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  • »Stefan May« ist männlich
  • »Stefan May« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 476

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1

Montag, 3. September 2018, 09:52

Welcher Fransenflügler/Thrips? --> Hoplothrips sp. (Thysanoptera: Phlaeothripidae)

Hallo zusammen,
ich habe die leise Hoffnung, dass man zu diesen Tieren etwas genaueres sagen kann, da hier immerhin 2 Stadien zu sehen sind.
Gefunden habe ich sie in der Nähe von Timmendorfer Strand an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins am 19.4.18.
Sie saßen unter Steinen die auf einem Baumstumpf lagen. Dort waren offenbar auch Pilze zu Hause (Schimmel?)
»Stefan May« hat folgende Bilder angehängt:
  • P1080859_k.jpg
  • P1080858_k.jpg
  • P1080860_k.jpg
Beste Grüße

Stefan

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Stefan May« (6. September 2018, 07:54)


  • »Manfred Ulitzka« ist männlich

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2

Montag, 3. September 2018, 12:55

Welcher Fransenflügler/Thrips? --> Hoplothrips sp. (Thysanoptera: Phlaeothripidae)

Hallo Stefan,

das ist eine Art der Gattung Hoplothrips (genauer nur mikroskopisch bestimmbar). Die Tiere ernähren sich an den Hyphen von Pilzen (nicht an Schimmel, eher an Baumpilzen wie Stereum, Trametes, ...). Oft findet man große Ansammlungen von Imagines, die ihre Eier oder Larven bewachen. Die hellen Individuen auf den ersten beiden Fotos sind Larven des zweiten Stadiums. Häufig ist z.B. Hoplothrips pedicularius (soll nicht heißen, dass dies die Art ist, die Du fotografiert hast!)

Beste Grüße
Manfred.
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  • »Stefan May« ist männlich
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3

Montag, 3. September 2018, 13:15

Danke für die Bestimmung,
ich habe an anderer Stelle gesehen, dass du auch Tiere bestimmst, die an dich gesendet werden. Machst du das nur als "Höflichkeitsdienst" oder aus eigenem Interesse oder doch im Namen der Wissenschaft?. Ich habe zwar dieses mal kein Tier mitgenommen aber würde das beim nächsten mal in Betracht ziehen, wenn die Daten neue Erkenntnisse bringen könnten, die nicht bei Unwissenden wie mir verstauben, sondern auch weiterverwendet werden.
Kann man an toten Tieren auch noch die Art herausfinden oder sind die zur Bestimmung nicht mehr geeignet?
Beste Grüße

Stefan

  • »Manfred Ulitzka« ist männlich

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4

Montag, 3. September 2018, 13:59

Bestimmung von Fransenflüglern

Hallo Stefan,

ich bestimme Fransenflügler als "Höflichkeitsdienst", manchmal ergibt sich daraus auch ein Ergebnis im "Namen der Wissenschaft" und ich tue das aus tiefstem "eigenen Interesse"! ;)
Einzelne Tiere für private Zwecke bestimme ich in der Regel kostenlos - freue mich aber immer über kleine Unterstützungen, die meine private Forschung fördern. Manchmal ergeben sich Anfragen von Instituten, das ist dann etwas anderes - Es gibt ja eigentlich niemanden mehr, der diese Insektenordnung wirklich überblickt.

Man kann tote Fransenflügler gut bestimmen, wenn sie richtig gelagert bzw. vorkonserviert sind. Am besten wie hier auf meiner Homepage beschrieben: Fang und Vorkonservierung. Es geht aber auch in niederprozentigem Alkohol (40%). Höhere Konzentrationen lassen die Proteine denaturieren und man kann die Tiere nicht mehr gut präparieren. Für Imagines ist auch eine Trockenkonservierung geeignet, also einfach trocknen lassen. Ich bekomme die Tiere dann in Kalilauge wieder weich und kann sie gut mazerieren. Allerdings sind sie sehr zerbrechlich und zum Versenden weniger geeignet.

Ich habe über viele Jahre hinweg eine recht große Sammlung aufgebaut (ein paar tausend Objektträger), aus über 400 Arten aus vielen Ländern (Ein Paper in der Entomologischen Zeitschrift gerade im Druck über afrikanische Thripse).
Was mich jedoch wirklich interessiert sind fossile Thripse. Hierzu kaufe ich Bernsteine, die ich schleife und bearbeite. Was man mit den geeigneten Methoden rausholen kann siehst Du auf dem angehängten Foto. Momentan bearbeite ich Inklusen aus Burmabernstein (100 Mio. Jahre alt, Kreidezeit). Ein Paper ist im Druck in der Zootaxa und sollte demnächst erscheinen. Das Bild zeigt einen Thrips, der vor 100 Millionen Jahren in den Klebtröpfchen eines Spinnennetzes hängenblieb und im Burmabernstein erhalten blieb.


Beste Grüße

Manfred.

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