beispielfoto warten.

Kein Problem! Je länger wir warten müssen, desto besser sind wohl Deine Fotos! :thumbsup:

Mit herzlichen Grüßen,
Lukas
»Lukas Feigl« hat folgende Bilder angehängt:
  • Bild1 Leopoldsberg mit Schüssel.jpg
  • Bild2.jpg
  • Tingis crispata L-Berg140424 (4).jpg

Beiträge: 4 097

Registrierungsdatum: 11. August 2010

Wohnort: Wien, Österreich

  • Private Nachricht senden

5

Sonntag, 29. November 2015, 02:28

Also Lukas,
für so viel Beratung gebührte Dir eigentlich ein üppiges Konsulentenhonorar. Naja, vielleicht laufen wir uns ja mal auf der Donauinsel über den Weg, dann kann ich Dir ein paar Achterl spendieren (für die ruhige Hand).
Jedenfalls tausend Dank für die vielen Anregungen. Werde allerdings jetzt mal drüber schlafen (sagt mir ein Blick auf die Uhr).
Beste Grüße und einen schönen Sonntag,
Konrad