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1

Dienstag, 21. April 2009, 14:06

Fundgrube Pfütze

Hallo zusammen,

nachdem das Hochwasser gestern bei uns abgelaufen ist, habe ich mich mal dem Inhalt einer zurückgebliebenen Pfütze gewidmet.
Neben einzelner Fischbrut, Wasserkäfern und unzähligen Bachflohkrebsen gab's dort auch jede Menge Larven von Köcher- und Eintagsfliegen zu finden.
Bestimmen werden sich wohl die wenigsten lassen, aber vielleicht hat ja doch einer unserer Spezialisten die eine oder andere Idee.

Die hellen Flecken auf dem bräunlichen Pfützenwasser sind übrigens keine Bildfehler sondern Pollen.

Bild 1 bis 3 - Eintagsfliegenlarven ca. 10-12mm, bei Bild 3 sind gut die Kiemenanhänge am Hinterleib zu erkennen.
Bild 4 - frisch geschlüpfte Eintagsfliege, ca. 12mm
Bild 5 - Köcherfliegenlarve ohne Bodenhaftung mit modernem, wärmeisolierten Gehäuse
Bild 6 - diese ca. 13mm Köcherfliege flog mich an
Bild 7 - diese ca. 10mm Köcherfliege war wohl gerade geschlüpft
Bild 8 - Libellenlarve ca. 30mm
Bild 9 - Libellenlarve ca. 40mm
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2

Dienstag, 21. April 2009, 20:45

RE: Fundgrube Pfütze

Hallo Just,

Bild 1+2: Larven aus der Familie Baetidae
Bild 3: Familie Leptophlebiidae, Gattung Paraleptophlebia oder Habroleptoides
Bild 4: Muss ich noch einmal ansehen. Sieht zunächst aus wie Subimago von Nr. 3. Müsste allerdings 3 Schwanzfäden haben, und ich sehe nur zwei.
Bild 5: ---
Bild 6: Familie Phryganeidae, Agrypnia sp.
Bild 7: Keine Köcherfliege, da müssen die Lepidopterologen ran
Bild 8 und 9: ---

Viele Grüße
Jürgen

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3

Dienstag, 21. April 2009, 21:49

RE: Fundgrube Pfütze

Hallo, allerseits!

Zitat

Original von Jürgen Gaul
Bild 7: Keine Köcherfliege, da müssen die Lepidopterologen ran


Langhornmotte (Adelidae), Nematopogon sp.: Drei "Mikros" vom 13.-15.04.09 (habe noch bessere Bilder von gestern, poste ich vielleicht später noch). Zur genaueren Unterscheidung der beiden hauptsächlichen Verwechslungsarten müßte man die Ringelung der Fühler erkennen: http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki…on_Adansoniella (unter "Diagnose"). Die, die hier zur Zeit (meist etwas früher als N. swammerdamella) fliegen, sind offenbar N. adansionella, was aber nichts heißen muß.


Viele Grüße, Jürgen
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4

Mittwoch, 22. April 2009, 09:48

Danke euch beiden, das ist ja mehr, als ich erhofft hatte.
Von der Langhornmotte gibt's leider nur dieses eine Foto und da ist durch das Gegenlicht an den Fühlern absolut nix zu erkennen.

@Jügen G. - da hast du Recht, das Tierchen hat tatsächlich nur 2 Schwanzborsten - im Gegensatz zu dem, was die Exuvie erwarten lässt.
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5

Donnerstag, 23. April 2009, 14:03

Hallo zusammen,

nachdem die Pfütze nun ziemlich ausgetrocknet ist habe ich darin unter Steinen und zwischen diversen verendeten Kleintieren und -fischen auch diese ca. 20mm grosse Raupe entdeckt.
Lässt sich sagen, was das werden könnte - und gehört die überhaupt in ein solches Umfeld ?

Dazu habe ich dort auch noch 2 Spinnen entdeckt.
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  • raupe_20mm_01.jpg
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6

Donnerstag, 23. April 2009, 19:10

Fundgrube Pfütze

Hallo, Just!

Zitat

Original von Just
auch diese ca. 20mm grosse Raupe entdeckt.


Nix Raupe, Schnakenlarve (Tipulidae).

Zitat

Lässt sich sagen, was das werden könnte - und gehört die überhaupt in ein solches Umfeld ?


Durchaus. Es gibt sich aquatatisch, halbaquatisch und sich in nicht zu trockenem Boden, Moospolstern, feuchtem, morschen Holz o.ä. sich entwickelnde Arten.


Viele Grüße, Jürgen
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7

Donnerstag, 23. April 2009, 21:49

Danke für die Einordnung und die Hinweise, Jürgen - eine Schnakenlarve kam mir überhaupt nicht in den Sinn, ich dachte immer, die "wohnen" in trockenen Böden.
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8

Sonntag, 26. April 2009, 10:09

RE: Fundgrube Pfütze

Zitat

Original von Jürgen Gaul
Bild 4: Muss ich noch einmal ansehen. Sieht zunächst aus wie Subimago von Nr. 3. Müsste allerdings 3 Schwanzfäden haben, und ich sehe nur zwei.

Hallo Jürgen, könnte das Baetis rhodani sein ?
Deren Larve hat anscheinend 3 Schwanzfäden, den mittleren möglicherweise nur angedeutet.
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9

Sonntag, 26. April 2009, 12:50

RE: Fundgrube Pfütze

Zitat

Original von Just
Hallo Jürgen, könnte das Baetis rhodani sein ?

Hallo Just,

es kann eigentlich nur eine Eintagsfliege aus der Familie Baetidae sein. Allerdings kommt sie mir für eine B. rhodani doch sehr dunkel vor, weshalb ich zunächst an ein Tierchen aus der Familie Leptophlebiidae dachte, die aber 3 Schwanzfäden aufweisen müssten. Gegen B. rhodani spricht auch die gelbliche Augenfarbe.

Zitat

Deren Larve hat anscheinend 3 Schwanzfäden, den mittleren möglicherweise nur angedeutet.

Alle einheimischen Eintagsfliegenlarven mit Ausnahme der Gattung Epeorus (Fam. Heptageniidae) besitzen 3 Schwanzfäden, was jedoch nicht zur Folge haben muss, dass dies bei den zugehörigen Imagines genauso ist. Morphologisch gesehen ist der mittlere Schwanzfaden (Terminalfilum oder Paracercus) entwicklungsgeschichtlich die Umwandlung eines ursprünglichen elften Abdominalsegments und hat damit nichts mit den beiden äußeren Cerci zu tun.

Noch einen schönen Restsonntag
Jürgen

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Sonntag, 26. April 2009, 14:39

RE: Fundgrube Pfütze

Zitat

Original von Jürgen Gaul
Alle einheimischen Eintagsfliegenlarven mit Ausnahme der Gattung Epeorus (Fam. Heptageniidae) besitzen 3 Schwanzfäden, was jedoch nicht zur Folge haben muss, dass dies bei den zugehörigen Imagines genauso ist.

Hallo Jürgen und Danke für die Zusatzinfos - ich dachte bisher, auch bei den Imagines gäbe es auch nur eine Gattung, die über 2 Schwanzfäden verfügt, der Rest hätte 3.
So wird es auch im Unterricht zur Staatlichen Fischerprüfung vermittelt - da steht nix dabei, dass es sich da nur um die Larven handelt.
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Sonntag, 26. April 2009, 20:31

RE: Fundgrube Pfütze

Zitat

Original von Just
ich dachte bisher, auch bei den Imagines gäbe es auch nur eine Gattung, die über 2 Schwanzfäden verfügt, der Rest hätte 3.
So wird es auch im Unterricht zur Staatlichen Fischerprüfung vermittelt - da steht nix dabei, dass es sich da nur um die Larven handelt.

Hallo Just,

tja, dann ist das halt schlichtweg falsch :(! Hier eine kleine Aufstellung der häufigsten Familien:

2 Schwanzfäden:

- Baetidae
- Heptageniidae
(nicht nur Gattung Epeorus!)
- Siphlonuridae

3 Schwanzfäden:

- Oligoneuriidae
- Ephemeridae
- Potamanthidae
- Caenidae
- Ephemerellidae
- Leptophlebiidae


Ein Sonderfall ist die Familie Polymitarcidae mit der einzigen in D vorkommenden Art Ephoron virgo, die für ihre Massenemergenzen am Rhein bekannt ist. Hier besitzen die Weibchen drei, die Männchen hingegen nur zwei Schwanzfäden.

Liebe Grüße
Jürgen

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Sonntag, 26. April 2009, 21:22

RE: Fundgrube Pfütze

Wow, vielen Dank, Jürgen :)
Das versuche ich dann mal im Unterricht halbwegs korrekt wiederzugeben, ohne meine Teilnehmer zu verwirren.
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