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  • »Jürgen Peters« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 17. März 2017, 20:51

Viele Bienen und eine Wespenkönigin (16.03.17)

Hallo zusammen,

gestern war hier bei Sonne und 16,3 °C der bisher wärmste Tag des Jahres. Neben vielen Tagfaltern (Zitronenfalter, Kleine Füchse, C-Falter, Tagpfauenaugen) und Unmengen sich auf jedem Blatt und Baumstamm sonnenden Fliegen war auch eine große Zahl Bienen unterwegs. Bei Andrena clarkella überwogen jetzt die Weibchen mit ihrer Bautätigkeit. Daneben gab es mittlerweile aber auch etliche andere Arten, darunter diverse kleine, die zumindest ich nicht weiter identifizieren kann (ich vermute u.a. Andrena bicolor), aber auch die normalerweise erst etwas später auftauchenden, leicht zu erkennenden A. cineraria und A. fulva sowie die ersten Parasitoide (Nomada sp., Bombylius major) und eine Wespenkönigin.

Vielleicht kann jemand mit Erfahrung die unscheinbareren Andrena ja doch etwas eingrenzen? Aufnahmen vom Waldrand und aus unserem Garten.

1.)-3) unbekannte Weibchen (?), nur ca. 7-9 mm
4.) hier traue ich mir gar keine Geschlechtseinordnung zu, ca. 7 mm
»Jürgen Peters« hat folgende Bilder angehängt:
  • Andrena_cf_bicolor_7-8mm_W.jpg
  • Andrena_cf_bicolor_8-9mm_W.jpg
  • Andrena_cf_bicolor_W_und_Pollenia_cf_rudis_M.jpg
  • Andrena_sp_7mm.jpg


Viele Grüße, Jürgen
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2

Freitag, 17. März 2017, 20:59

Hier nun die wohlbekannten Andrena:

1.)-6.) Andrena clarkella-Weibchen (12-14 mm), teils iklusive Niströhren(-aushub)
7.)-11.) Andrena cineraria-Weibchen (10-12 mm), teils an/in Niströhren
12.)-15.) Andrena fulva-Weibchen (9-10 mm), welches gezielt die winzigen Blüten des Erdbeer-Fingerkrauts (Potentilla sterilis) anflog
»Jürgen Peters« hat folgende Bilder angehängt:
  • Andrena_clarkella_W1.jpg
  • Andrena_clarkella_W2.jpg
  • Andrena_clarkella_W3.jpg
  • Andrena_clarkella_W4.jpg
  • Andrena_clarkella_in_Nistroehre.jpg
  • Andrena_clarkella_Nistroehren.jpg
  • Andrena_cineraria_W1.jpg
  • Andrena_cineraria_W2.jpg
  • Andrena_cineraria_W_an_Nistroehre_1.jpg
  • Andrena_cineraria_W_an_Nistroehre_2.jpg
  • Andrena_cineraria_W_an_Nistroehre_3.jpg
  • Andrena_fulva_W1.jpg
  • Andrena_fulva_W2.jpg
  • Andrena_fulva_W3.jpg
  • Andrena_fulva_W4.jpg


Viele Grüße, Jürgen
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3

Freitag, 17. März 2017, 21:07

Hier noch die besagten Parasitoide, eine Hummel, eine Honigbiene und die erste Wespenkönigin:

1.)+2.) Nomada cf. leucopthalma (in der Nähe der A. clarkella Nistaggregationen), welche sich auch an den bereits blühenden Scharbockskräutern (Ficaria verna) labten (leider nicht im Bild)
3.) Bombylius major-Männchen; natürlich kein Hautflügler, sondern eine Fliege (Wollschweber, Bombyliidae), Parasitoid u.a. bei bodenbewohnenden Solitärbienen
4.) eine der vielen Erdhummelköniginnen (Bombus terrestris s.l.), die erste Ackerhummelkönigin (B. pascuorum) wollte sich leider nicht fotografieren lassen
5.) eine an unserer Hauswand im Schatten ruhende Honigbiene (Apis mellifera)
6.) die erste Wespenkönigin (Vespula cf. vulgaris) am Waldrand
»Jürgen Peters« hat folgende Bilder angehängt:
  • Nomada_cf_leucopthalma_1.jpg
  • Nomada_cf_leucopthalma_2.jpg
  • Bombylius_major_M.jpg
  • Bombus_cf_terrestris_K.jpg
  • Apis_mellifera_ligustica_A.jpg
  • Vespula_cf_vulgaris_K.jpg


Viele Grüße, Jürgen
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4

Samstag, 18. März 2017, 00:26

4 unbekannte Andrenas

Moin,
die sehen verdächtig nach Andrena mitis aus. Ich habe die leider noch nie selbst gefunden, daher vorsicht ich könnte mich täuschen. Vermutlich gibt es die Art bei mir in der Gegend nicht aber ich habe versucht sie zu finden... Leider sind die Arten aus der A. helvola Ecke ja ziemlich schwierig. Mir scheint A. praecox ist deutlich pelziger: nicht gerade eine Eigenschaft die eine zuverlässige Bestimmung erlaubt sondern eher ein Indiz. A. helvola sehen ja auch noch so ähnlich aus. Vermutlich noch heller. Sie sollten auch erst ein wenig später aufkommen, aber nach dem die anderen mittelfrühen Arten dieses Jahr auch schon so früh zu finden sind? A. varians müsste mindesten auf der außenseite dunklere Scopae haben.
Schöne funde.
Gruß
Jan

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5

Samstag, 18. März 2017, 00:41

Hallo Jan,

die sehen verdächtig nach Andrena mitis aus. Ich habe die leider noch nie selbst gefunden, daher vorsicht ich könnte mich täuschen.

ich war mir noch nichtmal sicher, ob die alle zur selben Art gehören... Ich bin, was die Bienen angeht, ein Beinahe-Komplettlaie. Speziell die Andrena-Männchen sehen für mich fast alle gleich aus. :rolleyes:


Zitat

Vermutlich gibt es die Art bei mir in der Gegend nicht aber ich habe versucht sie zu finden...

Was wäre denn genau deine Gegend? Hier in meiner "Entomofauna germanica" (leider keine ganz aktuelle Ausgabe) sind die Bienenspezies zumindest nach Bundesländern aufgeschlüsselt. Demnach kommt A. mitis hier in NRW vor (was natürlich nicht heißt, daß sie auch hier im Teutoburger Wald vorkommt), aber etwa nicht in Schleswig-Holstein und Mecklenbrug-Vorpommern. In Niedersachsen und Thüringen wurde sie zwischen 1900 und 1979 nachgewiesen, für alle anderen Bundesländern liegen neuere Funde vor. Aber wie gesagt: diese Angaben müssen nicht mehr stimmen, die Ausgabe ist von 2001. Vielleicht hat da jemand neuere Daten?


Viele Grüße, Jürgen
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6

Samstag, 18. März 2017, 17:05

Hallo Jürgen
20.51 1+2 A.haemorrhoa-Weibchen, ihre Männchen haben auch eine orange Endfranse, die kann man aber bei 3 nicht sehen, auch nicht bei 4..
LG Beatrice

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7

Samstag, 18. März 2017, 18:33

Hallo Beatrice,

20.51 1+2 A.haemorrhoa-Weibchen, ihre Männchen haben auch eine orange Endfranse

ah, danke! Wegen der rötlichen Behaarung dachte ich auch kurz an A. haemorrhoea, bloß hatte ich die selten vor Mitte April gesehen. Die Literaturangaben von 4-6 sind wohl in Zeiten der Klimaerwärmung auch nicht unbedingt mehr aktuell.


Viele Grüße, Jürgen
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8

Samstag, 18. März 2017, 19:01

Hallo,
ich möchte Beatrice ungern widersprechen, da es mir vergleichsweise an Erfahrung mangelt, aber ich glaube eher nicht, dass es haemorrhoa ist. Sollte nicht das Abdomen bei haemorrhoa nahezu kahl sein, ohne die hier sichtbaren schütteren, etwas struppigen Endbinden, und außerdem die Hintertibien gelblich?
Ich vermute eher wie Jan die helvola-Gruppe - und hier vmtl. nicht die eher seltene mitis, die ja Sandboden braucht (und den gibt es ja bei Dir eher nicht, Jürgen, oder?), sondern vielleicht A. helvola, die zumindest in Niedersachsen und den Niederlanden in den letzten 20 Jahren z.T. deutlich zugenommen hat. Beide Arten gehören zwar nicht zu den ganz frühen, aber helvola fliegt immerhin etwas früher als haemorrhoa.
s. http://www.wildebijen.nl/andrena_helvola.html
Viele Grüße,
Jann

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9

Samstag, 18. März 2017, 19:28

Hallo Jann,

vmtl. nicht die eher seltene mitis, die ja Sandboden braucht (und den gibt es ja bei Dir eher nicht, Jürgen, oder?)

nicht in weniger als 20-30 km Entfernung.


Viele Grüße, Jürgen
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10

Samstag, 18. März 2017, 20:26

Natürlich darfst du mir widersprechen, lieber Jann!
Aber Gesicht und Unterbehaarung weiss, leuchtend rotbrauner Thorax, goldorange Endfranse, Tibia und Tarsus gelborange, Scopa gelb und weiss passen nicht zu mitis. Und wie du auf https://www.flickr.com/photos/63075200@N…57639933374725/ unschwer erkennen kannst, ist bei frischen Tieren der Hinterleib alles andere als nackt. Allerdings nicht so wie bei Mitis, derem Tergiten doch deutlich behaarter sind mit Binden. Und sie ist überall eher gelbbraun, auch im Gesicht mit dunkelbrauner Endfranse, der Thorax nicht so leuchtend farbig, Scopa braun und gelb, Tibia und Tarsen nicht orange. (Apidae 6) Bilder dieser oligolektisch auf Weiden spezialisierte Biene sind rar und unsicher, wohl weil die Tiere der helvola-Gruppe schwer zu unterscheiden sind.
Schönes Wochenende und liebe Grüsse
Beatrice

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11

Samstag, 18. März 2017, 20:53

Hallo Beatrice,

Natürlich darfst du mir widersprechen, lieber Jann!
...
passen nicht zu mitis.

ich glaube, du verwechselst hier Jann und Jan. Ersterer schreibt ja nichts von mitis.

Und ich bin nun auch ziemlich verwirrt... weißnix Also, nicht mitis, das scheint klar. Doch was dann? Andere Art der helvola-Gruppe oder haemorrhoea?


Viele Grüße, Jürgen
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12

Sonntag, 19. März 2017, 06:48

Hallo zusammen!
Tut mir leid, wollte niemanden verwirren, habe den Satz: "vermute eher wie Jan die helvola-Gruppe - und hier vmtl. nicht die eher seltene mitis" offenbar zu schnell überflogen und dabei das "nicht" übersehen.
Dennoch, haemorrhoa fliegt - jedenfalls hierzulande - heuer ein paar Tage früher, normalerweise ab Mitte März vor helvola, die 1-2 Wochen später erscheint. Und alle dieser Gruppe haben eine dunkelbraune bis schwarze Endfranse, keine hat - je nach Beleuchtung - mehr oder weniger auffallend orange Tibien und Tarsen und bei frischen Tieren - was ja derzeit der Fall sein dürfte - sind auf dem 1.+2. Tergit lange gelbe oder rotbraune Haare, danach schwache, weisse Binden zu sehen. Einzig helvola hat eine vergleichbare gelbe oder gelb-weisse Scopa, aber keine orangen Beine.
https://www.flickr.com/photos/63075200@N…57634554216556/
Liebe Grüsse
Beatrice

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13

Sonntag, 19. März 2017, 12:53

Ich wollte nur noch eine Anmerkung zu den tyischen Habitaten der Stechimmen machen, da dies hier auch angesprochen wurde. (Jann ).
Hier gibt es doch auch zu beachtende Ausnahmen. Meine eigenen Beobachtungen hier im Ost-Allgäu. Letztes jahr fand ich im Garten Agenioideus usurarius eine Wegwespe die eigentlich in klimatisch günstigren Gegenden erwartet wird . Zum Beispiel an Weinbergmauern an der Mosel , Rhein oder ä. . Ein Volk mit der Waldwespe hat sich bei mir zuhause im Rolladenkasten eingenistet, finde ich auch nicht typisch . Oder auch die Furchenbiene Halictus scabiosae habe ich in Kaufbeuren entdeckt, kein typischer Fundort. Allein der typische Lebensraum kann schon mal abweichen. Die klimatischen und Strukturellen vorraussetzungen verändern sich auch.
Die Andrena über die heute diskutiert wird, würde ich für mich nur als Andrena spec. abhaken.

Schönen Gruß Gerhard

14

Sonntag, 19. März 2017, 13:39

mitis oder nicht

Moin,
ich bleib dabei die sieht nach mitis aus. Allerdings bleibt es leider auch dabei, dass man die Schlüsselmerkmale nicht erkennen kann und es daher nur Spekulation ist. Esser, Fuhrmann, Venne schreiben in der Roten Liste Nordrhein-Westfalens auch A. mitis ist im Weserbergland nicht gefährdet. Die kommt dort also vor, soll allerdings wohl selten sein. Die andern Arten A. helvola Gruppe im weiten Sinne sind meiner Ansicht nach die wahrscheinlichen Verwechslungskandidaten. Wie sandig ein Nistplatz für A. mitis sein muss weiß ich leider nicht, aber ich habe schon große Dünensandlaufkäfer Kolonien auf Sandhaufen von Baustellen gefunden und Ameisenlöwen in einem Fleck von Sand wo Pflastersteine weggekommen sind. Manche Arten sind also flexibler als man denkt.
Das ist keine A. haemorrhoa. "Aber Gesicht und Unterbehaarung weiss, leuchtend rotbrauner Thorax,
goldorange Endfranse, Tibia und Tarsus gelborange, Scopa gelb und weiss
passen nicht zu mitis" Würde in der Tat teilweise nicht zu A. mitis passen, ist aber auch nicht viel von zu sehen. Keines der vier Bilder zeigt ein Tier mit orangenen Hintertibien oder Tarsen. Die sind stets dunkel mit relativ heller Behaarung. Auch ist die Behaarung auf der Bauchseite und im Gesicht nicht weiß, aber relativ hell braun.
Stylopisierte Tiere sind ja noch ein guter Quell für Verwirrung. Die haben ja oft untypische Merkmale auch was die Geschlechtsspezischen Eigenschaften angeht. Ich kann bei den hier abgebildeten Tieren keinen Parasiten sehen, daher halte ich sie der ausprägung der Scopae wegen, alle für Weibchen.
Jürgen, ich denke du solltest die Tiere im Auge behalten und versuchen möglichst gute Bilder von Gesicht, Scutellum und der Strukturierung der Tergite zu machen (ja, ziemlich schwierig..). Dann könnte man wahrscheinlich bessere Diagnosen stellen und vielleicht gelingt der Nachweis der seltenen A. mitis. Ansonsten ist es immernoch eine gute Übung.
Ein jammer das das Wetter dieses Wochenende so mies geworden ist. 4° Regen ich konnte eine Pollenia und ein paar träge Feuerwanzen finden sonst nichts..
Gruß
Jan

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15

Sonntag, 19. März 2017, 13:58

Hallo Beatrice,
Hallo Gerhard,

danke für die Erläuterungen! Ich habe mich womöglich täuschen lassen von Abbildungen, auf denen helvola recht ähnlich aussieht wie auf den Fotos 1 und 2 von Jürgen. Und die Hintertibien und Tarsen schienen mir auf den Fotos gerade nicht so orange, wie ich es von haemorrhoa kenne, sondern eher dunkel, aber das liegt wohl an der Beleuchtung. Habe mir inzwischen weitere Fotos angeschaut und da auch die von Dir (Beatrice) beschriebenen Merkmale gefunden (wobei mir schon klar ist, dass so ein Bildvergleich problematisch ist, zumal sicher auch viele Fotos im Netz nicht korrekt bestimmt sind).
Auch die Flugzeiten sind offenbar regional recht unterschiedlich (nicht nur dahingehend, dass hier im Norden natürlich alles etwas später ist). Auf der niederländischen Wildbienen-Seite ist für helvola "ab Ende März, Hauptflugzeit Weibchen Ende April" angegeben (hier ist offenbar der Eintrag m/w vertauscht worden), für haemorrhoa "ab Ende März, Hauptflugzeit Weibchen Anfang Mai". Wildbienen.de gibt für die Weibchen von haemorrhoa und helvola die gleiche Flugzeit an (Anfang April bis Mitte Juni).
Für meine Region hier oben gelten womöglich eher die niederländischen Werte. Ich habe bisher nur A. vaga (und C. cunicularius) gesehen, auf die anderen frühen Sandbienen warte ich noch mit wachsender Spannung (da es kaum Angaben darüber gibt, welche hier überhaupt vorkommen, aber sicherlich hauptsächlich die Sandbodenarten). Die Weiden blühen hier auch noch gar nicht bzw. fangen gerade erst sehr zaghaft an.
Viele Grüße,
Jann

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16

Sonntag, 19. März 2017, 15:22

Hallo Jan, danke auch Dir für Deine Erläuterungen, habe Deinen Post erst gesehen, nachdem meiner abgeschickt war.
Viele Grüße,
Jann

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Sonntag, 19. März 2017, 17:57

Hallo Leute,

danke erstmal allen für die rege Diskussion. Ich habe einiges gelernt, das ich vielleicht anwenden kann, sobald das Wetter wieder besser wird (soll ab Mittwoch/Donnerstag kommender Woche). Dann versuche ich mal aufschlußreichere Fotos aus verschiedenen Winkeln hinzubekommen. Ich denke, angesichts der auseinandergehenden Meinungen jetzt lege ich diese Bienen besser unter Andrena sp. ab - mit Hinweis auf die möglichen Arten.


Viele Grüße, Jürgen
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18

Sonntag, 19. März 2017, 19:59

Ich halte das obige Tier ebenfalls für ein Weibchen von A. haemorrhoa. Die Art kann, abgesehen von der Farbe, recht gut an der deutlichen Tergitpunktierung erkannt werden, die man hier gut sieht. Die Arten der A. helvola-Gruppe haben sehr fein chagrinierte (quergeriefte) Tergite.

Nach meiner Meinung kann man die meisten Weibchen der A. helvola-Gruppe nicht sicher am Foto unterscheiden. Selbst unter dem Bino ist es nicht einfach, die Arten unterscheiden sich vor allem in der Punktierung des Clypeus. Farbe und Länge der Tergitbehaarung ist höchstens ein Hilfsmerkmal, weil das bei nicht ganz frischen Tieren schnell verloren geht.

Zudem sind A. mitis, A. helvola und A. praecox eher sandbraun und nicht rotbraun. Das abgebildete A. praecox-Weibchen von Andrej Gogola aus Slovenien ist sehr gewagt. Entweder ist es besonders belichtet, oder nachträglich verändert, oder die Populationen im Südosten sehen komplett anders aus als unsere. Doch ein so rötlich gefärbtes Tier habe ich in Deutschland noch nie gesehen. (A. Gogola bestimmt sonst eigentlich zuverlässig). *

A mitis ist zudem eine recht seltene Art, die vor allem in Flussauen, Kiesgruben und anderen trockenwarmen Lebensräumen vorkommt. Ich finde sie nicht sehr oft, obwohl ich regelmässig an Weiden sammle. Doch, da hat Gerhard recht, man kann im MOment wenig auf Literaturangaben geben, weil sich gerade viel in den Verbreitungsmustern verändert.

Davon abgesehen ist der aktuelle Threat mal wieder ein schönes Beispiel dafür, dass man die Fotobestimmung nicht allzu ernst nehmen sollte. Andrena kenne ich wirklich gut, doch bei den obigen Fotos kann ich mich auch nicht 100%ig festlegen. Ein Belegtier hätte ich nach 30 Sekunden sicher bestimmt...

Gruss, Christian

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19

Sonntag, 19. März 2017, 20:05

Hallo Christian,

danke auch dir.


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20

Montag, 20. März 2017, 12:24

A. haemorrhoa oder helvola Gruppe

Moin,
Das ist ja als würden wir unterschiedliche Bilder diskutieren!? Die haben doch keine orangenen Hinterschienen und die markanten orangebraunen Haare auf den vorderen Tergiten (Siehe z.B. Bild1) - Das passt doch alles nicht zu haemorrhoa. Da muss doch irgendein Missverständinis oder ein Darstellungsproblem vorliegen?
Jürgen, Du solltest sie auf alle Fälle weiter beobachten und nach Möglichkeit dokumentieren. Wenn Du Ausrüstung zum sammeln und konservieren hast wird es sich hier sicher lohnen, ansonsten können mehr, bessere Fotos auch nie schaden.
Gruß
Jan

21

Montag, 20. März 2017, 20:16

Slovenische Bienen

Moin,
habe gerade nochmal einen blick auch Bienen von Andrej Gogala den Christian nannte angeschaut (http://www2.pms-lj.si/andrej/apoidea.htm). Die sahen mir alle recht plausibel aus, außer A. fucata. Da sehe ich nun wieder A. haemorrhoa bei den Abbildungen von dem Tier auf dem Weidenkätzchen. War die Seite gemeint? Er hat auch dort ein Bild einer präparierten A. mitis. Leider scheint das Bild recht klein, aber es sieht unseren fraglichen 4 Bienen immerhin ähnlich (wie auch A. helvola und weitere). Seine A. praecox Bilder gleichen meinen eigenen A. praecox Beobachtungen. Sein helvola Weibchen ist stylopisiert und sieht daher nicht ganz so toll, aber immernoch sehr plausibel aus.
Gruß
Jan

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