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  • »Kirsten Eta« ist der Autor dieses Themas

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1

Dienstag, 10. Juli 2018, 10:48

Chilostoma cingulatum mitten in Hamburg? --> bestätigt

Moin zusammen,

bei einem Spaziergang mit meinem naturinteressierten Enkel. Wir gingen an einer großen Steinmauer entlang. Da rief er plötzlich: Kuck mal, was für eine fette Schnecke! Stimmt. Ich habe das größte Exemplar von gestern vermessen und meine, dass die vom ersten Ausflug noch deutlich größer war. Da hatte ich aber kein Maßband mit. Gestern ergab: Durchmesser 23 mm, Höhe 9 mm. Nun waren wir ein 2. mal da um bessere Fotos zu machen. Ich habe ein Buch nach dem anderen gewälzt und finde einfach nichts Passenderes als Chilostoma cingulatum. Aber kann das sein? In Hamburg? Ich bin verwirrt. Was sagt Ihr? Ich hoffe, man kann alles Relevante sehen.
»Kirsten Eta« hat folgende Bilder angehängt:
  • 2018-07-09 (2) - Kopie.JPG
  • 2018-07-09 (5) - Kopie.JPG
  • 2018-07-09 (15) - Kopie.JPG
  • 2018-07-09 (17) - Kopie.JPG
  • 2018-07-09 (20) - Kopie.JPG
Liebe Grüße

Kirsten

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kirsten Eta« (10. Juli 2018, 17:43)


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2

Dienstag, 10. Juli 2018, 11:44

Juhu Kirsten,
japs, das müsste tatsächlich Chilostoma cingulatum sein. Das natürliche Vorkommen ist ja alpin, aber die Art ist bereits im 19. Jahrhundert an verschiedenen Orten in Deutschland künstlich angesiedelt worden und hat hie und dort stabile Populationen gebildet. Ein Vorkommen in/um Hamburg ist mir persönlich nicht bekannt. Es wurde berichtet, dass die Art (und auch einige andere gebietsfremde Arten) an verschiedenen Orten über Steinmetz-Betriebe importiert wurde. Vielleicht ist das bei Euch ja auch der Fall gewesen.......... .
Danke für die Info, einen schönen Tag noch: wolf

  • »Kirsten Eta« ist der Autor dieses Themas

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3

Dienstag, 10. Juli 2018, 17:39

Moin Wolf :bravo: ,

nun bin ich ehrlich gesagt erleichtert, dass Du das auch so siehst. Glaubte schon an Halluzis. Vielleicht äußert sich noch jemand?

Der Fundort befindet sich an einem Steilhang mit sehr alten Mauern zur Sicherung der Grundstücke. Eine einzige, und nur an dieser fanden wir Chilostoma cingulatum, besteht aus schwarzem Basalt, so weit ich das sehe. In den wenigen Aushöhlungen und Ritzen hingen die Tiere zu mehreren. Den Besitzer hatte ich gleich am ersten Tag angesprochen, ob er schon etwas über die Schnecken an seiner Mauer wüsste, aber er verneinte. Es hätte auch noch nie jemand gefragt. Nun will ich ihn aber auch noch mal nach der Mauer fragen. Vielleicht weiß der alte Herr wie alt sie ist und was für ein Gestein es wirklich ist. Und vielleicht lässt er mich auch in seinen Garten um nach weiteren Unterschlüpfen zu suchen. Ansonsten ist das eine sehr kleine Population.

Der kleine Joah hat dann auch gleich noch eine Clausilidae aus einer Ritze gepult. Da muss ich aber noch die Fotos sichten und bearbeiten. Also, mein Tipp - immer mal die neugierigen Enkel mit den guten Augen mitnehmen.

P.S. Lustig fand ich, dass im tiefen Nabel der Schnecken meist Asseln schliefen. Luxus-Appartements :D
Liebe Grüße

Kirsten

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Kirsten Eta« (12. Juli 2018, 15:58)


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4

Donnerstag, 12. Juli 2018, 16:43

Moin zusammen,

nun ist es hochoffiziell. War heute im Zoologischen Institut bei Prof. Hausdorf und er bot mir an, dass wir gemeinsam an einer Publikation zum Fund arbeiten (also vielleicht doch mehr er und ich arbeite ihm zu). Das ist nicht nur ein Erstfund für Hamburg, sondern für ganz Norddeutschland. Natürlich wird sie eingeschleppt sein, aber schon vor sehr, sehr langer Zeit und sie scheint sich gut zu halten.

Doch das Beste ist, in Zukunft darf ich ehrenamtlich in der Malakologie mitarbeiten *hüpf*
Liebe Grüße

Kirsten

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5

Donnerstag, 12. Juli 2018, 16:55

Juhu Kirsten,
oh, das freut mich (beides)!! :)
Habe Dir eine PN und E-Mail geschrieben (in zehn Minuten............).
Liebe Grüße: wolf

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6

Samstag, 14. Juli 2018, 19:24

Hallo Wolf,

die Art ist bereits im 19. Jahrhundert an verschiedenen Orten in Deutschland künstlich angesiedelt worden

da würde mich der Grund interessieren (und ich hoffe, er hat nichts mit Vorspeisen und Kräuterbutter zu tun :rolleyes: )

Viele Grüße,
Jörg

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7

Samstag, 14. Juli 2018, 23:13

und ich hoffe, er hat nichts mit Vorspeisen und Kräuterbutter zu tun )

Moin Jörg,
nö, ausnahmsweise mal nicht. So weit ich weiß sind ja einige Fundorte durch Steinmetze, bzw. ihre aus Italien gelieferten Steine, entstanden. Der Weg über Pflanzen ist Dir ja gut bekannt ;) Und auch Sammler sollen zu der Verbreitung außerhalb natürlicher Habitate beigetragen haben, bzw. sie wohl bewusst in ihren Gärten angesiedelt haben.

In wieweit das auf den Hamburger Fund zutrifft kann ich nicht sagen. Nach meinen Recherchen weiß dort überhaupt niemand etwas von den Tieren. Jedenfalls scheinen sie sich, wenn auch wenige, dort schon länger zu halten.

Heute war ich noch einmal da und habe dann auch gleich noch 5 leere Cornu aspersum - Schalen gefunden :kicher: Das ist jetzt nicht soooo sensationell, aber gestaunt habe ich schon.
Liebe Grüße

Kirsten