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  • »Carnifex« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 9. August 2020, 10:22

Wespe erbeutet Raubfliege!

Hey,
ich glaube so einen Beitrag hab ich bisher noch nicht geschrieben: Eine 'Bestimmungsanfrage' ohne Fotos.
Aber da diese Beobachtung für mich so ungewöhnlich war, interessiert es mich sehr, welche Informationen es dazu gibt.

Daher will ich direkt mit der entscheidenden Frage anfangen: Welche Hymenopteren (Aculeata) erbeuten Raubfliegen, die größer sind als sie selbst?

So trug sich der Fall zu: In meinem Garten in Wien sind Raubfliegen eher selten anzutreffen. Heute saß jedoch ein schönes Exemplar an der Fensterscheibe - ich konnte sie von drinnen ziemlich nah beobachten und bin recht sicher, dass es Neomochtherus war. Ca. eine halbe Stunde später sah ich ein großes Etwas durch die Luft fliegen und auf einer Pflanze landen. Obwohl ich das Tier direkt vor der Nase hatte, stellte sich bei mir nicht unmittelbar eine Erkenntnis ein. Es erinnerte an Raubfliege, aber irgendwas passte nicht. Erst als das 'Gebilde' wieder aufflog, ist mir bewusst geworden, dass es sich um 2 Tiere handelte! Die Kamera wäre in Griffweite gelegen, aber ich war zu verwirrt um daran zu denken. Alles was ich erkennen konnte war, dass es eine recht kleine, kompakte Wespe mit gelb-schwarzer Zeichung war - ich würde sie, müssste ich mich entscheiden, wohl bei den Crabroniden einordnen. Sie war jedenfalls kleiner und nicht so langgestreckt wie ein Philanthus (die bei mir im Innenhof nisten), und wurde von ihrem Opfer ein gutes Stück überragt. Ob es wirklich die gleiche Raubfliege wie zuvor war, kann ich nicht beurteilen. Leider konnte ich nicht herausfinden wo sie hingeflogen ist, weit wird sie wohl nicht geflogen sein.

Eine oberflächliche Internetrecherche ergab, dass es durchaus Bembicini (Bembix und andere Gattungen) gibt, die Tabaniden, Asiliden und andere größere Dipteren jagen. Eine Bildersuche zeigt jedoch an, dass die Beute generell kleiner oder zumindest leichter ist als bei meiner Beobachtung. Auch halte ich Bembix für zu großum als Kandidat in die engere Wahl zu kommen. Aber da all diese Eindrücke nur ca. 1 Sekunde lang gedauert haben möchte ich nichts prinzipiell ausschließen. Mich würde interessieren, ob neben Bembix überhaupt andere Arten in Frage kommen, die (in Mitteleuropa) ein solches Beutespektrum aufweisen.

Diese Begegnung steht jedenfalls ganz oben auf der diesjährigen 'verpasstes-Foto'-Frustrationsskala...

Der Beitrag hätte sicherlich auch unter 'Interessante Funde' gepasst, aber ich hoffe natürlich, hier eher Rückmeldung von versierten Hymenopterologen zu erhalten. :)
Bin gespannt...
Liebe Grüße, Carnifex

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Soweit nicht anders angegeben, stammt die Beobachtung aus der Wiener Innenstadt, max. 1 Woche vor dem Beitrag.Alle meine Beobachtungen sollte man auch auf >>iNaturalist finden - Korrekturen und Anmerkungen sind sehr willkommen

  • »Jürgen Peters« ist männlich

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2

Sonntag, 9. August 2020, 12:56

Zitat

Mich würde interessieren, ob neben Bembix überhaupt andere Arten in Frage kommen, die (in Mitteleuropa) ein solches Beutespektrum aufweisen.

Soziale Faltenwespen? Die habe ich schon öfter Beute machen sehen, welche größer war als sie selbst. Z.B. eine relativ kleine Vespula germanica-Arbeiterin eine deutlich größere Honigbiene. War ein langer Kampf, aber als die Flügel abgebissen waren, war er entschieden. Schließlich wurde die Biene auch noch geköpft und die nahrhaftesten Teile zum Päckchen geschnürt und abtransportiert.


Viele Grüße, Jürgen
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Borgholzhausen, Deutschland
Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
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3

Montag, 31. August 2020, 01:04

Vor einer Woche habe ich auf der Beobachtungsplattform iNaturalist gesehen, wie jemand einen Hautflügler gepostet hat (fälschlicherweise als Schwebfliege bestimmt), bei dessen Aussehen ich sofort an meine Beobachtung denken musste. Nach ein paar Tagen des Wartens wurde dann diese 'Wespe' von einem anderen Benutzer als Oxybelus bestimmt. Daraufhin habe ich mir die Lebensweise dieser Gattung angeschaut, und tatsächlich handelt es sich um fliegenfangende Grabwespen. Die wohl häufigste Art, Oxybelus argentatus, ist dabei auf Luchsfliegen (Therevidae) spezialisiert.

Da ich mir sehr gut vorstellen kann, dass von mir in den Sekundenbruchteilen der Beobachtung die Beute fälschlicherweise als Raubfliege erkannt wurde, und eigentlich eine Luchsfliege war, und ich zudem im Garten auch schon eine Larve sowie mehrere Adulttiere finden konnte, habe ich ein ziemlich gutes Gefühl, dass das die Lösung sein könnte :-)

Gänzlich klären wird es sich wohl nicht, aber jetzt gibt es zumindest eine für mich zufriedenstellende Antwortmöglichkeit
Liebe Grüße, Carnifex

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4

Montag, 31. August 2020, 01:20

Hallo Lorin,

hmm, dann muß die Stilettfliege aber wirklich erheblich größer gewesen sein als die Wespe. Ich kenne die Gattung Oxybelus als ziemlich kleine Crabronidae, deutlich unter 10 mm.


Viele Grüße, Jürgen
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5

Montag, 31. August 2020, 01:50

Ja, das war ja auch der Grund warum ich die Wespe zuerst gar nicht bemerkt habe. Der Größenunterschied war recht beachtlich
Liebe Grüße, Carnifex

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