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Samstag, 3. August 2019, 12:25

Muß es immer der Natternkopf sein ?

Hier ein interessanter Artikel des Bieneninstituts Celle u.a. zum Thema:

Bienengiftigkeit von Pflanzeninhaltsstoffen.

https://www.bienenundnatur.de/wp-content…enen-Weiden.pdf

Bei vielen Saatgutmischungen, die "Bienenweiden" von Umweltorganisationen sein sollen, bin ich auch immer wieder über die Häufigkeit des
blauen Natternkopfes gestossen und habe mich gewundert. An Bahndämmen ist er auch sehr häufig.

Auf meinen Weiden blühten und blühen zur Zeit: Wiesenflockenblume, blaue Glockenblumen, Schafgarbe, Johanniskraut, Hornschoten- u. Weissklee, viele Gräser und einige wenige Jakobskreuzkrautpflanzen, die ich stehen gelassen habe, weil es viele Tyria Raupen darauf gab.
"Monokulturen" von Natternköpfen gibt es bei mir nicht.

Alle genannten Arten gibt es auch käuflich zu erwerben, wenn eine Blühwiese angelegt werden soll,:
zB. Wildackermischungen und Saatgut Firma Jehle; www.samenhaus-jehle.de - mit sehr guter Keimkraft und zu relativ günstigen Preisen.

Grüsse,
Jens

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2

Samstag, 3. August 2019, 12:33

Wieviel kostet z.B. 100 g Saatgut der Wiesen-Flockenblume (C.jacea s.l.) ?

  • »Jürgen Peters« ist männlich

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3

Samstag, 3. August 2019, 20:39

Hallo Jens,

Bei vielen Saatgutmischungen, die "Bienenweiden" von Umweltorganisationen sein sollen, bin ich auch immer wieder über die Häufigkeit des
blauen Natternkopfes gestossen und habe mich gewundert. An Bahndämmen ist er auch sehr häufig.

wo soll der häufig sein? Du gibst leider keinerlei Informationen, von welcher Region in Deutschland du redest. Ich habe hier in der Gegend (Borgholzhausen im Teutoburger Wald, Nähe Bielefeld) noch niemals Natternkopf gesehen. Ich habe in über 20 Jahren Naturbeobachtung überhaupt erst ein einziges Mal diese Pflanze zu Gesicht bekommen: vor mehr als 15 Jahren in einem ehemaligen Kalksteinbruch (jetzt NSG) 80 km von hier im Weserbergland.

Kann ja sein, daß der Natternkopf anderswo häufig ist, aber offenbar läßt sich das kaum verallgemeinern. Hier jedenfalls ist er offenbar eine große Rarität.


Viele Grüße, Jürgen
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=
Borgholzhausen, Deutschland
Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=





  • »Frank Sudendey« ist männlich

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4

Samstag, 3. August 2019, 21:21

Moin zusammen,

der Natternkopf ist eine meiner Lieblingsblumen und hier in Ostfriesland alles andere als häufig. Eigentlich ist mir sogar nur ein einziges Vorkommen auf einer Brachfläche bei Emden bekannt, wo ich im Juni dieses Bild gemacht habe:



Aber die auch hier inzwischen sehr häufigen Blühstreifen sind schon ein interessantes Thema, zumal sie zumindest in Ostfriesland vor allem aus Pflanzen bestehen, die nicht aus Mitteleuropa stammen dürften. Vor allem die eigentlich in Nordamerika heimische Rainfarn-Phazelie wird hier angepflanzt. Und selbst der ebenfalls vielfach eingesäte Borretsch ist doch ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet gewesen. Natternkopf aber habe ich hier in den Blühstreifen noch nie entdecken können, aber vielleicht gibt es da auch regionale Unterschiede.

Ich habe den Eindruck, dass man vor allem den Blütenbesuchern wie der Honigbiene und anderen Hautflüglern helfen möchte, aber jene Tiere, die sich anderweitig von Pflanzen ernähren, ob als Larve oder fertiges Insekt, nicht so richtig auf dem Schirm hat. Kurioserweise werden gleichzeitig heimische Pflanzen an den Rändern der Straßen und Wege nach wie vor weggemäht. Da frage ich mich schon, warum man Geld für etwas ausgibt, das man doch eigentlich umsonst haben könnte.

Beste Grüße von Frank

5

Sonntag, 4. August 2019, 09:34

Eigentlich ist mir sogar nur ein einziges Vorkommen auf einer Brachfläche bei Emden bekannt, wo ich im Juni dieses Bild gemacht habe:



Hallo Frank,

dann schau doch mal hier:

Bahndammgelände Krusenbusch

Bahndammgelände Krusenbusch
Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.


Robert Walser (1878-1956

  • »Frank Sudendey« ist männlich

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6

Sonntag, 4. August 2019, 12:19

Moin Frank,

schönes Artenspektrum, aber ich verstehe den Link nicht so recht ;) Ich meine, was soll er mir sagen?

Beste Grüße von Frank

7

Sonntag, 4. August 2019, 12:29

Die Grundaussage verstehe ich so, dass man auf Pflanzen verzichten soll, die es den Imkern schwer macht, ihren Honig zu vermarkten und im Gegenzug bei heimischen Insekten beliebte und teils sehr wichtige Pflanzenarten wegzulassen.
Die Bezeichnung Bienengiftigkeit ist dabei ziemlich irreführend.

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8

Sonntag, 4. August 2019, 12:31

Eigentlich ist der Natternkopf ein gutes Beispiel für eine indigene Pionierpflanze mit ungleicher Verteilung und typischen Häufigkeitsschwankungen.
Natürlicherweise auf meso- eutrophen Sandflächen und leich thermophil wachsend, ist er in vielen klimatisch geeigneten Gegenden auf anthropogen geschaffenen Sekundärstandorten temporär expansiv, verschwindet im Verlauf der Sukzession aber wieder.
Kühl-feuchtere Regionalklimate bieten dagegen offensichtlich wenig Ansiedlungsmöglichkeiten.

9

Samstag, 31. August 2019, 16:47

Bahndammvegetation

Hallo Jürgen,


Freut mich, dass der Post
soviel Interesse gefunden hat.



Noch als Ergänzung.
Gesehen habe ich die Pflanzen zu hunderten
an Bahnanlagen entlang der Bahnlinie
Hannover -Paderborn -Düsseldorf.
Ausserdem auf NABU Flächen
in ganz Niedersachsen hier u. dort.

Wenn es deine Lieblingspflanze ist,
einfach mehr Bahnfahren,
statt SUV.

Meine Lieblingspflanze ist die Schlüsselblume, die ich
dieses Jahr zum ersten Mal
aus Samen angezogen habe.
Eine Auswilderung steht noch aus. Ich hoffe damit
wieder mehr Hamaeris Falter sehen zu können.
Gruss,
Jens im Erntestresd,

Jens