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  • »Brigitte U« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 20. Mai 2019, 00:12

Schwalbenschwanz - 2019

Hallo zusammen

Die Freude an diesem Schmetterling ist ungebrochen. Dank Fenchel darf ich jedes Jahr Eier, Raupen und Puppen pflegen und hüten.
Heute ist der erste 2019-er Schwalbenschwanz geschlüpf, wenige Stunden bevor Starkregen eingesetzt hat.

Liebe Grüsse, Brigitte
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2

Montag, 20. Mai 2019, 01:12

Hallo Brigitte, usw

du Glückliche... Ich habe noch nie in meinem Leben einen leibhaftigen Schwalbenschwanz gesehen, nur einmal eine Raupe. Und das ist schon fast 16 Jahre her, beim Steinbruch in der Nähe meines Geburtsorts, 80 km von hier. Hier bei Borgholzhausen scheint es die Art schlicht nicht zu geben. Ich erinnere mich aber auch nicht aus meiner Kindheit (besagte 80 km von hier) an so einen Falter (aber ich erinnere mich sehr wohl an Hirschkäfer, Totenkopfschwärmer, Kreuzottern u.a.). Vielleicht lag der Fund der Raupe im August 2003 am unwahrscheinlich warmen Frühjahr und Sommer dieses Jahres. Damals tauchten hier auch einige andere Arten auf (etwa die Veränderliche Krabbenspinne, Mauerfüchse, viele, viele Wanderfalter usw.), die ich danach nie wieder gesehen habe.
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Viele Grüße, Jürgen
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=
Borgholzhausen, Deutschland
Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=-=





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3

Montag, 20. Mai 2019, 09:57

Die Freude an diesem Schmetterling ist ungebrochen. Dank Fenchel darf ich jedes Jahr Eier, Raupen und Puppen pflegen und hüten.

Hallo Brigitte,

freue mich über deinen Erfolg mit dem Schwalbenschwanz. Lese auch gerne von deinen anderen Zuchterfolgen.

Es hat mich vor ein paar Tagen außerordentlich glücklich gemacht in unserem Garten mal wieder einen zu sehen. Das mit dem Fenchel gefällt mir. Damit werde ich auch meinen Garten bereichern.

Als ich Ende 2006 von den Nachbargärten und aus dem eigenen Garten 6 Raupen bekam habe ich sie verpuppt überwintert. Im nächsten Frühjahr musste ich mit Entsetzen feststellen, dass nur einer geschlüpft war. Zumindest habe ich das aus der leeren Puppenhülle gefolgert. Alle anderen waren von Erzwespen parasitiert. Bei 2 befallenen Puppen konnte ich den Schlupf der Erzwespen filmen. Bei einer tat sich gar nichts. Nach einigem Abwarten habe ich die Puppe geöffnet und es waren sage und schreibe 80 tote Erzwespen darin. Danach habe ich jahrelang keine Schwalbenschwänze mehr fliegen sehen.

Deshalb war ich so erfreut, dass im letzten Jahr und vor einigen Tagen wieder ein Falter auftauchte. Vielleicht kann ich sie mit einer Fenchelpflanze wieder anlocken.

Wie ist das bei deiner Raupendichte mit den Erzwespen? Ich hatte den Eindruck die hatten auf Jahre in unserem kleinen Gebiet den Schmetterling stark dezimiert.
Liebe Grüße, Helga

Beiträge: 460

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4

Montag, 20. Mai 2019, 10:41

Letztes Jahr war auch hier (Rheintal) das mit den meisten Imago(s) dieser Art bislang (ca. 15 insgesamt). Keine Larvalfunde zwar, aber immerhin, so viele wie Euplagia q. (übrigens keine einzige Falterbeobachtung an Eupatorium). ^^

Beiträge: 3 198

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5

Montag, 20. Mai 2019, 15:44

Hallo zusammen,


auch bei uns zu Hause ist der Schwalbenschwanz nicht so häufig,
umso mehr haben wir uns über mehrere Exemplare gefreut.
Entdeckt haben wir diese vorgestern auf der Halde Großes Holz in Bergkamen, NRW.


VG Angelika und Reimund
»Angelika und Reimund Ley« hat folgende Bilder angehängt:
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  • »Brigitte U« ist der Autor dieses Themas

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6

Montag, 20. Mai 2019, 21:05

Hallo zusammen

@ Jürgen: Könnte ich Dir nur einfach einen senden . . . . .ich hoffe, die Bilder freuen dich trotzdem :-)
In meinem Umfeld sind nicht viele von Insekten begeistert. Aber der Schwalbenschwanz wickelt auch die Hartnäckigen um den Finger ....
@ Angelika und Reimund: Schön! So nahe bin ich seit langem keinem Schwalbenschwanz in Freitheit mehr gekommen ;-) Siehe unten .....
@ Helga: Parasiten, ein Thema für sich. Wir haben davon ebenfalls (zu) viele (oder zu wenige Schmetterlinge) Fenchel lohnt sich! Siehe unten . . . . .Edelfalter:

Das Zürichseeufer an dem ich wohne ist immobilienmässig überhitzt und arg überbaut. Wir haben Viehwirtschaft ganz in der Nähe. Somit kein Platz für Blümchen und Co. sondern für Gras. Von diesem aber so viel wie möglich. Auch der Wald/Waldrand ganz in der Nähe wird genutzt. Ohne viel Rücksicht. Das ist nicht überall so in der Schweiz, hier bei mir zuhause leider schon. Die Edelfalter sind in meiner unmittelbaren Umgebung erschreckend stark zurückgegangen.

Parasiten:
Raupen, die ich vom Waldrand mitnahm, weil da eh immer wieder alles geschnitten wird, waren meistens parasitiert. Siehe hier:
Braunwurz-Mönch - Cucullia scrophulariae (alte Bez.: Shargacucullia scrophulariae) - 2015/2016
Bei 5 Raupen schlüpften 4 Ichneumonidae und der allerletzte Schlupf war dann ein Falter.
Daraus resultiert, dass ich am allerliebsten Eigelege finde, die Schlüpflinge durchziehe, die Puppe überwintere und die Falter am Eifundort wieder entlasse. Seither schlüpfen mehr Falter als Wespen.

Fenchel:
Dazu die 2018er Geschichte meiner Schwalbenschwanz-Zucht.
Am 02.06. erhalte ich von zuhause ein Bild mit den wenigen Bartnelken, die da stehen. Seht ihr auf dem ersten Bild den Schmetterling? (Handy-Foto)
Der Bildauschnitt auf dem 2. Bild zeigt den einzigen Schwalbenschwanz, den ich im 2018 in 'Freiheit' zu sehen bekam. Komplett abgeflogen, auf den ersten Blick als Schwalbenschwanz fast nicht mehr erkennbar.
Ohne grosse Hoffnung, dass dieser halbe Schmetterling ein Weibchen und noch 'eierlegefähig' ist, habe ich die Fenchel nach der Arbeit kontrolliert. Und Eiablagen auf dem Fenchel gefunden.

Insgesamt hatten wir drei Schübe Eiablagen im 2018 am Fenchel.
Und so sehe ich Schwalbenschwänze, völlig perfekt nach dem Schlupf. Aber in Freiheit, hier bei mir zuhause, sind sie ebenfalls nicht allzu häufig. Fenchel lohnt sich! :jip:

Schmetterlingsnetze/Kubus (Aearium googeln :-) ):
Wegen des hohen Parasitenaufkommens nehme ich bereits die Eiablagen in Netzkubuse, die 'parasitendicht' sind. Am Anfang muss ich mehr auf den empfindlichen Fenchel achtgeben als auf die Raupen. Die Raupen selber sind sehr pflegeleicht. Wenn man viele Raupen hat, muss auch der Nachschub klappen, wenn sie in die Fressphase kommen. Ich pflanze den Fenchel etappenweise an, so dass ich immer genügend zur Verfügung habe. Die Puppen überwintern im Aearium an wind- und sonnengschützter Lage direkt am Haus. Auf diese Weise habe ich noch keinen einzigen Schwalbenschwanz verloren. Alle sind perfekt geschlüpft.
Seit einer Woche existiert nun auch der Garten unter unserem Balkon nicht mehr. Neue Mieter, neue (mehr) Parkplätze. Alles weggebaggert. Der Garten wird viel kleiner, Rasen, Eibenhecke, hübsch sauber.

Ich wünsche Euch viel Freude und viele schöne Erlebnisse und vieeeeele gesunde Lebensräume mit Insekten!
Brigitte

Bild 1-4: teilweise oben beschrieben, 2018
Bild 5: eine 'noch' Puppe aus 2018
Bild 6: und noch eine Aufnahme vom ersten Falter kurz nach Schlupf 2019

und noch ein PS:
Den ganzen Fenchel habe ich hochschiessen lassen. Die Blüten locken massenweise andere Insekten an :-) lohnt sich also 2x
und da ich den Fenchel im Winter hab stehen lassen, war er komplett dörr im Frühling. Nach dem Zurückschneiden habe ich ihn nicht ausgerissen. Aus den Wurzeltrieben kamen neue Fencheltriebe :-) Fenchel lohnt sich von A - Z :-)
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7

Montag, 20. Mai 2019, 21:50

Hallo Brigitte,

interessanter, aber streckenweise leider auch deprimierender Bericht. Auch hier werden die Äcker in den letzten Jahren oft bis direkt an den Waldrand "vergrößert", so daß die wichtigen Biotope dort weggefallen sind. Ob das wirtschaftlich wirklich nennenswert was bringt, kann ich nicht beurteilen, kommt mir aber nicht so vor. Was hier an Fläche "gewonnen" wird, dürfte durch den Verlust auch an Nützlingen für die Landwirtschaft (von Raubfliegen über Grabwespen bis hin zu Laufkäfern) überkompensiert werden.

Besonders ärgert es mich, wenn scheinbar sinnlos tolle, artenreiche Hecken, etwa neben einem Feldweg zwischen Wiese mit Bachtal und Schafweide, komplett abgesäbelt werden, ohne daß für mich auch bei längstem Nachdenken irgendein Zweck erkennbar wäre, der den angerichteten Schaden rechtfertigen würde. Das bißchen Holz der Büsche dürfte sich nichtmal als Brennholz eignen, viel Platz für den Traktor auf dem Feldweg wurde auch nicht gewonnen. Über den wuchern jetzt die schnell nachgewachsenen Schlehen und Brombeerranken. An bearbeitbarem Land wurden exakt 0 Quadratmeter gewonnen. Als die Hecke (mein Lieblingsbiotop), mit Ahorn, jungen Eichen, Weißdorn, Salweiden, Hundsrosen, Hainbuchen, Birnbäumen, Ebereschen, besagten Schlehen (u.a. dem einzigen Schlehenbaum mit richtigem hohem Stamm, den ich je gesehen habe, oft schon vor allen anderen Schlehen blühend) uvm. vor drei Jahren abgeholzt worden war, hätte ich heulen können, jetzt bin ich nur noch wütend! :cursing: Und das war nur ein Beispiel für den Raubbau in den letzten Jahren...


Viele Grüße, Jürgen
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Borgholzhausen, Deutschland
Typische Habitate, in denen ich unterwegs bin.
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