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1

Montag, 3. Dezember 2018, 12:53

Bembidion varicolor? --> Anchomenus dorsalis

Hallo,
am 12. Mai habe ich auf dem Wiener Leopoldsberg diesen Käfer gesehen. Ich habe ihn auf 7mm geschätzt, allerdings überschätzt, wenn es sich, wie ich zunächst vermutet habe, um Bembidion varicolor handeln sollte. Freilich, bei dieser Art soll die Flügelnaht im vorderen Bereich angeblich nicht dunkel sein. Ist es doch eine andere Art?
Beste Grüße,
Konrad
»zobel« hat folgende Bilder angehängt:
  • Carabidae Bembidion varicolor 7mm L-Berg180512 (1).jpg
  • Carabidae Bembidion varicolor 7mm L-Berg180512 (2).jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »zobel« (3. Dezember 2018, 19:07)


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3

Montag, 3. Dezember 2018, 15:57

Hallo allerseits,

Anchomenus dorsalis

ooooch... Da kenne ich mal einen Laufkäfer, und ich komme ein paar Minuten zu spät, weil ich ein paar eigene Fotos der Art raussuche... :rolleyes:

Ich wollte auch noch schreiben, daß für Bembidion varicolor so einiges nicht passen würde, am auffälligsten dessen dunklere Beine (aber auch Kopfbreite, Halsschildform, eher schwarze als grüne Färbung usw.).
»Jürgen Peters« hat folgende Bilder angehängt:
  • Anchomenus dorsalis.01.jpg
  • Anchomenus dorsalis.02.jpg


Viele Grüße, Jürgen
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4

Montag, 3. Dezember 2018, 16:24

So sorry, Jürgen...
und am wenigsten passt die Tatsache, dass die Bembidiini als typisches Merkmal ein stiftförmig verkleinertes Kiefertaster-Endglied haben.
Außerdem ist Bembidion varicolor eine Art der alpinen und dealpinen Flussschotter, Anchomenus dorsalis dagegen eine Art sonnig trockenen Kulturlands.
Gruß Thomas

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5

Montag, 3. Dezember 2018, 16:32

Hallo Thomas,

und am wenigsten passt die Tatsache, dass die Bembidiini als typisches Merkmal ein stiftförmig verkleinertes Kiefertaster-Endglied haben.

so weit reichen meine Kenntnisse ohne weitere Recherche da nicht. Bei Gruppen, mit denen ich mich nicht intensiver beschäftigt habe, sehe ich meist auch nur das Offensichtliche.

Zitat

Anchomenus dorsalis dagegen eine Art sonnig trockenen Kulturlands.

Hier besonders im zeitigen Frühling am Waldrand unter Steinen eine Massenart, oft in großen ameisenartigen Ansammlungen. Bloß sind die Viecher immer so quirlig und schnell weg, daß mir bisher nur wenige annehmbare Fotos gelungen sind.


Viele Grüße, Jürgen
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6

Montag, 3. Dezember 2018, 16:46

Hier besonders im zeitigen Frühling am Waldrand unter Steinen eine Massenart, oft in großen ameisenartigen Ansammlungen. Bloß sind die Viecher immer so quirlig und schnell weg, daß mir bisher nur wenige annehmbare Fotos gelungen sind.

Das liegt daran, dass die Art in Feldsäumen und an Waldrändern unter Steinen und dürren Pflanzenresten überwintert, und zwar sehr gesellig. Oft zusammen mit Bombardierkäfern der Gattung Brachinus, mit denen sie den Lebensraum teilen. Darum ist es ganz besonders wichtig, Säume über den Winter stehen zu lassen. Es ist hierzulande eine üble Unsitte, die Raine und Säume im Spätherbst zu mähen und abzuräumen oder gleich bis direkt an den Weg zu pflügen. Man nimmt den meist nützlichen Laufkäfern und auch vielen anderen Insekten und Spinnen die Möglichkeit, den Winter zu überstehen.

Die meisten Anchomenus auf einmal hab ich aber bisher an einem für die Art sehr ungewöhnlichen Ort gefunden: im Spülsaum der Ostsee auf Usedom. Sie wurden dort im Sommer zu tausenden angeschwemmt, warum weiß ich nicht..

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7

Montag, 3. Dezember 2018, 19:06

Hallo Thomas und Jürgen,
herzlichen Dank für Eure so informativen Antworten.
Beste Grüße,
Konrad