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  • »Thomas St.« ist männlich
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1

Sonntag, 10. September 2023, 17:54

Schwebfliege? --> Große Torf-Schwebfliege (Sericomyia silentis)

Fundort: Bayern, Oberfranken, LK Kronach, Wallenfels, Zyern
Habitat: Naturbelassene Waldwiese
Höhe: 400 m
Fundtag: 09.09.2023


VG Thomas
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2

Sonntag, 10. September 2023, 19:47

Hallo,
das ist Sericomyia silentis. Interessanter Fundort.
LG, Achim

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3

Sonntag, 10. September 2023, 23:35

Hallo Achim,

als erstes sage ich vielen Dank für die Bestimmung.
Dann würde ich doch gerne mal nachfragen zu Deiner Aussage, interessanter Fundort, wieso?

VG Thomas

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4

Montag, 18. September 2023, 10:39

Hallo,
es gibt bisher Fundmeldungen aus dem Thüringer Schiefergebirge und weiter südlich erst wieder im Fichtelgebirge, ein Fund zwischen Wallenfels und Zeyern liegt gerade in der Lücke. Sericomyia silentis hat schon recht spezielle Anforderungen an den Lebensraum, fehlt also auf einem Großteil der Fläche, bei den verwandten S. lappona und den beiden einheimischen Arctophilas ist das noch viel ausgeprägter, da ist schon interessant, inwieweit noch Wanderbewegungen zwischen den Verbreitungsgebieten möglich sind. Gerade bei Moorgebieten ist ja nur noch ein winziger Anteil der ehemaligen Fläche erhalten, entsprechend groß sind die Lücken.
LG, Achim

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5

Montag, 18. September 2023, 11:50

Hallo Achim,

ich sage besten Dank für die interessanten Informationen.
Meines Wissens gibt es in dem Fundbereich gar kein Moor,
dort wo ich das
Exemplar hatte, war es eher sehr trocken und warm? Da ich auch gelegentlich im
Fichtelgebirge und auf Thüringer Seite unterwegs bin,
kann ich nur sagen, dort habe
ich sie bisher noch nicht gesehen, das heißt aber nichts.
Kannst Du vielleicht noch was zu der Flugzeit sagen?

VG Thomas

  • »Achim Linder« ist männlich

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6

Montag, 18. September 2023, 20:36

Hallo Thomas,
zur Flugzeit: silentis ist bivoltin, mein letzter Fund im letzten Jahr war am 30. Oktober, der erste in diesem Jahr am 20. Mai.
Ich habe einzelne Exemplare auch schon rund 20km vom nächsten Sphagnum-Vorkommen gefunden, am letzten Samstag auch eines in einem Trockenrasen-Kontext, aber wenn mehrere Exemplare unterwegs waren, war das nächste Torfmoos nicht weit (die rund 60 Vorkommen, über die ich aus erster Hand etwas sagen kann, liegen bis auf eines allerdings alle in Baden-Württemberg und in einem Mittelgebirgskontext). Im Norden des LK Kronach und auf Thüringer Seite gibt es Torfmoos-Vorkommen, die Entfernung liegt also noch im Rahmen. Einige Wander-Arten (überwiegend mit blattlausfressenden Larven wie die Scaevas, aber z.B. auch Volucella zonaria) können natürlich enorme Entfernungen zurücklegen, allerdings können die praktisch überall leben, wo es Blattläuse bzw. geeignete Hymenopterenstaaten gibt, und sie können am Ursprungsort in großen Mengen auftreten. Sericomyia silentis und Verwandtschaft gelten nicht als Wanderarten, wäre wegen der kleinen Ursprungspopulationen auch schwer nachzuweisen, und die Wahrscheinlichkeit, daß von einer Handvoll Fliegen, die sich ins Blaue aufmachen, eine auf ein geeignetes Habitat stößt, bevor sie irgendwo im Agrarinferno vergiftet wird oder verhungert, dürfte mit der Entfernung sehr schnell abnehmen. Wenn also eine Art wie Sericomyia lappona in einer Region großflächig verschwindet, wie das hier im schwäbisch-fränkischen Wald nach 2018 offenbar der Fall war, dann kann es mit der Wiederbesiedlung dauern, seit 2017 habe ich hier keine mehr gesehen, während z.B. Arctophila superbiens, die sich lokal gehalten hatte, inzwischen wieder alte Refugien besiedelt.
LG, Achim

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7

Montag, 18. September 2023, 20:46

Hallo Achim,

also, Torf- oder andere Moore gibt es hier weit und breit nicht, die Art habe ich zwar nicht häufig, aber mehr oder weniger regelmäßig jedes Jahr gefunden, meist im Spätsommer. Deshalb hatte ich mich immer über die sehr seltenen "Ausreißer" im Frühjahr gewundert. Die unten stammt z.B. aus dem Mai 2018, auf Giersch an einem Waldweg. Frühester Fund war mal an einem 05.05.05.
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Viele Grüße, Jürgen
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Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
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8

Montag, 18. September 2023, 22:27

Hallo Jürgen,
es gibt im LK Gütersloh ein erhaltenes Moor, das nicht so weit entfernt ist, abgesehen davon ist das Verbreitungsmuster von Sericomyia silentis auf der niedersächsischen Seite offenbar flächiger als in den südlichen Mittelgebirgen, evtl. ist sie in den zahlreichen großen Mooren so individuenstark, daß sie auch in größeren Entfernungen noch nachweisbar ist. Hier im schwäbisch-fränkischen Wald gibt es nur das ziemlich kleine Kupfermoor, es gibt allerdings zahlreiche mittelgroße Torfmoosvorkommen, entsprechend verbreitet ist silentis, allerdings individuenschwach, und das Verbreitungsgebiet setzt sich offenbar auch nur in südwestlicher Richtung fort, (wie auch das der Sphagnum-Arten), Kalkgebiete und stark landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden also offenbar Barrieren.
LG, Achim

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9

Dienstag, 19. September 2023, 13:30

Hallo Achim,

besten Dank für die umfangreichen und sehr interessanten Informationen.
Ich habe jetzt noch mal nachgeschaut auf der Karte und konnte im Umkreis von 20 km kein Moor finden. Bei den Torfmoos Vorkommen weis ich nicht. Zu den Blattläusen, die gibt es ja praktisch überall.
Du schreibst „Kalkgebiete und stark landwirtschaftlich genutzte Flächen bilden also offenbar Barrieren.“ Das Gebiet wo ich das Exemplar hatte ist in einem Klackgebiet und dort gibt es auch viele landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Da frage ich mich dann, weil ich mich da überhaupt nicht auskenne, warum begibt sich dann dieses Exemplar „auf die Reise“ wenn ihm dort das bevorzugte Habitat völlig fehlt?
Und eine weitere Frage, die ich mir stelle, war es nur eines vor Ort (was ich gesehen habe) oder doch noch weitere. Wenn Du sagst sie kann bis Oktober fliegen und ich denke auch, dass dazu das Wetter passen sollte,
werde ich wenn es passt noch mal vor Ort nachschauen.
Das ganze Thema finde ich nämlich hoch interessant & spannend.

Beste Grüße

Thomas


Blattläuse? --> bestätigt
https://geoportal.bayern.de/bayernatlas/…cb-5dddcf0838bc

Anbei mal ein paar Fotos vom Fundort und der Umgebung.
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10

Dienstag, 19. September 2023, 20:09

Hallo Thomas,
ich befasse mich seit 2009 mit diesen Fliegen; da ich sie hier im schwäbisch-fränkischen Wald und auch im Schwarzwald an vielen Stellen angetroffen habe, obwohl es hier wie gesagt nur ein kleines Moor gibt (in dessen unmittelbarer Umgebung ich wegen fehlender Nektarpflanzen nie ein Exemplar einer Sericomyia-Art gefunden habe), war ich bis in jüngste Zeit davon überzeugt, daß die Larven recht euryök sind, daß die Art also generell an morastigen, kühlen Stellen mit ausreichend Futter für die Imagines vorkommen sollte. Als ich dann aber angefangen habe, die Täler auf der Alb und das Donautal, die Zuflüsse des Neckar von der Fils aufwärts, den Stromberg und den Bereich östlich der Jagst (weitgehend erfolglos) nach silentis abzuklappern, hat sich ein Muster herausgebildet, das sich beharrlich geweigert hat, meinen Erwartungen zu entsprechen. Ich habe mir dann nachträglich die Verbreitung der Sphagnum-Arten in Baden-Württemberg angesehen, und die Korrelation zur Verbreitung von silentis ist ausgesprochen auffällig. Natürlich muß das kein Kausalzusammenhang sein, es ist ebenso gut möglich, daß die Torfmoose und Sericomyias einfach nur dieselbe Vorliebe für saure Böden und hohe, hinreichend gleichmäßige Niederschläge haben (an der oberen Fils passen zwar die Niederschläge, aber nicht die Böden). Lässt sich halt schwer unterscheiden, weil Moose nun mal Weltbürger sind, für deren Sporen nicht mal der Pazifik eine nennenswerte Barriere darstellt: wenn Unterlage und Regen passen und ihnen keine kompetitivere Pflanze den Platz wegnimmt, dann sind die in der Regel auch vorhanden, während es viele Gefäßpflanzen und Tiere mit geringerer Ausbreitungsneigung seit dem Beginn des Holozän nicht mal über die Alpen geschafft haben. Selbst bei gut untersuchten Ordnungen wie den Lepis gibt es ja noch reichlich Wissenslücken, bei Fliegen kann man in der Regel froh sein, wenn die Larve überhaupt bekannt ist, und wenigstens über die Habitatvorlieben der Imagines in den besiedelten Naturräumen genügend Daten vorliegen.
LG, Achim

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Dienstag, 19. September 2023, 22:04

Hallo Achim,

Danke auch diesmal für die ausführliche Darlegung. Es wird jetzt noch interessanter für mich.
Warum, der Fundort war in einer kleinen Waldlichtung, ziemlich schattig, da hatte ich auch eine Orchideenart die es schattig mag und deshalb noch dort so spät verblüht stand,
was ein Hinweis „sein“ kann. Hast Du eventuell mal Fotos für mich von den „Torfmoosen“ die in Frage kommen würden, damit ich dort mal auf die Suche gehen kann? Wäre echt toll.

Beste Grüße

Thomas

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12

Mittwoch, 20. September 2023, 09:02

Hallo,
Ich hab mal Bilder von typischen Sericomyia-Fundorten angehängt, wichtig sind halbschattige Bereiche, die pralle Sonne wird eher gemieden, gute Bilder von Sphagnum palustre liefert Dir ja jede Suchmaschine. Torfmoose findest Du wohl eher weiter nördlich Richtung Teuschnitz, und dann gibt es noch südlich von Haig, also ein Planquadrat weiter westlich vom Fundort, das leider sehr kleine Haiger Moor; falls da jetzt noch ein bißchen Besenheide blühen sollte, könnte silentis da auftauchen. Der Teufelsabbiss ist in der Region offenbar auch weit verbreitet, der wird aber wohl inzwischen abgeblüht sein, ebenso wie die Knautien. Ende September und Oktober hat man die besten Chancen an blühendem Efeu in Waldnähe, natürlich auch bei anderen interessanten Blütenbesuchern.
LG, Achim
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13

Donnerstag, 21. September 2023, 21:46

Hallo Achim,

ich habe jetzt mal bei der zuständigen Naturschutzbehörde zum Verbreitungsstatus nachgefragt, von dort wurde mir zur Verbreitung folgendes mitgeteilt:


"S.silentis ist viel weiter verbreitet und daher auch als ungefährdet eingestuft. Auch die Lebensraumansprüche sind nicht so eng, dass die Art nur Moore besiedelt.
Das macht ja die Diptera aus, dass oft ein Pfütze reicht für die Entwicklung. ImFall von S. silentis ggf. schon ein schlammiger Waldweg oder ein Graben mit
schönem Torfmoosbestand und Hangwasseraustritt? (Zitat: Die Rattenschwanzlarven von Sericomyia silentis wurden in verschiedenen aquatischen Lebensräumen gefunden, z. B. in alten, feuchten Rinden- und
Holzfragmenten, Sägemehl, humusreichem Schlamm und im Entwässerungsgraben eines Torfmoors.)
Dir muss immer klar sein, dass sich mit der Organismengruppe erst seit wenigen Jahren mehr Leute beschäftigen. Die wenigsten melden dann noch ihre Daten in irgendwelche Portale und füllen Karten."

Beste Grüße

Thomas

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14

Freitag, 22. September 2023, 16:47

Hallo,
schöner Torfmoosbestand in vielen Fällen ja, schlammiger Waldweg allein reicht sicher nicht, sonst wären die Funde gleichmäßiger verteilt. Ist natürlich erst auf den zweiten Blick zu sehen, ob ein weißes Planquadrat bloß für mangelndes Interesse oder für vergebliche Suche steht. Außer natürlich, man ist selbst derjenige, der sich da jeweils mehrfach nach der Art umgesehen hat.
LG, Achim

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Freitag, 22. September 2023, 20:45

Hallo Achim,

ich kann das ganze hier leider zu Verbreitung der Art nur schwer beurteilen, aber ich stimme Dir dahin zu,
eine Aussage zur „sicheren“ Verbreitung trifft nur soweit zu, wie man selber Kartierungsdaten vorweisen kann!

LG Thomas

  • »Achim Linder« ist männlich

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16

Samstag, 23. September 2023, 17:51

Sie fliegt jedenfalls noch, und Succisa blüht da im Osten des OAK einen knappen km vor der Grenze nach Bayern auch noch (sogar die Äpfel blühen da gerade ein zweites Mal).
LG, Achim
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Samstag, 23. September 2023, 18:49

Hallo Achim,

danke für Deine Rückmeldung und den Hinweis, dass sie noch fliegt. Wie ist denn überhaupt Deine Fundstatistik wenn Du unterwegs bist,
hast Du nur Einzelfunde oder auch mal mehrere Exemplare an einem Fundort? Ich hatte leider die letzten male kein Glück, aber das ist auch schwierig,
in einem unbekannten Gebiet. Es soll ja nächste Woche noch mal sonniger werden, das schaue ich schon noch mal nach, hatte vor einigen Tagen mal einen Hinweis von jemand vor Ort bekommen,
diesbezüglich eines möglicherweise günstigen Habitates, wohl oberhalb von Friesen. Bin gespannt. Da bleibe ich auf jeden Fall dran, spannendes Thema, wenn dann auch nächstes Jahr noch.

LG Thomas

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18

Sonntag, 24. September 2023, 09:07

Hallo,
im Frühsommer und an vielen Stellen auch in der Hauptflugzeit Ende August - Anfang September sind es nur ein oder zwei Exemplare, an guten Stellen auch mal vier. In den großen Moor-Naturschutzgebieten und deren unmittelbarer Umgebung gibt es häufig keine Nektar- oder Pollenquellen, da die Pufferzonen fehlen (manchmal sind es gerade die gestörten und daher nicht gepflegten Flächen, die für ein paar Blüten sorgen), es gibt vielleicht mal eine Wiese oder einen Wegrand, aber da ist dann dem Zufall überlassen, ob da früh gemäht oder gemulcht wird, teils sorgt auch das Beweidungskonzept dafür, daß nichts mehr blüht (für die Zikadenfauna und einige andere Arten mag es ja von Vorteil sein, aber in der Regel hat man die meisten Arten bei der Pflege gar nicht auf dem Schirm, da gar nicht erst ermittelt wurde, was da alles vorkommt). Für den Hochmoorgelbling und einige andere Arten hat dieser Tellerrand-Effekt die bekannten Folgen, Sericomyia silentis ist deutlich mobiler, die finden einen blühenden Weißdorn oder einen Bestand kriechenden Hahnenfuß oder ein paar Knautien auch in etwas größerer Entfernung, aber da ist dann wohl jeweils nur ein kleiner Teil der Population unterwegs, bei der Besenheide gibt es manchmal auch den Effekt, daß die blühenden Bestände in der Umgebung so groß sind, daß die Exemplare überall sein können - gut für die Fliegen, aber da braucht es dann schon Ausdauer und ein bißchen Glück, um überhaupt eine zu finden.
LG, Achim

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19

Donnerstag, 28. September 2023, 01:46

Sericomyia silentis, Weibchen

Hallo Achim,

ich war am Montag den 26.09.2023 wieder im besagten Gebiet unterwegs, diesmal aber ein bisschen weiter westlich, oberhalb von Friesen auf einem ziemlich großen Trockenrasen Areal
und konnte dort erstaunlicher weiße wieder ein Exemplar von Sericomyia silentis feststellen, zu meiner großen Freude *hüpf* .
Offensichtlich scheinen die Tiere immer noch ziemlich flugfreudig zu sein, auf Grund der immer noch sehr warmen Temperaturen. Kann man an Hand der Aufnahmen sagen, Weibchen oder Männchen?

LG Thomas

Angaben zum Fundort:

Oberfranken, LK Kronach, Wilhelmsthal (Gemeinde), TK25 Quadrant 5734 10 Wallenfels
Habitat: Trockenrassen
Höhe: 462
Koordinaten: Längengrad: 11.3773 Breitengrad: 50.2577
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Donnerstag, 28. September 2023, 02:02

Kann man an Hand der Aufnahmen sagen, Weibchen oder Männchen?

Getrennte Augen -> Weibchen.


Viele Grüße, Jürgen
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=
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Donnerstag, 28. September 2023, 02:06

rotwerd ... :sad: ... *kaffee*

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Donnerstag, 28. September 2023, 08:19

Brauchst Dich nicht zu grämen, diese Faustregel funktioniert so einfach auch nur bei Männchen, schon bei einer gängigen Art wie Helophilus pendulus brauchst Du Männchen und Weibchen im Vergleich, bei selteneren Gattungen ist das u.U. mit Sucherei verbunden, um überhaupt an Vergleichsbilder zu kommen, falls man das Problem überhaupt auf dem Schirm hat (bin da selber schon reingefallen). Breit getrennt vs. schmal getrennt kann auch das Unterscheidungsmerkmal zwischen Weibchen verschiedener Arten in derselben Gattung sein, während die zugehörigen Männchen über andere Merkmale auseinandergehalten werden. Solche Einzelheiten muss man wissen, bzw. nachschlagen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Deine Sericomyia-Dame war offenbar mobil und findig genug, in größerer Entfernung von ihrem Geburtsort Exemplare einer bevorzugten Futterpflanze aufzutreiben, sehr erfreulich. Falls sie noch Eier zu verteilen hat, wünschen wir ihr das Glück der (Überlebens-)Tüchtigen, daß sie es über die Lücke bis zum nächsten geeigneten Larvenhabitat schafft.
LG, Achim

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Donnerstag, 28. September 2023, 16:04

Hallo Achim,

Danke auch diesmal für Deine ausführliche Rückmeldung. Ich "gräme" mich auch nicht, warum sollte ich. :nö:
Zeige mir den, der alles weiß..... :thumbsup: ....... *meld* ......ich nicht. :nö:

LG Thomas

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Heute, 20:34

Große Sumpfschwebfliege (Helophilus trivittatus), Männchen auf Trockenrassen! genau wie Sericomyia silentis, sehr interessant

Hallo Achim,
ich habe heute bei der Auswertung der anderen Aufnahmen vom 26.09.2023 diese Große Sumpfschwebfliege (Helophilus trivittatus), (von Jürgen bestimmt) entdeckt.
Das war genau derselbe Bereich, wo ich auch Sericomyia
silentis hatte.Das finde ich sehr spannend, vor allem weil es eben da oben
sehr trocken ist.

Angaben zum Fundort:
Oberfranken, LK Kronach, Wilhelmsthal (Gemeinde), TK25 Quadrant 5734 10 Wallenfels
Habitat: Trockenrassen
Höhe: 462
Koordinaten: Längengrad: 11.3773 Breitengrad: 50.2577

LG Thomas
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