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Samstag, 24. März 2018, 20:44

Sialidae-Larve: evtl. Sialis fuliginosa ?

Hallöle,

heute fand ich an einem mittelgroßen Waldbach unter einem Stein unter einem Holzstückchen sitzend meine allererste Sialidae-Larve. Die sind wirklich riesig! *staun*. Selbstverständlich würde ich mich auch mit Sialis lutaria zufrieden geben, habe aber dennoch die Vermutung, daß es eher Sialis fuliginosa sein könnte. Leider habe ich keinen Schlüssel bzw. komme nicht an das Pdf, aber aus ein paar zusammengestückelten Informationen fehlt für Sialis lutaria der mittlere helle Fleck auf den Abdominalsegmenten und die Form der Naht am Hinterkopf sieht für meine Augen anders aus als auf diesem Foto (letztes Foto unten auf der Seite). Nämlich eher so wie hier. Außerdem war das so ein schöner, sauberer Bach - da könnte das doch wirklich mal was anderes sein :D.

Funddatum: 24.03.2018
Fundort: Deutschland, Baden-Württemberg, am Rötenbächle südl. von Freudenstadt zwischen Schömberg und dem Stausee Kleine Kinzig, ca. 575 m ü. NN, MTB 7616/1

Alles Liebe, Kathrin
»Kathrin« hat folgende Bilder angehängt:
  • Sialis_sp_L_20180324_08.jpg
  • Sialis_sp_L_20180324_07.jpg
  • Rötenbächle_20180324_01.jpg

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2

Donnerstag, 29. März 2018, 17:47

Mit Bauchschmerzen: Sialis fuliginosa ;-)

Liebe Kathrin,

hmmm, es scheint sich wohl keiner auf Deinen Beitrag melden zu wollen :wacko:. Na, dann opfer ich mich halt, nicht dass Du Ostern frustriert zu Hause herumsitzt :D . Bei den Megaloptera hin ich literaturmäßig leider nicht allzu üppig ausgestattet. Ich muss bei den Larven auf den Schlüssel von Elliot (1996) "British freshwater Megaloptera and Neuroptera" zurückgreifen. Dieser Schlüssel ist nicht so ganz nach meinem Geschmack, weil er Bestimmungsmerkmale aufführt, die zu einem nicht unerheblichen Grad von der persönlichen und damit subjektiven Einschätzung des Bestimmers abhängen.

So werden als Unterscheidungsmerkmale der Sialis-Arten die Ausgestaltung der Postoccipitalnaht am Kopf und der Abstand ihrer Enden von der Epicranalnaht herangezogen. Für Sialis wird angegeben, dass die Postoccipitalnaht deutlich gebogen ist und in ihrer der Mitte kurz vor der Epicranalart endet, wohingegen bei Sialis fuliginosa erstere nicht gekrümmt ist und auf die Epicranalart direkt bzw. in Form einer Rinne trifft. Wenn ich mir nun Dein Foto ansehe, frage ich mich, ist die P-Naht nun nach meinem Dafürhalten gekrümmt oder nicht und trifft sie auf die E-Naht oder nicht? Wie gesagt, dürfte die Entscheidung hier von der subjektiven Beurteilung des Bestimmers abhängen. Die weiteren Unterscheidungsmerkmale beziehen sich auf Färbungsunterschiede am Kopf und auf die hellen Flecke auf den Tergiten der Abdominalsegmente.

Aus meiner Sicht ist die Postoccipitalnaht leicht gekrümmt und endet vor der Epicranalart, wenn man mal von einer gaaanz feinen Linie in der Mitte des Schnittpunkts beider absieht und einen zentralen Fleck in der Mitte der Tergite sehe ich auch, den ich allerdings nicht als "large" bezeichnen würde. Damit würde ich eigentlich bei Sialis lutaria rauskommen, halte das Tier aber trotzdem wegen des Habitats für Sialis fuliginosa, obwohl auch da eine Trennung nicht eindeutig ist: Sialis lutaria: Meta-, Hyporhithral, Epipotamal, aber auch gelegentlich im Epirhithral vorkommend, Sialis fuliginosa: Epi-, Meta-, Hyporhithral, Epipotamal, aber auch gelegentlich im Hypokrenal vorkommend.

Da bleibe ich doch lieber bei den Köcherfliegen!

Liebe Grüße und ein schönes Osterfest
Jürgen

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3

Freitag, 30. März 2018, 08:51

Hallo zusammen,

Aus eigener Anschauung kenne ich leider nur die Larven von lutaria ... ob es die anderen bei uns überhaupt noch gibt ...? Die Larve von Kathrin stimmt aber völlig überein mit alle Larven die ich aus NL kenne und auf waarneming würde ich die ohne wenn und aber in den Kasten lutaria schieben (lassen). Auf wrn ist im Moment eine "fuliginosa"-Larve aufgeführt die wohl nochmal korrigiert werden muss.

Das mit de krümmung und durchgehen der Postoccipital-Nähte hallte ich wie Jürgen für schwierig einschätzbar, besonders an Fotos. Was aber in der Kopfzeichnung weiterhin helfen könnte is der etwas hellere Fleck etwas medial direkt hinter den Augen (der kann nur da sein wenn es den dadrum herum liegenden "dunklen Band" hinter den Augen auch gibt (kontrast) und das die beide längiche Flecke am Hinterkopf direkt neben der Epicranalnaht so ziemlich ununterbrochen weiterlaufen vorbei dem Punkt wo die Postoccipitalnähte drauf treffen ...

Meine 2 Ct.
Arp

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Arp« (30. März 2018, 09:32)


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Freitag, 30. März 2018, 21:30

Lieber Jürgen und lieber Arp,

danke, daß Ihr Euch meinem Erstfund einer Sialidae angenommen habt. Ich hatte schon gemerkt, daß niemand so recht auf das Thema antworten wollte :D.
Wenn ich nun versuche, aus Euren Beiträgen ein Ergebnis zu extrahieren, dann läuft es wohl darauf hinaus, daß die morphologisch sichtbaren Merkmale nach Eurer beider Interpretation auf Sialis lutaria schließen lassen und für Sialis fuliginosa eigentlich "nur" das Habitat spricht - dies allerdings nicht für eine eindeutige Trennung ausreicht. Selbst wenn ich sie mitgenommen hätte, wäre das Ergebnis wahrscheinlich nicht eindeutiger gewesen. Ich werde sie daher wohl als Sialis lutaria ablegen und freue mich trotzdem über diese meine erste Begegnung :).

Vielen lieben Dank an Euch beide und ein schönes Osterfest :).

Alles Liebe, Kathrin