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1

Montag, 28. März 2016, 21:49

Immer noch: Abholzwahn... (26.03.16) - mit Fortsetzung 11.03.17...

Hallo zusammen,

eigentlich nur eine kurze Aktualisierung zu diesem recht lang gewordenem Thread vom letzten Frühjahr:
Es ist zum Heulen... (18.03.15) #1
Es ist zum Heulen... (18.03.15) #2
Vorgestern war ich erstmals dieses Jahr wieder dort - und es ist ein weiteres Stück meiner Lieblingshecke abgesägt worden. Nur alle paar Meter wurde ganz akkurat ein Bäumchen stehengelassen. :(
»Jürgen Peters« hat folgendes Bild angehängt:
  • Abgeholzte_Hecke.jpg


Viele Grüße, Jürgen
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2

Dienstag, 29. März 2016, 10:38

...bei uns ist es genau dasselbe, ich gehe nur noch mit Scheuklappen durch Garten und Landschaft, man regt sich eh schon genug auf!

Trotzdem schönen Frühling (bei uns grad 5 Grad mit Regen!)

Gruß Lore

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3

Dienstag, 29. März 2016, 13:30

Ich habe immerhin 21ha (Landwirtschaft mit Wald) auf denen ich bestimmen kann, was getan wird und da wird zwar der Wald 'bewirtschaftet', aber auch naturnah. Alte, morsche,.... Bäume werden weder im Wald noch außerhalb geschlägert. Beim Haus steht z.B. eine vor ca. 10 Jahren an Alterschwäche gestorbene Eiche, die jetzt zerfallen darf, wie sie und die Natur es wollen.

Außerhalb meiner Fläche passiert aber auch hier das oben beschriebene. Entlang meines Einkaufsweges (ein Feldweg) standen bis vor zwei Wochen drei alte (noch Früchte tragende) Mostapfelbäume - die wurden 'wegen Gefährdung der Spatziergänger' (so ein Blödsinn) jetzt geschlägert. ..... Das nur als Beispiel.

LG Ira

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4

Mittwoch, 30. März 2016, 12:32

...Abholzwahn...

Hallo miteinander !

Ich kenne diesen "Säuberungsfimmel" oder "Ordnungswahn" hier aus meiner Ecke auch...

Hier setzt das Stadtgarten- und Friedhofsamt gerade darauf, alle "Altbestände" von Obstbäumen

an Landstraßen (hauptsächlich Apfel- und Pflaumenbäume) durch viel nützlichere Arten wie

Ahorn oder auch Blutbuche zu ersetzen. :cursing: (Die meisten der in letzter Zeit weggehauenen

Bäume kannte ich "persönlich"....unter manchem hab ich Äpfel aufgelesen oder von ihm

Pflaumen gepflückt (und da war ich nie der einzige!!!!)).Und keiner der Bäume mußte wirklich

aus "technischen Gründen" oder wegen der Standsicherheit weg - so alt sind die Bäume alle

nicht gewesen (Nachkriegspflanzungen).Außerdem wird direkt hier am Ort eine größere Fläche

sogenanntes "Grabeland" (in Parzellen als Kleingarten verpachteter Acker) in wesentlich

lukrativeres Land "umgewandelt"... in Bauland nämlich...Währenddessen verfallen auch hier

im Ort wie in Nachbardörfern ältere Fachwerkhäuser..... *mecker*

Aber es gibt auch immer wieder kleine Zeichen der Hoffnung.... allerdings meistens privat gesetzt.

So gibt es in der Nähe meines Wohnortes an zwei Stellen jeweils etwa 50m lange Benjeshecken

https://de.wikipedia.org/wiki/Benjeshecke,

und an wenigen Plätzen haben Landwirte (subventionierte) Rainheckenfitzelchen angelegt...

aus meist nur drei Buscharten (Holunder, Schlehe und Heckenkirsche)....

Mensch darf die Hoffnung einfach nicht aufgeben..... auch wenns manchmal schwerfällt...

Und im Herbst kann mensch auch Haselnüsse, Hagebutten, Ebereschen etc. an passenden

Stellen ausstreuen - das wirkt manchmal sogar :blume: *hüpf*

P.S.: Das Umwandeln einer Adresszeile in einen "direkten", klickbaren Link funktionieret bei mir nicht-

was kann ich da machen?
Gruß Herbert

Wenn nicht anders angegeben, stammen die Bilder in meinen Beiträgen aus dem Garten rund ums Haus

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5

Mittwoch, 30. März 2016, 16:26

Hallo Herbert,

eigentlich sollte einfach nur kopieren und einfügen gehen, wie ich es hier jetzt mache: https://de.wikipedia.org/wiki/Benjeshecke
Die Linkfunktion ist nicht unbedingt notwendig.
---------------------------------------------------------
Viele Grüße
Axel Steiner

www.natur-in-nrw.de

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6

Mittwoch, 30. März 2016, 17:11

Hallo Herbert,

P.S.: Das Umwandeln einer Adresszeile in einen "direkten", klickbaren Link funktionieret bei mir nicht-
was kann ich da machen?

aus irgendeinem Grund war in den Einstellungen unter deinem Beitrag das Kästchen "Darstellung von BBCodes aktivieren" nicht angekreuzt. Habe es mal wieder gesetzt.

Nur noch ein Wort zu den Landschafts"bereinigungen". Solange ich darin irgendeinen (wirtschaftlichen, gefährdungstechnischen, praktischen (weil z.B. der Traktor nicht mehr vorbeikommt) ...) Grund sehe, kann ich diesen notfalls akzeptieren, auch wenn mir das Ergebnis nicht gefällt. Aber oft sehe ich überhaupt keinen darin außer irgendeinem (nicht nur) typisch deutschen Ordnungsfimmel. Wild wachsende Wegränder mit allen möglich "Unkräutern" sehen ja so unordentlich aus. Das gibt es im ganz Kleinen (einige Leute mußten hier schon Mitte des Monats ihre Rasen mähen) wie im Großen. Mir geht da echt der (nicht vorhandene) Hut hoch! :cursing:


Viele Grüße, Jürgen
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7

Sonntag, 8. Mai 2016, 18:39

Hallo nochmal,

mittlerweile ist ein weiterer Teil der Hecke abgeholzt :(. Immerhin wächst es auf den ersten Partien inzwischen wieder nach: wild wucherndes Gras, Brennesseln und Schlehengestrüpp... :aua:


Viele Grüße, Jürgen
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8

Samstag, 11. März 2017, 17:37

Hallo zusammen,

ich bin echt deprimiert... ;( Bin heute zum ersten Mal seit letztem Herbst wieder zu meiner Lieblingshecke (sehr abwechslungsreich, viele Insekten, Vögel usw.) gewandert. Das heißt, ich wollte es, aber es gibt sie nicht mehr!!! *staun* Nachdem letztes Jahr schon die Hälfte weg war, hat der Eigentümer jetzt auch den Rest bis auf ein paar (Obst-)Bäumchen alle 10 m niedergemacht... Alle Weißdornsträucher, deren Blüte im Mai immer unzählige Bienen, Schwebfliegen, Käfer, Wanzen, Falter und und und anlockte, nur noch Holzscheite und Sägespäne:




Dort, wo letztes Jahr schon abgeholzt wurde, wuchert nun Schlehen- und Brombeergestrüpp:



Dafür gibt es die wunderschöne, kugelige, baumförmige Schlehe, die immer schon Mitte/Ende März blühte, nicht mehr (Bild vom 20.02. 2014):




Auch am Waldeingang wurde eine Hecke mit Pfaffenhütchen, Faulbaum, Wildkirsche und einem wild wachsenden Pflaumenbaum, dessen Fallobst im Herbst gern von Admiralen, Wespen uvm. besucht wurde, komplett abgeholzt:




Andere Stellen habe ich dann nicht mehr fotografiert. Es ist einfach zu deprimierend, wenn 5 m breite Magerrasenrandstreifen, auf denen viele Wildbienen brüteten und Sandlaufkäfer lebten, wegen 4 m mehr Rapsacker umgepflügt oder mit Fichten "aufgeforstet" werden. :cursing:


Viele Grüße, Jürgen
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9

Samstag, 11. März 2017, 17:58

Hallo Jürgen,
das ist wirklich schlimm! Deutsche Naturvereine oder ähnliche Institutionen sollten sich ein Beispiel an Südengland nehmen. Dort waren Lobbyingaktivitäten bzw. Informationskampagnen ziemlich erfolgreich, dass die Heckenkultur geschätzt bzw. geschützt bleibt. Glücklicherweise werden in Österreich viele einst begradigte Bäche wieder naturnaher zurückgebaut.
Beste Grüße,
Konrad

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10

Samstag, 11. März 2017, 18:50

Hallo Jürgen,
ich kann Deine Enttäuschung gut nachfühlen, ich hatte gerade ein ähnliches Erlebnis in einer seit Jahren von mir für ein Wendehals-Projekt betreuten Sandgrube - völlig sinnloserweise zugeschobene Erosionsrinnen in einer alten Abbaufläche mit Magerrasen, eine andere Abbaufläche komplett zerstört durch Bodenüberlagerung und Planierung der Restflächen - ich hatte dort erst im letzten Jahr kartiert, einige bedeutende Pflanzenvorkommen (Bienen noch nicht untersucht) - jetzt ist alles Tabula rasa, gründlich überall bis an die Baumwurzeln der angrenzenden Waldbestände, damit auch garantiert nicht ein Zentimeter Wegrain mehr bleibt...
Es ist oft von außen schwer zu beurteilen, inwieweit der jeweilige Eigentümer oder Bewirtschafter zu diesem Schritt berechtigt war. Wir haben aber ein Naturschutzgesetz, eine Eingriffsregelung, den besonderen Artenschutz für streng geschützte Arten, ein Tötungsverbot (gilt für fast alle Arten) usw. - also ist es wichtig, solche Fälle immer der UNB (Untere Naturschutzbehörde) mitzuteilen, ggf. auch über die örtliche NABU- oder BUND-Gruppe. Die Behörden erfahren sonst oft gar nicht von solchen Eingriffen. Die UNB-Mitarbeiter sind häufig dankbar für solche Mitteilungen - die haben id.R. kaum die Möglichkeit, selbst im Gelände zu kontrollieren.
Viele Grüße,
Jann

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11

Samstag, 11. März 2017, 19:18

Hallo Jann,

solche Fälle immer der UNB (Untere Naturschutzbehörde) mitzuteilen, ggf. auch über die örtliche NABU- oder BUND-Gruppe. Die Behörden erfahren sonst oft gar nicht von solchen Eingriffen. Die UNB-Mitarbeiter sind häufig dankbar für solche Mitteilungen - die haben id.R. kaum die Möglichkeit, selbst im Gelände zu kontrollieren.

danke, da muß ich mich mal erkundigen. Ich hatte vor Jahren mal die Abholzung einer Streuobstwiese an den städtischen Naturschutzbeautragten gemeldet. Die Plattmachung ging damals auch durch die lokale Presse. Ich hatte auf der Wiese diverse seltene Arten (teils RL1) nachgewiesen, die ich danach nie wieder gefunden habe. Aber auf meine damalige E-Mail habe ich nie eine Antwort bekommen, und passiert ist auch nichts. Bis heute ist die Wiese eine öde Heu-Monokultur. :(


Viele Grüße, Jürgen
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Montag, 20. März 2017, 15:42

Immer noch: Abholzwahn...

Hallo Jürgen!
Leider hab ich bei uns in der Feldmark auch mal wieder solchen Frevel entdeckt: Die im letzten Frühjahr noch blühende Schlehenhecke (Bild 1) wurde auf 20 cm-Stummel "gekürzt".Außerdem sind alle Schwarzpappeln im Hintergrund diesen Winter weggeschnitten worden.
Aber ich hab auch Zeichen der Hoffnung entdeckt... ca 1 km Luftlinie entfernt wurde vor ca. 5 Jahren ebenfalls eine lange Reihe Schwarzpappeln gefällt.Inzwischen hat sich - vor allem um die Baumstümpfe herum - eine neue Buschvegetation gebildet, bestehend v.a. aus Weißdorn, Heckenrose, Pfafenhütchen und Holunder.Aber ich habe auch an zwei Stellen junge Walnußbäume gefunden (Bild 2).
»Herr Bert« hat folgende Bilder angehängt:
  • comp_1500kbDSC02578Weg.jpg
  • Wege3.JPG
Gruß Herbert

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