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1

Samstag, 13. Juni 2020, 00:22

Muscheln und Schnecken? --> Theodoxus fluviatilis

Hallo,
knapp unter dem Wasserspiegel der Donau nördlich von Wien habe ich heute diese sehr kleinen Muscheln und/oder Schnecken gesehen (jedenfalls unter 10mm, manche vielleicht nur 5mm). Die schönen Musterungen faszinieren mich, daher hätte ich gerne Näheres dazu erfahren.
Beste Grüße,
Konrad
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  • Muscheln-Schnecken Kuchelau200612 (2).jpg
  • Muscheln-Schnecken Kuchelau200612 (3).jpg
  • Muscheln-Schnecken Kuchelau200612 (1).jpg

2

Samstag, 13. Juni 2020, 00:39

Hallo Konrad,

das müsste die gemeine Kahnschnecke sein. Lateinische Namen (wie hier im Forum üblich)
muss ich noch lernen oder googeln.
EDIT: Einige der Schnecken haben weiße Klümpchen auf den Gehäusen, das sind die Eier von Artgenossen.Hab ich noch nie gesehen, klasse Bilder.

Viele Grüße
Jutta

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3

Samstag, 13. Juni 2020, 00:46

Hallo Jutta,
herzlichen Dank. Der lateinische Name ist dann Theodoxus fluviatilis. Habe darüber nachgelesen. Faszinierend, wie weit diese Tierchen zurückgehen... Da kommt man sich endlich wieder jung vor!
Beste Grüße,
Konrad

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4

Samstag, 13. Juni 2020, 07:59

Herzlichen Glückwunsch Konrad zu Deinem schönen Fund. Die würde ich auch gerne einmal sehen. Kenne nur die leeren Gehäuse. Theodoxus fluviatilis ist natürlich richtig. Die Donau beherbergt auch die 2 anderen Theodoxus-Arten, die in Deutschland vorkommen. Im Unterwasser des Kachlet-Staus gibt es Th. transversalis und bei Bad Abbach Th. danubialis (Stand 2017). Die beiden Arten sind auch sehr schön, besonders letztere. Alle Arten sind stark rückläufig, da sie auf saubere Fließgewässer angewiesen sind.
Liebe Grüße

Kirsten

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5

Samstag, 13. Juni 2020, 08:01

Wundere mich schon, dass ich den Beitrag übersehen habe. Lieber Jürgen, schick die Schnecken doch bitte in die richtige Abteilung.
Liebe Grüße

Kirsten

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6

Samstag, 13. Juni 2020, 10:47

Hallo Kirsten, vielen Dank fuer die interessante Ergaenzung. In Wien musst Du zu dem sandigen Feld vor dem Yachthafen Kuchelau beim Kahlenbergerdorf. Da gehen Stufen zum Donauarm hinunter und dort sind grosse Steine gerade unter der Wasseroberflaeche. Darauf wimmelt es nur so von Getier, auch diversen Muscheln.
Beste Grusse,
Konrad

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7

Samstag, 13. Juni 2020, 19:50

Moin Konrad,

ich wohne leider etwas weit von Wien entfernt rotwerd
Liebe Grüße

Kirsten

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8

Samstag, 13. Juni 2020, 23:53

Urlaub in Österreich statt in der Karibik! :)
Beste Grüße,
Konrad

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9

Sonntag, 14. Juni 2020, 10:02

Hallo Konrad,

ein äußerst bemerkenswerter Fund!

Wenn ich mir die Fotos genau ansehe, kann ich nicht ausschließen, dass einige Exemplare zu Theodoxus danubialis, der Donau-Kahnschnecke zuzuordnen sind. Das wäre aber insofern hochinteressant, weil diese Art in der Donau als verschollen gilt, aber 2011 in Oberösterreich wiedergefunden wurde (https://www.zobodat.at/pdf/BNO_0021_0387-0403.pdf)

Typisch für diese Art ist das Zickzackmuster auf der Schale.

Ich glaube ich muss da mal demnächst hinradeln, zum Kuchelauer Hafen wollte ich eh schon länger. Ich hoffe, ich finde die Stelle.
Lg Peter
-@/

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10

Sonntag, 14. Juni 2020, 12:14

Hallo Peter,
wenn Du zu dem Thread "Rückkehr zum Xya variegata-Fundort" gehst, darin befindet sich ein Foto von Günther Wöss, das das sandige Feld (ein prospektiver Baugrund) direkt vor dem Yachthafen-Restaurant (heißt jetzt "Flamingo") zeigt. Auf dem Foto sieht man einen blau-rot-weißen Pfosten am Rand des Feldes, genau dort ist der Stiegenabgang zum Wasser, wo dann die großen Steine mit vielen Schnecken und Muscheln knapp unter der Wasseroberfläche liegen. Von Wien kommend, nimmst Du einfach den Radweg, der beim Kuchelauer Hafen endet, oder mit dem Auto die Bahnunterführung beim Kahlenbergerdorf. Bin neugierig, ob Du bezüglich Th. danubius fündig wirst.
Beste Grüße,
Konrad

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11

Sonntag, 14. Juni 2020, 18:04

Konrad, ich glaube du hast an der Stelle echt eine Goldgrube gefunden.
Habe den Mollusken-Kurator am NHM auf die Diskussion aufmerksam gemacht und er hält die mit dem Zackenmuster auch für T. danubialis. Er will sie sich mal vor Ort anschauen und ich denke dass ich wohl auch nochmal da hinmuss ;-)

Glückwunsch zu diesen Funden! Bin gespannt ob du dort noch mehr findest.

Übrigens lohnt sich auch aus anderen Gründen ein Blick ins Wasser: Dort ist die einzige Stelle in Wien, an der ich Würfelnattern finden konnte.
Liebe Grüße, Carnifex

---

Soweit nicht anders angegeben, stammt die Beobachtung aus der Wiener Innenstadt, max. 1 Woche vor dem Beitrag.Alle meine Beobachtungen sollte man auch auf >>iNaturalist finden - Korrekturen und Anmerkungen sind sehr willkommen

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12

Sonntag, 14. Juni 2020, 22:38

Kommando zurück, die Donau-Kahnschnecke darf weiterhin als verschollen im österreichischen Hauptstrom gelten...
Liebe Grüße, Carnifex

---

Soweit nicht anders angegeben, stammt die Beobachtung aus der Wiener Innenstadt, max. 1 Woche vor dem Beitrag.Alle meine Beobachtungen sollte man auch auf >>iNaturalist finden - Korrekturen und Anmerkungen sind sehr willkommen

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13

Montag, 15. Juni 2020, 00:01

Na gut, Carnifex,
dann werd ich eben nach Deiner Würfelnatter Ausschau halten. Wär eine Abwechslung von den öfters gesichteten Ringel- und Aeskulapnattern und den selteneren Glatt/Schlingnattern in dieser Gegend.
Beste Grüße,
Konrad

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Montag, 15. Juni 2020, 08:32

Moin zusammen,

das ist ja wirklich spannend und ich hoffe hier wird weiter berichtet. Eine Art oder gleich zwei? Schade, dass ich nicht mal eben vorbei kommen kann.

Meine oben gemachten Angaben stammen aus dem Buch "Süßwassermollusken" von Peter Glöer, erschienen 2017, also recht neu. Das kann ich übrigens sehr empfehlen.
Liebe Grüße

Kirsten

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15

Dienstag, 16. Juni 2020, 00:18

Hallo,
bin heute nochmals zum angegebenen Fundort gegangen, um vielleicht doch Theodoxus danubialis aufzuspüren. Auf den Fotos 1-3 natürlich Fehlanzeige, aber auf den Fotos 4 und 5 fehlen zumindest die "Tropfen"-Muster und ich bin neugierig, ob da doch ein Theodoxus danubialis dabei ist.
Beste Grüße,
Konrad
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  • Theodoxus sp. Kuchelau200615 (5).jpg
  • Theodoxus sp. Kuchelau200615 (4).jpg
  • Theodoxus sp. Kuchelau200615 (3).jpg
  • Theodoxus sp. Kuchelau200615 (1).jpg
  • Theodoxus sp. Kuchelau200615 (2).jpg

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16

Dienstag, 16. Juni 2020, 22:14

Moin zusammen,

sehr schön Konrad. Ich habe nun auch ein wenig über den "Gezackten" gesessen und gegrübelt. Ist es nicht möglich, dass die Gehäusezeichnungen alle noch im Variabilitätsspektrum von Theodoxus fluviatilis liegen?
Liebe Grüße

Kirsten

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17

Dienstag, 16. Juni 2020, 23:54

Hallo Kirsten,
diese Vermutung hab ich auch - aber die Hoffnung stirbt zuletzt...
Herzlich,
Konrad

18

Mittwoch, 17. Juni 2020, 00:15

Jetzt komme ich mir vor, wie so ein fieser Totengräber...

Das wellen- oder maschenförmige Muster ist wohl noch im üblichen Spektrum der Gemeinen Kahnschnecke. Auseinanderhalten kann man die Arten anscheinend nur durch die Inspektion des Deckels. Bei Aquarianern ist die Haltung der Art auch wegen der vielfältigen Zeichnung beliebt (natürlich nicht aus Wildfängen, es gibt legale Nachzuchten).
Das schließt natürlich nicht aus, dass an der gleichen Stelle auch die ersehnte T. danubialis vorkommt.

Viele Grüße
Jutta

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19

Mittwoch, 17. Juni 2020, 00:19

Jutta,
nicht nur bist Du kein Totengräber, vielmehr hast Du mich, was die gesamte Thematik betrifft, erst zum Leben erweckt!
Beste Grüße,
Konrad

Kirsten

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20

Mittwoch, 17. Juni 2020, 00:35

diese Vermutung hab ich auch - aber die Hoffnung stirbt zuletzt...
Nicht aufgeben Konrad!

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21

Sonntag, 28. Juni 2020, 18:42

Hallo zusammen,

ich war heute am Standort. Dank Konrads Beschreibung war er leicht zu finden. Die Theodoxus dort sind wirklich sehr variabel, es kommen auf kleinstem Raum völlig verschiedene Farb- und Mustervariationen vor. Ich habe mir bei einer Schnecke das Operculum näher angesehen, und es war eindeutig T. fluviatilis. Aber ich fürchte, es war ein Exemplar mit dem Tropfenmuster, aber mehr wollte ich nicht vom Felsen lösen. (Ich hab es nachher wieder an die selbe Stelle zurückgelegt, ich hoffe, es fand wieder seinen Platz.)

Einige der Exemplare haben tatsächlich keine Tropfen, aber die Zacken zeigen an den Stellen, wo die Tropfen sind, größere Ausbuchtungen.
Aber dennoch sollte man wirklich T. danubialis nicht ausschließen, aber das muss sich wirklich die Uni oder das NHM ansehen. Man sollte auf keinen Fall willkürlich die Tiere im Lebensraum stören.



Liebe Grüße, Peter
-@/

22

Sonntag, 28. Juni 2020, 19:13

Vielen Dank für die Fotos, Peter!

faszinierend wie sich die einzelnen Exemplare durch ihre Musterung unterscheiden. Ich bin mir sicher, dass ich einigen besonders gemusterten Schnecken Namen geben und sie im Jahreslauf beobachten würde, wäre ich nicht bissle weit entfernt. Mit Feuersalamandern geht das gut, warum nicht mit Mollusken? Diese schönen Exemplare wären es wert. ^^

Viele Grüße
Jutta

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23

Montag, 29. Juni 2020, 07:26

Klasse Peter!
Wenn ich wieder einmal nach Wien komme, werde ich mit Sicherheit die Stelle aufsuchen. Die würde ich ja zu gerne einmal sehen.
Liebe Grüße

Kirsten