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Ramon R.

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1

Montag, 21. September 2009, 19:58

Fehlwirt Mensch???

hallo zusammen! *winks

ich bin Ramon, neu hier und hab ein echtes anliegen.

meine anmeldung hat einen ganz besonderen grund. ich suche schon seid 3 tagen nach fragen im i-net, die ich nicht vollständig beantw. bekomme. vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

letzten samstag ergab sich für mich folgende situation. ich war zuhause und telefonierte gerade mit einer guten freundin. die fenster waren offen und plötzlich war eine dicke brummfliege in meinem zimmer. ich dachte mir nichts böses dabei (dachte es wäre die dicke stubenfliege oder was auch immer).

während ich also telefonierte, hob ich das dachgeschossfenster weiter auf, damit sie rausfliegen kann. und plötzlich, ich wußte nicht was mir geschah und kann es bis heute nicht nachvollziehen... griff mich eine fliege an. zumindest hatte ich den eindruck. was ich noch weiß ist, dass ich ein lautes brummen hörte und sie mit der hand wegschlug. ging alles unsagbar schnell. daraufhin sagte ich noch zu meiner guten freundin am tele... was war "das" denn jetzt!??

nunja... die fliege flog danach auf meinen tisch. ich holte schnell ein glas aus dem schrank und stellte es über sie. die fliege sah aber komisch aus dachte ich. und da ich jemand bin der sehr gerne dokus guckt, konnte ich mich da an eine sendung erinnern. die fliege sagte mir in dem mom allerdings nicht wiklich etwas. ich suchte also geschlagene 2 std. im i-net nach dieser fliege und fand sie schließlich. es war eine olivfarbene leicht gold schimmernde igelfliege/raupenfliege (exorista rustica) gewesen. von dasselfliegen weiß ich, dass sie versehentlich auch menschliche wirte benutzen. da die igelfliege eine verwandte art ist, machte ich mir dann doch sorgen. im i-net fand ich aber keine antw. darauf. ob diese fliegenart das auch macht. die igelfliege legt ihre eier entw. auf den wirt selbst, oder in unmittelbare nähe. die eier (larven) können bis zu 10 tagen ohne wirt überleben.

meine fragen lauten nun:

1) hat sie mich wirklich als wirt angegriffen und mir irgendwo ihre eier plaziert???

2) wie lange braucht eine igelfliege um ihre eier abzulegen und wie macht sie das? die dasselfliegen spritzen ihre eier ja zB. ab, oder legen/stechen sie ein. geht das beim einstechen auch ratz fatz oder braucht sie dafür etwas zeit?

3) wieviele eier legt eine igelfliege und wieviele larven dringen in den wirt?

4) und gaaaaaaaaaaanz wichtig, was kann ich als vorsorge tun, gesetzten falles das??? oder was kann ich überhaupt tun??? das ganze ist jetzt 3 tage her. im i-net steht, die inkubationszeit beträgt 8-10 tage. heute war ich bei meinem arzt. aber der sagte ich soll mich am freitag nochmal melden, er müße sich erst erkundigen.

hab vorhin ein komisches gefühl am hinterkopf gehabt und meine hand 5 min dort aufgelegt. jetzt berennt sie. ich weiß. dass sich larven ein luftloch offen halten. ich weiß nur nicht, wann sie das machen oder wie die entwicklung vonstatten geht. ich hab mir gerade schon die badewanne volllaufen lassen um mich reinzulegen. kann ich die ersaufen?? ich weiß. dass sie als wirt keine wassertiere benutzen.

mein gott, ich weiß nichtmal ob ich wiklich was habe.... aber ich schieb mir zumindest ganz gute paras!!! ;)

HELFT MIR BITTE!!! *thanks :)

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2

Montag, 21. September 2009, 20:36

Hallo Ramon,

wenn Du das hier wirklich ernst meinst (ich geh mal davon aus) dann erstmal: Ruuuuuhhhhhig, ommmmmmmmm, alles wird gut. Und herzlich willkommen im Forum hier.

Leider bin ich nun nicht der erwünschte Spezialist für Dich, aber ich kann wohl sagen, dass Dich keine Raupenfliege (dazu gehört die Igelfliege) angreifen würde. Das hast Du sicher missverstanden. Das arme Tier wird sich verflogen haben und am Abend reflektiert das Licht auf Deinem Gesicht, sie hat dann wohl dort den Ausgang gesucht. So geht es mir immer, wenn ich abends im Dunklen rumlaufe, besonders in der Nähe von Lichtquellen. Auch Schmetterlinge verirren sich leicht im Gesicht.

Nun gut, ich behaupte mal, dass keine Fliege aus Deutschland ihre Eier in Deinen Körper bringen kann. Du hast Dich da ganz schön in was reingesteigert.

Das erst mal schnell zur Beruhigung. Die Fachleute werden hoffentlich noch mit einigen handfesten Argumenten kommen.

Und pass auf, Dass Du nicht in Deiner Wanne ertrinkst ;) :D (sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen)

Tröstende Grüße

Kirsten

Ramon R.

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3

Montag, 21. September 2009, 20:37

ähm vergessen... man nennt die igelfliege auch (Tachina fera)

Ramon R.

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4

Montag, 21. September 2009, 20:47

hallo Kirsten!

erstmal thanks for answer. :)

jou, ich mein das voll ernst. aber hömma, es war hellichter tag und die sonne schien. und nu? aber ich hoffe ja, dass du sooooo recht hast und ich mir wirklich nur paras schieb.

hoffentlich bekomme ich von den fachleuten hier antw. auf meine frage. möchte nicht gerne so getiers in mir haben. ekelige vorstellung ehrlich. hab´s im Tv gesehen. :/

ich weiß zufällig, dass die igelfliege nicht wirklich wählerisch bei ihren wirten ist. sie hat zwar bevorzugte wirte, ist aber nicht gundsätzlich auf eine art fixiert. nicht so, wie andere ihrer art. und sogar die, vertun sich mal mit menschlichen wirten. irgendwann gibbet für alles das erstemal. lieber gott *bet bet... büdde nüch bei mir ja!?? *gg ;))

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5

Montag, 21. September 2009, 20:49

Hallo Ramon

Entwarnung! :D

Erst mal: Tachina fera und Exorista rustica sind 2 Paar Stiefel ;)
Ich bin zwar absolut keine Fliegenspezialistin, habe aber im Internet das dazu gefunden:

http://www.chili-balkon.de/viecher/exorista_rustica.htm

http://www.insektoid.info/fliegen/raupenfliegen/igelfliege/

Die Larven beider Fliegenarten parasitieren in Raupen. Demnach legen die adulten Weibchen ihre Eier an (Blüten)Pflanzen ab, auf denen die Raupen leben. An Dir persönlich haben die ganz sicher kein Interesse ;)

Ich wünsche noch ein entspanntes Bad! :)

Schöne Grüße

Eva

Ramon R.

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6

Montag, 21. September 2009, 21:04

hallo Eva!

da erzählst du mir nichts neues. ich kaue seit 3 tagen das i-net deswegen durch. die beiträge habe ich alle schon gelesen. nur auf einige fragen, habe ich keine antw. bekommen (laut i-net)

und wenn wir jetzt mal davon ausgehen, dass auch dasselfliegen eigentlich keine menschen als wirte benutzen, kommt es doch hin und wieder versehentlich mal vor.

komischerweise wird die igelfliege auch immer wieder in zusammenhang mit der raupenfliege gebracht. man findet beide unter exorista rustica und tachina fera.

ich wäre garnicht beunruihgt, hätte ich sie nur in meinem wohnzimmer gesehen. aber sie hat mich am hellichten tage angegriffen. kam mir zumindest echt so vor. und das ist es auch, dass mich beunruihgt. du hast selbst nicht so die erfahrung (genau wie ich). also können wir es ja beide nicht gänzlich ausschließen, oder?

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7

Montag, 21. September 2009, 21:08

Hallo Ramon

Mal gaaaanz langsam, tiiiiief Luft holen und entspannen :)

Du schriebst:

Zitat

was ich noch weiß ist, dass ich ein lautes brummen hörte und sie mit der hand wegschlug.

Daraus entnehme ich, daß Du nun annimmst, sie könnte an/in Deine/r Hand ihre Eier abgelegt haben oder sehe ich das falsch?


Schöne Grüße

Eva

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8

Montag, 21. September 2009, 21:10

Ramon, komm runter. Das ist echt 'ne fixe Idee (oder auch para? ;))

Was hast Du denn genau im Fernsehen gesehen? Dass eine Fliege in Deutschland Eier in einen Menschen legt? Niemals!

Helligter Tag: Auch da können Lichtreflexe durch Schweiß, glänzende oder helle Haut entstehen.

Wenn Du sie schon hattest, wo ist das Foto? Und Du hast dem armen Tier doch hoffentlich nichts getan X( :D
Liebe Grüße

Kirsten

Ramon R.

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9

Montag, 21. September 2009, 21:29

@Eva

nein, nicht auf meine hand. die fliege ist 5 mal schneller als die menschliche reaktionszeit. mir war also nur die abwehr bewußt.

@Kirsten

du schreibst:
Was hast Du denn genau im Fernsehen gesehen? Dass eine Fliege in Deutschland Eier in einen Menschen legt? Niemals!


und daran merke ich schon... *sorry ihr beiden. nicht böse gemeint. aber ihr habt nicht wirklich viel ahnung! ;)

ich werde auch beweise dafür liefern. werd die quelltexte raussuchen. darf ich die links hier reinsetzen?

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10

Montag, 21. September 2009, 21:33

Zitat

Original von Ramon R.
nein, nicht auf meine hand. die fliege ist 5 mal schneller als die menschliche reaktionszeit. mir war also nur die abwehr bewußt.


Ja, wohin denn dann?

Glaubst Du im Ernst, die Fliege hätte es in weniger als einer Sekunde fertig bringen können, ihr gesamtes Eipaket bei Dir zu deponieren? Dieser Annahme kann nur ein Mann erliegen, der keine Ahnung vom Kinderkriegen hat ;) Du, das ist richtig doll Arbeit! :)

Schau mal, Ramon, der grundlegende Unterschied zwischen Igelfliegen und Dasselfliegen ist der, daß Dasselfliegen bei Warmblütern (Säugetieren) parasitieren. Da ist der Mensch als eventueller Fehlwirt nicht soooo weit entfernt. Die Igelfliegen parasitieren in Kaltblütern (Raupen, etc.) Alleine wegen des anderen Stoffwechsels, der anderen Enzymausstattung und der konstant hohen Körpertemperatur beim Warmblüter könnte ein Kaltblüter-Parasit in einem lebenden Warmblüter i. d. R. gar nicht existieren! Du hast Dir doch nach dem Ereignis sicher die Hände gewaschen, oder? ;) Na also....

Zitat

darf ich die links hier reinsetzen?


Ja, die Links darfst Du! Bin schon gespannt :)

Schöne Grüße

Eva

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11

Montag, 21. September 2009, 21:44

Hallo,

ich habe den Fernsehbericht auch gesehen.

Es war ein Amerikaner der zwei Einstiche im Bein hatte.

Heraus zog er je eine Larve. Das verabreichte Antibiotikum sorgte dafür das sich die Larven noch wohler fühlten.

Die Stiche hatte er sich auf einer Auslandsreise, ich glaube Südamerika, zugezogen.

An die Fliegen erinnere ich mich nicht mehr genau, evtl. war es eine Dasselfliege.

Viele Grüß
Horst

Ramon R.

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12

Montag, 21. September 2009, 22:02

@Eva

wow, woher hast du diese erkenntnis jetzt so schnell gewonnen? ich bitte eindringlich um diesen link. ;)

das war mir nämlich nicht bekannt.

ich habe die letzten 3 tage so viel im i-net deswegen gelesen, aber habe die links leider alle wieder weg geklickt. wird etwas dauern, bis ich den einen oder anderen wieder finde. also habt etwas gedult mit mir, ja!? ;)

ich hoffe ihr habt alle recht, und in mir wachsen keine aliens heran. ;)

Ramon R.

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13

Montag, 21. September 2009, 22:07

@Horst

das was ich im Tv gesehen habe, kam aus deutschland. und in dem fall, hatte sie eine fette made im kopf. da hat der arzt dann das luftloch zugeklebt, damit die made keine luft mehr bekommt und abstirbt. die frau hat beim todeskampf der made sehr gelitten und hat dies vor schmerzen auch zum ausdruck gebracht. anschließend, hat der doc die tote made aus dem kopf gezogen. die war riesig und einfach nur eckelhaft!!!

14

Montag, 21. September 2009, 22:10

Aradiden [Rindenwanzen]-Funde wenn mgl. immer mit Beleg dokumentieren :)

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15

Montag, 21. September 2009, 22:15

Hallo Ramon

Zitat

Original von Ramon R.
wow, woher hast du diese erkenntnis jetzt so schnell gewonnen? ich bitte eindringlich um diesen link. ;)

das war mir nämlich nicht bekannt.


Ich befasse mich seit über 30 Jahren mit Reptilien (= Kaltblüter) und dadurch notgedrungen auch mit deren Parasiten. Ich habe 2 Jahre lang die Erstellung einer Doktorarbeit zum Thema Schildkrötenparasiten mitverfolgt und mich in dieser Zeit sehr viel mit der Doktorandin darüber unterhalten. Die Quintessenz ist die, daß die meisten Kaltblüterparasiten auf ihren Wirt hochspezialisiert sind, eben weil sie sich sehr stark an dessen Enzymausstattung und dessen Lebensweise anpassen müssen.

Ich habe aber zwischenzeitlich auch ein wenig zu den Dasselfliegen recherchiert: es gibt dort einige (auch wieder spezialisierte) Arten, die ihre Eier auf ihren Wirt "abschiessen" (Rachen-Dasselfliegen, Nasen-Dasselfliegen bei Huftieren). Das ist es wahrscheinlich, wovor Du nun Angst hast, oder?

Diese Art der Fortpflanzung verlangt einen super exakt arbeitenden "Schussapparat", also sowas wie einen Legestachel samt passender Muskulatur.
Igelfliegen (gehören zu den -> Raupenfliegen)dagegen haben nicht mal einen Lege"stachel" (Legebohrer). Sie kleben ihre Eier an Blätter oder an ihren Wirt direkt an. Dazu muß sich die Dame erst mal in Ruhe hinsetzen und sowas braucht Zeit und geht nicht in weniger als einer Sekunde über die Bühne! schon gleich gar nicht, wenn Du nach ihr schlägst...

Also entspann Dich wieder :)

schönen Abend noch und eine angenehme Nachruhe

Eva

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16

Montag, 21. September 2009, 22:16

Hi Ramon,

die Maden die sie in dem von mir genannten bericht zeigten waren auch sehr groß.

In Reihen um den Körper waren Widerhaken vorhanden.

Die eine Made wurde zeitweilig am atmen gehindert. Als sie dann kurz den Kopf heraus steckte wurde dieser mit einer Pinzette ergriffen und, auch unter Schmerzen, herausgezogen.

VG
Horst

Ramon R.

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17

Montag, 21. September 2009, 22:21

@Ringo Dietze

na das nenn ich mal einen willkommensruß. :/

und du bist moderator!???

war ich selbst mal moderator in einem anderen forum. aber "so" hätte ich nie einen neuankömmling begrüßt!

PS. steck dir dein sträußchen sonst wo hin! :P ;)

18

Montag, 21. September 2009, 22:26

Aradiden [Rindenwanzen]-Funde wenn mgl. immer mit Beleg dokumentieren :)

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19

Montag, 21. September 2009, 22:31

Hi Ringo,

soll ich mir auch schon einen bestellen??? :D
»Horst Jux« hat folgendes Bild angehängt:
  • IMG_3787.jpg

Ramon R.

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20

Montag, 21. September 2009, 22:37

ok ich merk schon, hier wird mir nicht wirklich oder gerne geholfen. aber trotzdem danke für den versuch.

*winks

PS. ironie verstehe ich sehr wohl!

21

Montag, 21. September 2009, 22:37

Lieber Horst

Aradiden [Rindenwanzen]-Funde wenn mgl. immer mit Beleg dokumentieren :)

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22

Montag, 21. September 2009, 22:43

Zitat

Original von Ramon R.
ok ich merk schon, hier wird mir nicht wirklich oder gerne geholfen. aber trotzdem danke für den versuch.

*winks

PS. ironie verstehe ich sehr wohl!


Hallo Ramon

Ich weiß, Du kennst die Leute hier nicht und Du bist jetzt natürlich verunsichert. Ringo ist aber einer unserer Super-Experten und wenn DER so reagiert, dann findet er Deine waghalsige Theorie sicher nicht nur waghalsig, sondern einfach nur lustig, eben weil er weiß, daß Du absolut auf dem Holzweg bist ;)

Meinen vorigen Beitrag hast Du gelesen?

Gruß, Eva

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23

Montag, 21. September 2009, 22:51

Fehlwirt Mensch???

Hallo, Ramon!

Zitat

Original von Ramon R.
komischerweise wird die igelfliege auch immer wieder in zusammenhang mit der raupenfliege gebracht. man findet beide unter exorista rustica und tachina fera.


Das liegt ganz einfach daran, daß es nicht "die" Raupenfliege gibt. Raupenfliegen (Tachinidae) sind eine Fliegenfamilie mit einigen hundert Arten in Mitteleuropa, von denen Exorista rustica und Tachina fera nur zwei sind.
Letztere ist eine der größeren und auffälligeren Arten und zur Zeit auch hier überall auf Blüten sehr häufig (besonders mögen sie Minze etc.).

Die Raupenfliegen haben ihren Namen daher, daß sich die Larven ihrer prominentesten Mitglieder in Schmetterlingsraupen entwickeln. Es gibt aber auch Arten, die Wanzen, Blattwespenlarven u.a. befallen - niemals jedoch Wirbeltiere, sondern ausschließlich andere Gliederfüßer (Insekten, Asseln usw.)! Also ruhig Blut, die können einem Menschen absolut nichts antun!

Neben Dasselfliegen das einzig Denkbare, was Eier an Menschen ablegen könnte, wären Lausfliegen (leben normalerweise als Ektoparasiten im Fell von Rehen u.ä., fliegen aber auch öfter schonmal versehentlich Menschen an und können auch stechen; gerade in den letzten Tagen nerven sie ziemlich; sind aber nur 4-5 mm klein) oder Schmeißfliegen/Fleischfliegen (Calliphoridae/Sarcophagidae). Diese können Eier in längere Zeit offene Wunden oder auch (kein Witz!) an den After legen. Sowas kommt aber heutzutage nur noch in Entwicklungsländern vor, hier gab es das zuletzt bei verwundeten Soldaten in Kriegszeiten.
Schmeißfliegenlarven werden mittlerweile sogar schon in der Medizin für die Behandlung nicht heilen wollender Wunden verwendet, weil sie ausschließlich das tote Gewebe fressen und dadurch die Wunde wirksamer und schonender reinigen, als selbst ein Chirurg das kann.


Viele Grüße, Jürgen
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=
Borgholzhausen, Deutschland
Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=





Ramon R.

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24

Montag, 21. September 2009, 23:03

@Eva

auch wenn euer lieber Ringo superexperte ist, brauch er nicht gleich mit der ironietüre ins haus fallen. gerade dann nicht, wenn ihn leute nicht kennen, neu oder verunsichert sind. wie soll man bitte jemanden einschätzen können, wenn man ihn überhaupt nicht kennt!??

man kommt zu euch, weil man hilfesuchend um rat fragt (und ja, ich bin kein experte oder ähnliches) und dann kriegt man gleich ne keule in die fresse. super echt!! :/

danke für deinen letzten post. er beruihgt mich ein wenig. ob ihr recht habt oder nicht, dass wird sich ja in den nächsten 2 wochen zeigen.

Ramon R.

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25

Montag, 21. September 2009, 23:07

@Jürgen


auch danke für dein posting. beruihgt mich ebenfalls etwas. :)

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26

Montag, 21. September 2009, 23:23

Hallo Ramon

Hmmm.... Weißt Du, es ist wirklich nicht einfach mit Dir... Du scheinst Dich aus Deiner kompletten Unwissenheit über Insekten heraus nur wegen einem dämlichen Fernsehbericht, den Du noch dazu gar nicht mehr richtig in Erinnerung hast, gedanklich wirklich völlig verrannt zu haben!

Nochmal: Das, was Du Dir da zusmamenspinnst, funktioniert in der Praxis einfach nicht, wenn "Deine" Fliege tatsächlich eine Igelfliege oder eine andere Vertreterin aus der Familie der Raupenfliegen war. Nicht mal ansatzweise oder aus Versehen.

Schöne Grüße

Eva

27

Montag, 21. September 2009, 23:28

Hallo Ramon,

Tut mir wirklich Leid!
Mensch, sei doch nicht eingeschnappt, war nicht so gemeint.
Das Spässchen hab' ich doch bloß gemacht, weil die überzogene Darstellung in den oberen Beiträgen dieses Threads mich schmunzeln lassen hat.

Viele Grüße,
Ringo.
Aradiden [Rindenwanzen]-Funde wenn mgl. immer mit Beleg dokumentieren :)

Ramon R.

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28

Montag, 21. September 2009, 23:41

@Eva

dies war nicht nur auf den Tv bericht bezogen, sondern auch auf die recherche der letzten 3 tage im i-net.


@Ringo

ok, bin ja nicht nachtragend! ;)


und jetzt geh ich ins bett und wünsche allen eine *gute nacht

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29

Dienstag, 22. September 2009, 10:35

Hallo zusammen,

Wenn ich irgendwas nicht mitbekommen habe, korrigiert mich bitte, für mich kann das Zimmer von Ramon R. irgendwo auf der Welt liegen, wo es noch schlimme Tiere, als in den kühnsten Vermutungen angedacht, geben kann. :D

27 Beiträge und es ist noch nicht mal das wichtigste - ein Fundort - geliefert! Da kann man ja nur staunen! Da sach ich mal: P l a u d e r t a s c h e n ;)

Ich plauder auch mit: dieser Beitrag hier war irgendwo mal erwähnt worden:
http://www.lepiforum.de/cgi-bin/2_forum.pl?read=42391

Schöne Grüße
und denkt mal über das Einfordern von Fundorten nach
Armin

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30

Dienstag, 22. September 2009, 10:41

Armin,

er hat das mehrfach erwähnte Deutschland nie wiederlegt. Schon das war eigentlich ausreichend in meinen Augen ihn einfach nur zu beruhigen. Für mich wohnt Ramon übrigens in Wiesbaden ;).
Liebe Grüße

Kirsten

31

Dienstag, 22. September 2009, 10:45

Hallo Kirsten,

Wiesbaden?
mmmhhh - ich hätte jetzt bei einer Angabe von Herkunft = NRW und einer weiteren Angabe "ich war zu Hause" auf einen Ort innerhalb NRW's geschlossen...
Aber Armin hat sicher recht. Man hätte das sicher mal hinterfragen können...
Schönen Gruß
Axel

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32

Dienstag, 22. September 2009, 10:50

Hallo Axel und Armin,

natürlich hat Armin recht.

Und ich hab mich eben auch geirrt, es war Wuppertal (ich wußte, es war was mit "W" :D)
Liebe Grüße

Kirsten

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33

Dienstag, 22. September 2009, 11:20

Zitat

Original von Armin Hemmersbach
Wenn ich irgendwas nicht mitbekommen habe, korrigiert mich bitte, für mich kann das Zimmer von Ramon R. irgendwo auf der Welt liegen, wo es noch schlimme Tiere, als in den kühnsten Vermutungen angedacht, geben kann. :D


Hallo Armin

Nö, sein Zimmer liegt im schnöden NRW und nicht in den Tropen ;)

Siehe Seitenleiste:

Zitat

Ramon R.
Neuuser(in)

Dabei seit: 21.09.2009
Beiträge: 12
Herkunft: NRW


Würde aber eine (wie von ihm angenommen) Raupenfliege (welche auch immer) ein Dasselfliegen-Ei bei ihm deponieren können? Schließt das nicht alleine die unterschiedliche Wirtsprägung und Lebensweise beider Arten aus? Selbst wenn es durch einen extremen Zufall doch so wäre, auch der Raupenfliege gelingt die artfremde Eiübertragung nicht, wenn er ständig herumzappelt und nach ihr schlägt.

Nee, Armin, Dir glaub ich viel, aber das dann doch nicht ;)

schöne Grüße

Eva

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34

Dienstag, 22. September 2009, 11:32

Hallo Ramon,

ich bin zwar kein Experte, aber diese Fliege wenn es die sein sollte schwirrt hier in Massen rum .
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics…isplay/18567852
und bei keinem Menschen hier, in einer Kleinstadt würde sich sowas schnell rumsprechen, wurden bisher Maden davon aus dem Körper gezogen. Ich bin selber mindestes 3 Stunden jeden Tag dort unterwegs und habe noch keine auffälligen Beulen bei mir gefunden. :D
Den Bericht mit der Made aus dem Kopf habe ich auch gesehen . Die Frau war zwar von Deutschland aber sie hatte sich das bei einem Auslandsurlaub eingefangen.

LG Maja
Wenn nicht anders angegeben liegen die Fundorte im Biosphären Reservat Mittlere Elbe in Aken und Umgebung.

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35

Dienstag, 22. September 2009, 12:01

Hallo zusammen,

nee - iss schon klar - war auch ein bißchen Ironie bei.
Aber die Herkunft im Kistchen, besonders wenn sie etwas schwammig definiert ist, muß ja nicht zwangsläufig mit dem Aufenthaltsort zusammenfallen, auch wenn's da einen Schreibtisch gibt.

Lieber Ramon, wenn das in NRW stattgefunden hat, meine ich, Du solltest nicht in Panik verfallen. Ansonsten solltest Du auch nicht das Internet befragen, wenn Du ein kleines Wehwehchen hast. Im Internet gibt es Infos zu den schlimmsten Krankheiten. Und wenn man sieht, was es so alles gibt, dann will man das alles auch haben. Ist menschlich. Kann auch süchtig machen.

Tschöö, ich muß mich mal eben meiner ataque de risa widmen, hab’ gelesen, das kann auch böse enden. :D
Armin

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Armin Hemmersbach« (22. September 2009, 12:04)


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36

Dienstag, 22. September 2009, 12:11

Zitat

Original von Armin Hemmersbach
ich muß mich mal eben meiner ataque de risa widmen, hab’ gelesen, das kann auch böse enden. :D
Armin


Du meine Güte, hoffentlich geht das gut :D
Liebe Grüße

Kirsten

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37

Dienstag, 22. September 2009, 12:44

Hallo Armin

Zitat

Original von Armin Hemmersbach
ich muß mich mal eben meiner ataque de risa widmen, hab’ gelesen, das kann auch böse enden. :D


Ja, mach das unbedingt! Und wenn de dringend Hilfe brauchst, sach bescheid oder schau im Wochenblättchen gleich direkt die Todesanzeigen durch! Soll auch dagegen helfen :D

schöne Grüße

Eva

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38

Dienstag, 22. September 2009, 13:37

Hallo zusammen,

der will raus (ist auch alt und hat soooooo 'nen Bart):

"Herr Doktor, der Hypochonder von Zimmer 213 ist gestorben." - "Schwester, jetzt übertreibt er aber!"

Fertig (duckundweg)
Armin

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39

Dienstag, 22. September 2009, 13:46

Hallo Eva!

Zitat

...oder schau im Wochenblättchen gleich direkt die Todesanzeigen durch! Soll auch dagegen helfen :D


Könnte auf einen Außenstehenden ein bisschen merkwürdig wirken, falls es doch nicht hilft! 8o

Gruß Frank
Bei fehlender Fundortangabe gelten die Angaben im Profiltext.

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Erfahrung bekommt man oft kurz nachdem man sie dringend benötigt hätte!
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Klaas Reißmann

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40

Dienstag, 22. September 2009, 14:12

Mal so am Rande erwähnt: bis auf Ramon hat noch keiner von uns das Tierchen gesehen, das Ramon gesehen hat. Wir wissen also nicht mal, ob Ramon die Gattung oder gar die Art richtig bestimmt hat.

Ohne ihm Böses zu wollen denke ich doch, dass Ramon der Bilderbuchbestimmer ist und somit schnell in die falsche Schublade greifen kann. In so fern ist definitiv alles möglich, sowohl, dass Ramon ein Hypochonder ist, der einen normalen Fliegenanflug als aggressiv Tat eines Weibchens interpretiert, dass ihn unbedingt mit seinen Eiern belegen will (möglicherweise hat er kurz vor dem Telefonat mit Angriff eine oder mehrere Folgen "Alien" gesehen ;) ), als auch die Möglichkeit, dass das Tier ihn erstmal nur mit einer Kuh verwechselt hat oder tatsächlich (auch wenn es in Europa selten, so aber doch vorkommt) Ramon als ideales Brutsubstrat für den Nachwuchs betrachtet hat.

Wer weiß das schon so genau, angesichts der unendlichen Möglichkeiten, die uns Ramon hier offeriert?

Unendliche Grüße
Klaas

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41

Dienstag, 22. September 2009, 20:12

Eiablage bei Raupenfliegen

Zitat

Original von Eva
Raupenfliegen dagegen haben nicht mal einen Lege"stachel" (Legebohrer). Sie kleben ihre Eier an Blätter oder an ihren Wirt direkt an. Dazu muß sich die Dame erst mal in Ruhe hinsetzen und sowas braucht Zeit und geht nicht in weniger als einer Sekunde über die Bühne! schon gleich gar nicht, wenn Du nach ihr schlägst...


Hallo,

das hier liegt zwar schon einige Postings zurück, aber da möchte ich doch noch was zu sagen.

Die Eiablage bei den Tachiniden erfolgt sehr unterschiedlich. Es gibt durchaus welche mit Legebohrer, die in die Intersegmentalhäute geschoben werden, so dass die Eier direkt in den Wirt gelegt werden können. Ein Beispiel ist die hier im Forum häufig auftauchende Phasia hemiptera. In einigen Fällen - von mitteleuropäischen Arten weiß ich das allerdings nicht - können sogar stark sklerotisierte Käfer aufgebohrt werden.

Einige Raupenfliegen legen ihre Eier irgendwo auf Blätter, und die Larven suchen sich dann aktiv oder passiv ihren Wirt.

Das Gros der Raupenfliegen legt ihre Eier aber direkt auf den Wirt. Das muss, da die Wirte das nicht untätig geschehen lassen, sehr schnell gehen und dauert i.d.R. einen winzigen Moment (<< 1s) Ich meine mich sogar erinnern zu können, dass es Arten gibt, die ihre Eier im Flug auf ebenfalls fliegende Wirte legen. Allerdings finde ich jetzt diese Textstelle nicht mehr, und bin mir deshalb nicht mehr so sicher.

Viele Grüße,
Michael

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42

Dienstag, 22. September 2009, 21:28

Hallo Michael

Vielen Dank für die Aufklärung!
Da hab ich wieder eine Menge dazu gelernt!
Deine Beschreibung bezieht sich sehr wahrscheinlich auf Tachiniden allgemein. Also auch Arten außerhalb von Mitteleuropa, oder sehe ich das falsch?

Trotzdem kommt es mir mehr wie fraglich vor, daß sich Eier und Larven, die normalerweise auf das Leben und die Entwicklung in einem Avertebraten/Poikilothermen programmiert sind, plötzlich in einem Homoiothermen erfolgreich entwickeln können sollen. Die konstant hohe Körpertemperatur, der völlig andere Stoffwechsel, die unterschiedliche Enzymausstattung, das ausgefeilte Nervensystem und die adaptive Immunabwehr des "Fehlwirtes" (im Gegenssatz zum innaten Immunsystem des Wechselwarmen) sind ja in solchen Fällen eine gewaltige Hemmschwelle, die eine komplette Entwicklung dann i. d. R. doch verhindern. Ist der Sprung vom Vogel zum Säuger schon ein gewaltiger, und das, obwohl Vögel homoiotherm sind.

Wie würde das Eiablageverhalten aber im konkreten Fall bei Tachina fera oder Exorista rustica aussehen? Eine dieser Arten will Ramon ja "identifiziert" haben.

Schöne Grüße

Eva

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43

Dienstag, 22. September 2009, 21:47

Hallo Eva!

Zitat

Original von EvaDeine Beschreibung bezieht sich sehr wahrscheinlich auf Tachiniden allgemein. Also auch Arten außerhalb von Mitteleuropa, oder sehe ich das falsch?


Nein, das siehst du vollkommen richtig. Wobei wir von allem auch etwas hier haben - wie gesagt, nur von denen, die dicke Chitin-Panzer bohren, weiß ich es nicht.

Zitat

Trotzdem kommt es mir mehr wie fraglich vor, daß sich Eier und Larven, die normalerweise auf das Leben und die Entwicklung in einem Avertebraten/Poikilothermen programmiert sind,...


Das sehe ich genauso. Soweit ich weiß, ist kein Fall bekannt, wo eine Raupenfliege auch nur ansatzweise in einem Warmblüter parasitiert hat.

Zitat

Wie würde das Eiablageverhalten aber im konkreten Fall bei Tachina fera oder Exorista rustica aussehen? Eine dieser Arten will Ramon ja "identifiziert" haben.


Leider weiß ich über das Eiablageverhalten dieser Arten auch nichts. Ich kann nur die Wirte nennen: Tachina fera in verschiedenen größeren Schmetterlingsraupen. Exorista rustica in den Larven von Blattwespen. Da beide Wirte nicht besonders schnell und nicht gerade gut geschützt sind, geht meine Vermutung dahin, dass sie ihre Eier mäßig schnell auf den Wirten ablegen, und die Larven dann durch die Haut eindringen. Das ist aber wie gesagt Spekulation.

Viele Grüße,
Michael

Klaas Reißmann

unregistriert

44

Dienstag, 22. September 2009, 23:07

Moin,

Zitat

das ausgefeilte Nervensystem und die adaptive Immunabwehr des "Fehlwirtes"


zumindest das würde ich nicht als größeres Problem betrachten, sind doch z.B. Flöhe, Dasselfliegen und einige mehr in der Lage ihre Entwicklung unter der Haut von Wirbeltieren zu absolvieren. Vieles, wa wir als Problem betrachten, muss nicht auch unbedingt ein solches sein. Die konstant hohe Körpertemperatur kann dabei durchaus von Vorteil statt von Nachteil sein, Immunsysteme können ausgetrickst werden (da müssen nur zufällig ein paar Parameter stimmen) und schon ist alles möglich.

Ich gebe zu bedenken, dass sogar Fliegenmaden eingesetzt werden um Wunden zu reinigen und das es auch in Europa durchaus vorkommt, dass die Fliegen genau dieser Arten auch unerwünscht ihre Eier in Wunden legen und die Larve sich vollkommen unbeeindruckt vom Immunsystem entwickeln können.

In so fern also vielleicht eher mal an die Flexibilität der Invertebraten glauben, als daran, dass unser Immunsystem gegen alles gefeiht ist.

Viele Grüße
Klaas

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45

Dienstag, 22. September 2009, 23:53

Zitat

Original von Klaas Reißmann
zumindest das würde ich nicht als größeres Problem betrachten, sind doch z.B. Flöhe, Dasselfliegen und einige mehr in der Lage ihre Entwicklung unter der Haut von Wirbeltieren zu absolvieren.


Hallo Klaas

Ähm... Flöhe saugen "nur" Blut bei ihren homoiothermen Wirten und sie sind dabei nicht selten auf bestimmte Wirte oder Wirtsgruppen spezialisiert (Igelfloh, Rattenfloh, Katzenfloh, Hundefloh, Menschenfloh, etc....). Ihre Fortpflanzung, bzw. ihre Ei- und Larvalentwicklung vollziehen sie aber immer abseits des Wirtes, z. B. in Deinem Teppichboden ;)

Dasselfliegen u. ähnliches Getier hingegen sind von vornherein auf die Larvalentwicklung im Warmblüter programmiert! Und nur solche Arten sind dann auch auf's Austricksen des komplizierten Warmblüter-Immunsystems ausgerichtet bzw. kommen mit der konstant hohen Körpertemperatur und den weitaus komplizierteren biologischen Abläufen im Körper des homoiothermen Wirts zurecht!
Selbst die Fliegenarten, die im Fall des Falles auch oberflächlich in Säugerwunden parasitieren können, sind auf nur eine bestimmte Gruppe beschränkt und auch die sind wieder auf Wärme programmiert. Unter einer bestimmten Temperatur stellen sie die Eiablage ein.

Eine Zwischenform sind dann noch Parasiten, die sich für ihre Entwicklung eines oder mehrerer verschiedener Zwischenwirte bedienen. Diese Parasiten sind jedoch in erster Linie im Bereich der Helminthen zu suchen, z. B. bei den meisten Bandwurmarten. So auf Anhieb fällt mir kein Insekt ein, das während seiner Larvalentwicklung den Wirt grundlegend (= vom Poikilothermen zum Homoiothermen oder umgekehrt) wechselt. Aber Dir vielleicht?

Insekten sind, im Vergleich zum Säuger, relativ einfach gestrickt. Sie haben deshalb auch nicht die vielfältigen und schon gar nicht flexiblen Möglichkeiten, sich kurzfristig auf andere Strategien umzustellen. Eine, z. T. recht hohe, Spezialisierung verhilft ihnen jedoch trotzdem sehr gut, sich mit ihrer Strategie durchzusetzen. Andererseits macht ihnen die Spezialisierung auch schwer zu schaffen, weil sie beim Wegfall "ihres" Wirts praktisch von heute auf morgen ohne Nahrung bzw. ohne Weitervermehrungsmöglichkeiten dastehen. Aber da erzähle ich Dir als Käferspezialist sicher nix Neues ;)

Schöne Grüße

Eva

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46

Mittwoch, 23. September 2009, 08:37

Hallo zusammen,

wo steckt eigentlich Ramon?
Die gestrige Abwesenheit gibt mir zu denken.
Hoffentlich liegt er nicht schon auf der Intensivstation.
@Ramon: Wenn, wünsch ich Dir gute Besserung.

Schöne Grüße
Armin

Steffi B.

unregistriert

47

Mittwoch, 23. September 2009, 13:30

Das hier ist aber ein komisches Thema! Ich meine ich wäre nicht mal auf die Idee gekommen, dass so ein Raupenfliegchen Parasiten auf/in mir ablegen könnte! Aber selbst wenn, heißt das ja noch nicht, dass solche Larven überhaupt schlüpfen und sich entwickeln könnten!

Aber wenn man sich da ernsthaft Sorgen machen würde, würde man doch nicht Tage lang suchen und in Foren schreiben, sondern mal mit einem Arzt reden!

Ringos ironischen Beitrag kann ich durchaus nachvollziehen, weil diese Idee einfach krass ist! Vielleicht gibt es das ja wirklich, dass Fliegen in Menschen Eier legen, aber wie groß wäre dann schon die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst betroffen ist?!

Christian

unregistriert

48

Donnerstag, 24. September 2009, 09:39

Das ist ja diesmal ein threat der Mythen ohnegleichen. Vielleicht sollten wir uns einfach mal auf ein paar Fakten verständigen:

1. Die Raupenfliegen sollten wir mal aussen vorlassen. Diese Familie parasitiert wirklich nur Insekten (und Spinnen, weiss ich aber nicht genau). Zudem gibt es dabei ein paar mehr Arten als hier erwähnt, alleine in Deutschland sind es ca. 500. Daher sollte man auch Ferndiagnosen wie Tachina fera etc. besser lassen.

2. Auf Wirbeltiere, bzw. warmblütige Säugetgiere spezialisiert sind in Deutschland vor allem die Dasselfliegen. Diese haben verschieden Wege gefunden, ihre Wirte zu infizieren und sind in der Regel hoch wirtspezifisch. Dennoch können Menschen auch in Mitteleuropa von Dasselfliegen mit Eiern belegt werden. Die Larven entwickeln sich dann zwar nicht bis zum Ende, können jedoch durchaus Schmerzen etc. verursachen. In den Tropen kommt das sehr viel häufiger vor als bei uns. Es gab sogar mal einen berühmten Naturforscher (habe den Namen vergessen), der eine Dasselfliege bei sich ausbrütete und so den Entwicklungsgang erforschte. Diese Art lebte in einer (schmerzhaften) Beule unter seiner Haut.

3. Die nächste grosse Fliegen-Gruppe mit Vorliebe für menschliches Fleisch sind die Schmeissfliegen (Sacrophagidae) und verwandte Gruppe. Diese fressen vor allem Aas, können aber auch offene Wunden infizieren und ihre Eier dort ablegen. Das passiert auch in Mitteleuropa und war vor allem im ersten Weltkrieg ein ziemliches Problem.

4. Diese Schmeissfliegen fressen ihre Wirte manchmal von innen her regelrecht auf (lecker!). Es gibt jedoch auch andere Arten, deren Larven nur Wundsekret fressen. Beim Befall mit diesen Arten heilen Wunden schnelle als ohne Fliegenmaden. Es gibt sogar bereits Ärzte, die solche Fliegen gezielt in der Therapie einsetzen (auch in Deutschland).

5. Last but not least. In den Tropen geht es dann so richtig ab. Dort gibt es Fliegen (habe die Familien vergessen, wahrscheinlich Schmeissfliegen), die in kleine Wunden bei Rindern eindringen und diese von innen her regelrecht auffressen, bzw. so grosse Wunden verursachen, dass die Rinder daran sterben. Das verhindert stellenweise die Viehzucht. Ich habe das selbst schon gesehen (ich war mal ein halbes Jahr auf einer Rinderfarm in Brasilien). Wir mussten dort alle frischgeborenen Kälber mit einem Insektizid-Spray behandeln, damit die Nabelschnur nicht befallen wurde und die kleine Kälber überhaupt durchkamen.

Ok, soweit mein Beitrag. Das findet man im übrigen alles auch sehr einfach im Internet. Wenn jedoch eine Fliege um den eigenen Kopf schwirrt, braucht man noch nicht in Panik zu verfallen, so wie das der Thread-Eröffner ja offensichtlich getan hat. Manchmal kommen Fliegen auch, wenn es ein bisschen müffelt oder so.

Gruss, Christian

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Christian« (24. September 2009, 12:20)


Klaas Reißmann

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49

Donnerstag, 24. September 2009, 12:20

Moin,

das spannende ist, dass ich im Prinzip weiter unten nichts anderes geschrieben habe, nur nicht so ausführlich. Nun bin ich mal gespannt, wie die weiteren Einschätzungen diesbezüglich sind.

Viele Grüße
Klaas

Christian

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50

Donnerstag, 24. September 2009, 15:13

Zitat

Original von Klaas Reißmann
Moin,

das spannende ist, dass ich im Prinzip weiter unten nichts anderes geschrieben habe, nur nicht so ausführlich.
Viele Grüße
Klaas


Stimmt, zumindest der Teil mit der medizinischen Anwendung der Fliegenmaden.

Zum Immunsystem (weiter unten) wäre auch noch zu ergänzen, dass natürlich das Immunsystem per se Probleme mit Parasiten und Räubern haben muss, die quasi von aussen an Mensch und Tier nagen. Das Immunsystem funktioniert ja vor allem über Antikörper etc. im Blut und richtet sich gegen sehr kleine Dinge wie Bakterien u.va. Zur Abwehr von Fliegenmaden an Wunden oder Dasselfliegenlarven in der Nase ist es einfach nicht eingerichtet.

Es gibt allerdings Anpassungen von Wirbeltieren der Tropen an Fliegenlarven: so haben manche Antilopen einefach eine dickere Haut als Kühe, und das bekannte Zebramuster als Abwehr gegen Tse-Tse-Fliegen ist ja schon fast ein Klassiker der Evolution, bzw. der Adapation.

Christian

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51

Donnerstag, 24. September 2009, 17:33

Hallo,

vielleicht noch mein Senf, nachdem ich im Urania Tierreich Insekten geschmökert habe.
So ist in Einzelfällen bekannt, das die Schafbremse (Oestrus ovis), eigentlich eine Nasendassel, die ihre Larven in der Nähe der Nasenöffnungen oder Augenschleimhäute von Schafen oder Ziegen ablegt, auch Menschen befallen hat.
Interessanter Weise klingen die Beschwerden eines solchen Befalls nach Tagen bis einigen Wochen von selbst wieder ab, da die Larven nur in ihrem eigentlichen Wirt ihre Entwicklung beenden können.
Es dürfte also auch noch andere eingrenzende Faktoren als das Immunsystem für solch hochspezialisierte Insekten geben.

Gruß Frank
Bei fehlender Fundortangabe gelten die Angaben im Profiltext.

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52

Samstag, 26. September 2009, 09:03

Hallo Ramon,

Zitat

auch wenn euer lieber Ringo superexperte ist, brauch er nicht gleich mit der ironietüre ins haus fallen

Naja, so provozierend und überdreht wie Du Dich hier verhältst, gebe ich Ringe vollkommen recht. Das sind genau die reichtigen Antworten darauf. Wenn Du Dich sachlicher und freundlicher verhalten würdest, dann würdest Du auch bessere Antworten bekommen.

Zitat

und ja, ich bin kein experte oder ähnliches

Dafür reißt Du aber Deine Klappe verdammt weit auf und greifst wirkliche Experten unangemessen an. Also fasse Dich erstmal an Deine eigene Nase!

Zitat

und dann kriegt man gleich ne keule in die fresse. super echt!!

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!
Mit freundlichen Grüßen,

Werner

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53

Samstag, 26. September 2009, 09:14

Hallo Ramon,

Zitat

dies war ... auch auf die recherche der letzten 3 tage im i-net.

Nicht umsonst nennt man das Internet die "allwissende Müllhalde".

Du kannst exzellente Beiträge finden aber auch viel Schrott. Und um die Spreu vom Weizen zu trennen, ist es unumgänglich, selber schon einiges zu wissen oder sich von kundigen Leuten gute Links geben zu lassen. Oder wie sage es ein befreundeter Lehrer einmal so schön drastisch: "Wer nichts weiß, glaubt jeden Scheiß!"

An Jürgen: das Zitat stammt von Professor Dr. Rudolf Öller.
Mit freundlichen Grüßen,

Werner

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54

Dienstag, 20. April 2010, 16:07

Halli Hallo,

aus dem Winterschlaf erwacht ^^

Und welcome Ramon :)

Ich zähle mich nicht zu den Experten, mich interessiet aber das Thema auch und ich hätte eine ergänzende Frage:
Wie ist das eigentlich mit der Myiasis bei Kaninchen, welche Fliegenarten genau legen da ihre Eier?

Güßle und Dank, Daniela
Liebe Grüße,
Daniela

Canon EOS 20D und EOS 40 D, 60mm Makroobjektiv, Nahlinse und Zwischenring. Wenns mal extrem vergrößert werden muss und das Tier nicht allzu flink ist, Retroadapter und Standardobjektiv in Retrostellung :)

Andreas H

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Dienstag, 20. April 2010, 20:15

Hallo Daniela,
dazu nur dieser Link:

http://www.infektionsnetz.de/ParasitenMyiasisErreger.phtml

Liebe Grüße
Andreas

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56

Dienstag, 20. April 2010, 20:32

Danke Andreas :)
Liebe Grüße,
Daniela

Canon EOS 20D und EOS 40 D, 60mm Makroobjektiv, Nahlinse und Zwischenring. Wenns mal extrem vergrößert werden muss und das Tier nicht allzu flink ist, Retroadapter und Standardobjektiv in Retrostellung :)