Du bist nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Insektenfotos.de-Forum. Falls dies dein erster Besuch auf dieser Seite ist, lies bitte die Hilfe durch. Dort wird dir die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus solltest du dich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutze das Registrierungsformular, um dich zu registrieren oder informiere dich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls du dich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert hast, kannst du dich hier anmelden.

  • »Florian« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 21. September 2014

  • Private Nachricht senden

1

Sonntag, 21. September 2014, 18:22

Extrem seltsames Wanzenverhalten am 20.9.2014 in St. Christoph/Tirol

Hallo zusammen,

bin extra Mitglied geworden um draufzukommen was da los war:

Habe am 20. 9. 2014 auf einem Schotterweg bei Sankt Christoph in Tirol (1.800 m Seehöhe) auf dem Boden eine Wanze entdeckt (dürfte sich um eine "Rotbeinige Baumwanze" handeln, bitte um Korrektur sollte ich falsch liegen).
Die Wanze lag auf dem Rücken, hatte einen Kieselstein zwischen ihren Beinen und drehte mit diesen den Stein gekonnt und relativ schnell um seine eigene Achse. Dieses Verhalten hielt für etwa zwei Minuten an, aber keine Ahnung wie lange sie das schon vorher machte… :))
Erst als ich sie mit einem dünnen Holz ganz leicht anstupste, hörte sie damit auf, liess den Stein fallen, drehte sich auf die Bauchseite und ging davon.
Also es kann weder ein Befreiungsversuch gewesen sein, da sie den Stein mit Leichtigkeit jonglierte. Noch dürfte sie "verrückt" gewesen sein, da sie danach ganz normal davon ging.

Hat irgendwer eine Ahnung was sie da gemacht hat? Verwenden Wanzen Werkzeuge? War es ein Spiel? Wozu soll das gut sein?

Ich hoffe sehr jemand von euch weiss was da los war, habe so etwas noch nie gesehen…

Danke im voraus,
Florian
»Florian« hat folgende Bilder angehängt:
  • Bildschirmfoto 2014-09-21 um 17.56.00.png
  • Bildschirmfoto 2014-09-21 um 18.21.28.png

Beiträge: 2 594

Registrierungsdatum: 24. Juli 2011

Wohnort: Bayern, Oberpfalz

  • Private Nachricht senden

2

Sonntag, 21. September 2014, 19:12

Hallo Florian, willkommen im Forum

Dieses Verhalten kann ich mir nur aus eigenen Beobachtungen erklären:
Das Tier liegt am Rücken und krabbelt in der Luft, will also wieder auf die Beine kommen. Wenn neben dem Tier irgendwas liegt, dann versuchen sie daran wieder auf die richtige Seite zu kommen. Ist es ein kleines Steinchen dann funktioniert das damit nicht, sondern der Stein gelangt zwischen die Füße und wird bei den Gehversuchen gedreht.
Es dauert mal mehr und mal weniger bis sie dann doch ihre Flügel zu Hilfe nehmen. Liegen sie am Rücken, dann helfe ich ihnen auch auf.

Grüße,
Dennis

  • »Florian« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 21. September 2014

  • Private Nachricht senden

3

Sonntag, 21. September 2014, 22:44

Hallo Dennis,

danke für deine schnelle Antwort!

Das wäre schon eine Möglichkeit, und ich kenne dieses Verhalten auch von anderen Krabblern.

Allerdings war es schon bemerkenswert, wie eigentlich ruhig und sicher er diesen Stein immer und immer wieder drehte. Ausserdem, in dem Moment wo er oder sie durch mich gestört wurde, warf er einfach den Stein weg, drehte sich um und marschierte davon.

Hmm…gibt es das, dass vereinfach nur spielte? Oder wollte er vielleicht mit dieser Technik irgendwelche Milben vom Bauch kratzen? :confused:


lg
Florian


Beiträge: 3 555

Registrierungsdatum: 11. Oktober 2009

Wohnort: Oldenburg i.O.

  • Private Nachricht senden

4

Sonntag, 21. September 2014, 23:51

Hallo Florian,

ich glaube, Insekten können nicht wirklich unterscheiden, ob sie auf festem Boden stehen, oder auf dem Rücken liegen und ein Steinchen zwischen den Beinen haben. Es ist der Reiz, etwas "unter den Füßen" zu haben, der ihnen mitteilt: Jetzt kannst du loslaufen.

Ich habe mal von Flugversuchen bei Fliegen gelesen: Man hat sie mit einem kleinen Wachströpfchen auf dem Rücken und einem Draht "freischwebend" aufgehängt. Wenn sie keinen Bodenkontakt hatten, fingen sie automatisch an, mit den Flügeln zu schlagen; doch sobald man ihnen ein kleines Styropor-Kügelchen zwischen die Beine gab, hörten sie sofort auf zu fliegen, weil sie meinten, gelandet zu sein. Nahm man es ihnen weg (womit die Beine wieder frei in der Luft baumelten), fingen sie sofort wieder an, mit den Flügeln zu schlagen.

Wenn man die strampelnden Beine von Käfern, die auf dem Rücken liegen, mit dem Finger oder mit einem Stöckchen berührt, greifen sie ja auch sofort zu und fangen an zu laufen. Und so ein kleines Steinchen ist da natürlich keine Hilfe - das führt nirgendwohin :rolleyes:
Ich denke also, deine Wanze ist auf die Signale, die ihr ihre Beine übermittelten, reingefallen. Und deshalb sah es so aus, als wenn sie das Steinchen "jonglierte".

Viele Grüße,
Jörg