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  • »Heiner Matthias« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 132

Registrierungsdatum: 28. Mai 2009

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1

Samstag, 9. Juli 2016, 20:57

Wo sind eigentlich die kleinen Blauen geblieben?

Hallo,

"früher", d.h. vor 5 - 15 Jahren, habe ich sie auf meinen Radtouren ständig gesehen, nämlich die Falter, die man vor langer Zeit mit der Bezeichnung "gemein" versah. Damit meine ich vor allem:
- Polyommatus icarus
- Lycaena phlaeas
- Coenonympha pamphilus
- und Zygaena filipendulae.
Seit ein paar Jahren kommt es vor, dass ich trotz guten Wetters und passender Jahreszeit höchstens 1 oder 2 (und häufig auch null) Exemplare dieser Arten finde. Und zwar in alltäglichen Biotopen wie Straßenrändern, Gräben, Ruderalstellen, Bahndämmen etc. In Naturschutzgebieten sieht es teilweise, aber keineswegs überall, besser aus.

Das Thema ist ja hinlänglich in den Medien und Internetforen diskutiert worden, trotzdem interessiert es mich, wie es andernorts aussieht.
Zum Schluss gibt's einen Falter von heute, dessen Zustand die Lage der Tagfalter im Jahr 2016 gut widerspiegelt. Aber erfreulich ist, dass ich gerade Melanargia galathea in diesem Jahr recht häufig antreffe.

Viele Grüße,

Heiner
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  • Melanargia_galathea_wrack_2_09_07_16.jpg

2

Samstag, 9. Juli 2016, 21:30

Hallo Heiner,
als ich die letzten zwei Wochenenden am West-Kaiserstuhl unterwegs war, habe ich die gleiche Beobachtung gemacht: herzlich wenig Bläulinge, dafür Massen an Melanargia galathea. Das habe ich ehrlich gesagt nur für einen Zufall gehalten. Aber nachdem ich jetzt deinen Beitrag gelesen habe, scheint es nicht nur Zufall gewesen zu sein.

Das Bild von deinem "Wrack" ist super! Ich frage mich immer, wie die noch fliegen können...

Viele Grüße
Sonja
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  • 2016KSMelanargia galathea.JPG

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3

Samstag, 9. Juli 2016, 22:57

Hallo zusammen,

das scheint alles sehr stark zu schwanken (dieses Jahr git es hier sowieso extrem wenige Insekten). Vor zwei Jahren gab es z.B. so viele Faulbaumbläulinge (Celastrina argiolus) wie noch nie, die ersten bereits am 10. März. Dieses Jahr habe ich bisher einen einzigen (!) gesehen. Ebenso nur ein Kleines Wiesenvögelchen, keinen einzigen Kleinen Feuerfalter und keinen Hauhechelbläuling. Schachbretter habe ich hier sowieso seit 10 oder 15 Jahren nicht mehr gesehen, da fehlen inzwischen wohl die Habitate. Dafür gab es die zwischenzeitlich massenhaft in einem Steinbruch 80 km von hier (wo ich nächste Woche wieder hin will).
Aber es gab auch schon Jahre, in denen ich nur ein einziges Tagpfauenauge (!) registriert habe - in den letzten zwei, drei Jahren neben den üblichen Weißlingen der häufigste Tagfalter hier. Stark zugenommen in den letzten zwei Jahren hat auch das Waldbrettspiel (Pararge aegeria). Früher nur ganz vereinzelt gesichtet, ist es mittlerweile eine alltägliche Begegnung überall im und am Wald und sogar am Köder im Garten, in zwei Generationen von April bis September.

Auch bei anderen Insekten gab es hier schon extreme Schwankungen. Nur 2 Beispiele: vor ein paar Jahren gab es eine Invasion von wirklich Millionen Asiatischer Marienkäfer vom Vorfrühling bis zum Spätherbst, im ganzen Jahr darauf fand ich insgesamt nur drei Exemplare.
Letztes Jahr war die Schwebfliege Syrphus (cf.) torvus extrem häufig (auch Millionen von Frühjahr bis Sommer), dieses Jahr habe ich bisher eine einzige gesehen.

Daß die Insektenzahl insgesamt abnimmt ist wohl unbestritten. Das Thema hatten wir ja schon (jetzt habe ich mich bestimmt teilweise wiederholt mit den Beispielen).

Nachtrag: Widderchen habe ich hier in 20 Jahren noch nie gesehen, und die letzte Sichtung in besagtem Steinbruch-NSG ist auch etwa 20 Jahre her.


Viele Grüße, Jürgen
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=
Borgholzhausen, Deutschland
Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=





  • »Heiner Matthias« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 132

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4

Sonntag, 10. Juli 2016, 20:54

Hallo Sonja, hallo Jürgen,

danke für die Rückmeldungen. Ein kleiner Nachtrag zur Tagfalterbilanz: Nach etlichen Kilometern durch OWL gestern und heute habe ich von den genannten 4 Arten keinen icarus und phlaeas, 2 x pamphilus im Naturschutzgebiet und einmal filipendulae am Straßenrand gesehen. Bescheidene Ausbeute, zumal das Wetter eigentlich optimal war. Allerdings besteht für icarus noch Hoffnung: Meine Beobachtungen resultierten bisher immer erst ab Mitte Juli.
Und auf der Gewinnerseite fällt auf, dass Melanargia galathea teilweise der häufigste Falter auf den Magerrasen im Osten NRW's ist.

@Sonja: Das "Wrack" konnte in der Tat noch fliegen, ich finde das auch immer wieder erstaunlich.

Schöne Grüße,

Heiner
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