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1

Montag, 3. Juni 2019, 02:49

Verflogen, vermutlich Andrena --> Andrena agilissima

Moing z'sam,
die beiden Bilder musste ich ziemlich nachbearbeiten, weil ...
... wir das Tierchen im Wohnzimmer "eingebechert" haben (schwirrt übrigens völlig lautlos) und dann draussen den Becher gelupft haben - das eine Foto ist halt "milchig", das andere spontan ...

Sandbiene steht für mich fest, ich tippe auf Andrena cineraria - könnte das sein?
»Just« hat folgende Bilder angehängt:
  • biene_andrena_190502_01.jpg
  • biene_andrena_190502_02.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Just« (5. Juni 2019, 22:47)


2

Montag, 3. Juni 2019, 05:37

Guten Morgen Just

Es ist eine Andrena agilissima, spezialisiert auf grosse Kreuzblütler, vorab auf Ackersenf und leider auch pestizidverseuchten Raps. Denke, sie ist wohl deswegen so selten geworden, jedenfalls hierzulande.

Liebe Grüsse aus dem Berner Seeland

Beatrice
»Beatrice Scheidegger« hat folgende Bilder angehängt:
  • DSC04622z.JPG
  • DSC05492z.JPG

3

Montag, 3. Juni 2019, 20:54

Es ist eine Andrena agilissima, spezialisiert auf grosse Kreuzblütler, vorab auf Ackersenf und leider auch pestizidverseuchten Raps. Denke, sie ist wohl deswegen so selten geworden, jedenfalls hierzulande.

Liebe Grüsse aus dem Berner Seeland

Beatrice
Andrena agilissima ist in Deutschland seit längeren expansiv, wird deutlich häufiger und breitet sich deutlich nach Norden aus. "Pestizidverseuchter" Raps trägt dabei wesentlich zur Ausbreitung bei (neben den wärmeren Temparaturen), weil die Art Pollen von Kreuzblütlerns sammelt und Raps genau in deren Flugzeit fällt. Man sollte zudem nicht alles glauben, was über die bösen Pesitzide erzählt wird. Einige andere Kreuzblülterspezialisten profitieren ebenfalls sehr vom Raps. Selbst Gen-Raps, noch böser als "pestizdverseucherter" Raps, wird sehr stark von Wildbienen frequentiert.

Gruss, Christian

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4

Montag, 3. Juni 2019, 22:08

Mancher Genraps dürfte ua. ein Bienen-Schongen miteingepflanzt bekommen. Arme Biobauern ...

5

Dienstag, 4. Juni 2019, 06:05

"Man sollte zudem nicht alles glauben, was über die bösen Pesitzide erzählt wird"

Lieber Chris

Sieh Dir doch die CSCF-Verbreitungskarte an, sie bestätigt meine Wahrnehmung und das hat mit Glaube nichts zu tun! 2017 stammt der einzige aktuelle Eintrag im gesamten CHer Mittelland von mir. Habe mit meinem 10x5m Ackersenfbeet vor Jahren endlich eine doch recht grosse Population fördern und erhalten können, bis 2018 mein Nachbar erstmals seit über 3 Jz Raps anbaute. Eine andere Anbaufläche als diese gibt es an meinem abgelegenen Wohnort nicht. Unzählige Bienen stürzten sich auf diese einladenden Blüten. Da erlebte ich, was ich zuvor auf meiner Oase noch nie gesehen: Honig- und Wildbienen drehten sich zuhauf im Kreis, waren nicht mehr imstande, die Blüten anzufliegen, orientierunglos und flugunfähig, bis sie elendiglich verreckten. In diesem Jahr blieben meine Ackersenfblüten leer, verschwanden all meine agilissimas, und ich bin auch heuer keiner einzigen begegnet. Selbst die bei mir vorher exklusiv stark vertrenene lagopus ist seit letztem Jahr nur noch vereinzelt anzutreffen.

So viel zum Glauben!

Gruss
Beatrice

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6

Mittwoch, 5. Juni 2019, 23:34

Erstmal Danke in die Schwyzr Hauptstadt an Beatrice :thumbup:

Zitat

"Pestizidverseuchter" Raps trägt dabei wesentlich zur Ausbreitung bei (neben den wärmeren Temparaturen), weil die Art Pollen von Kreuzblütlerns sammelt und Raps genau in deren Flugzeit fällt. Man sollte zudem nicht alles glauben, was über die bösen Pesitzide erzählt wird. Einige andere Kreuzblülterspezialisten profitieren ebenfalls sehr vom Raps. Selbst Gen-Raps, noch böser als "pestizdverseucherter" Raps, wird sehr stark von Wildbienen frequentiert.
Hallo Christian,
erstmal nehme ich das als fachliche Bestätigung von Beatrice' Bestummung - du hast nicht widersprochen - also auch Danke.

Aber dann ...
Du gilst als ein anerkannter Wildbienenspezialist - ist bei dir inzwischen Fatalismus eingekehrt?
Akzeptierst und relativierst du hier, was im Politik-Wirtschaftspakt (sprich Lobbyismus) quasi nicht mehr zu vermeiden ist?!
Oder trägst du inzwischen ein Basecap mit dem Bayer-Monsanto-Logo?

Unbestritten, dass sich einige früher seltene Arten inzwischen tlw. explosionsartig ausbreiten - bspw. durch "Klima-Mutation" (wo kommt die wohl her?) oder durch Überproduktion bestimmter Reizpflanzen.

Ich gehöre zur "Contergan-Generation" - glücklicherweise unbeschadet - damals schon war manchen Leuten Geld mehr wert als Leben - Hauptsache selbst gut gelebt..
Damals wussten die Geldgeier zwar noch nicht viel von Genetik, aber an den Dollaraugen hat sich bis heut nicht viel verändert - und die was daran ändern wollen, die werden noch heute vom Profit verhöhnt.

Sorry Christian, mit diesem/deinem Statement hast du dich bei mir disqualifiziert. - da wird der Fachmann zum Laumann.

Gruß aus den Haßbergen

7

Donnerstag, 6. Juni 2019, 05:58

Hallo Just

Eine kleine Berichtigung: Rechtlich betrachtet, hat die Schweiz keine Hauptstadt. "Schwyzer Hauptstadt" wäre Schwyz, Hauptstadt des Kantons Schwyz. Bern ist die Hauptstadt des Kantons Bern und defacto der Schweiz als Regierungssitz des gesamten deutschen, französischen, italienischen und rätoromanischen schweizerischen Staats- und Kulturgebiets.

E schöne Tag und liäbi Grüess!

Beatrice

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8

Donnerstag, 6. Juni 2019, 14:54

Seit gestern Abend überlege ich jetzt ob ich auf diesen Beitrag antworten soll, aber ich kann das Gesagte so nicht einfach stehen lassen.

(außerdem haben wir dann Beiträge aus D, CH und A in diesem Thread *tach* )

Es ist ok wenn man unterschiedliche Ansichten zu einem Thema hat, dann kann man aber immer noch auf sachlich-fachlicher Ebene und respektvoll miteinander diskutieren, im besten Falle Interesse an der Position des Gegenüber zeigen.

Aber stattdessen Leute auf persönlicher Ebene zu diskreditieren, suggestive Andeutungen zu machen (á la gekauft von Agrar-Konzernen, BigPharma, Gen-Lobby [was immer das sein soll], etc...) ist schon sehr schwach, so ziemlich auf aktuellem CDU-Niveau.
Zumal wenn sich da ein Wildbienenexperte, der in seinem Beruf täglich mit Artenschwund, Lebensraumverlust und Zerstörung duch die Landwirtschaft konfrontiert wird, zu Pestiziden äußert, sollte eigentlich das Interesse geweckt werden. Und Christian hat nicht behauptet, Pestizide seien alle harmlos, und er wird sicherlich einer Forderung nach stärkerer Regulierung von Pestizideinsätzen nicht ablehnend gegenüberstehen. CSE hat lediglich behauptet, man solle nicht alles glauben, was über XYZ erzählt wird (das gilt so ziemlich immer, wenn Interessenverbände lautstark irgendwas fordern odern behaupten).


Apropos CDU, unser Nestlé-Vorzeigemodel mit Nebenjob Landwirtschaftsministerin ist für mich eine absolut untragbare Person, die besser in den Weinbergen geblieben wäre. Dennoch halte ich es nicht für falsch, dass Glyphosat weiterhin erlaubt bleibt - allerdings aus wissenschaftlichen Gründen, nicht weil mich irgendein großer Konzern dafür bezahlt.
Weiters kann man davon ausgehen, dass es stimmt, wenn Christian sagt es gibt bei Bienen Profiteure vom Rapsanbau. CSE formuliert seine Aussagen vielleicht etwas provokant, hier aber m.E. durchaus sachlich und nicht despektierlich.

Das heißt ja nicht, dass die Ursache des Rückgangs bei Beatrice nicht tatsächlich mit dem Rapsfeld und/oder Pestizideinsatz zusammenhängt. Muss es aber nicht, und da wäre es auf jeden Fall interessant mehr drüber herauszufinden (auch ob das generell in der Schweiz der Trend ist), besonders was der Grund für das Verhalten der Bienen ist (sind Neonics in CH eigentlich verboten?).

Was ich sagen möchte, anstatt sich hier gegenseitig anzugehen, besser mal zuhören (und auch gerne diskutieren) wenn Experten oder 'die Wissenschaft' was zu sagen haben. Öko-Lobbyismus, FakeNews und populistische Aussagen gibt es leider auch bei Umweltorganisationen und grünen Parteien, und das schadet dem Kampf gegen die wahren Probleme und Verursacher der akuten katastrophalen Entwicklung.
Habe die Ehre,
Liebe Grüße, Carnifex

---

Soweit nicht anders angegeben, stammt die Beobachtung aus der Wiener Innenstadt, max. 1 Woche vor dem Beitrag.Alle meine Beobachtungen sollte man auch auf >>iNaturalist finden - Korrekturen und Anmerkungen sind sehr willkommen

9

Freitag, 7. Juni 2019, 07:53

An Carnifex

Weiss nicht, mit welchem Mittel mein Nachbar dieses Rapsfeld behandelte. Dass ich aber bei einer einzig möglichen Kultur in meiner sehr abgelegenen Umgebung inmitten Wald und seit Jz dauerhaft angelegten Blumenwiesen ausgerechnet 2018 solch erschreckende Beobachtungen machen musste, kann kein Zufall gewesen sein. Mir unter diesen Umständen erklären zu wollen, ich "sollte zudem nicht alles glauben, was über die bösen Pesitzide erzählt wird", war mE eine undifferenziert abschätzige Bemerkung! Auch wenn ich keine Biologin bin, so lebe ich doch seit 73 Jahren im In- und ferneren Ausland unter Bauern, engagiere mich seit früher Jugendzeit in fast meiner gesamten Freizeit aktiv für die Natur und Artenvielfalt, auch heute noch. Nicht umsonst ist mein 2ha Farmlet eines der artenreichtsten Flecken in meiner Region.
Hier die Agro News 30.4.2018, ein Auszug vom landwirtschaftlichen Infodienst CH: "Ab Ende 2018 ist die Anwendung von Neonicotinoide im Freiland auch in der Schweiz verboten. Das Bundesamt für Landwirtschaft reagiert damit auf den entsprechenden EU-Entscheid.
Betroffen vom Freiland-Verbot sind die Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Nach Evaluation des neuesten Berichtes der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu möglichen Risiken für Bienen komme das BLW zum Schluss, dass die Verwendung auf das Gewächshaus eingeschränkt werden müsse, heisst es auf der Website des Bundesamtes. Behandelte Kulturen müssen bis zur Ernte im Gewächshaus bleiben. "

Gruss Beatrice

10

Freitag, 7. Juni 2019, 08:17

Hallo Just,


dein Kommentar passt genau in den derzeitigen Mainstream. Derzeit hat man entweder nachzuplappern, was der aktuelle Öko-Fundamentalismus vorbetet, oder man gilt als gekauft von Monsanto & Co (die im übrigen jetzt Bayer heisst). Darf ich dich vielleicht daran erinnern, dass wir einem Land leben, in welchem die Meinungsfreiheit mal ein hohes Gut war? Menschen mit Pauschalvorwürfen versuchen mundtot zu machen, ist derzeit eine oft beobachtete Methode, doch es ist natürlich sehr schade, dass auch du dazu gehört. Just, sei beruhigt, solche Menschen will ich auch nicht mehr in meinem Umfeld, und nicht mal in einem Forum.

Ich pflege meine Meinungen jedoch selbst zu bilden, und ich pflege mir auch die Informationen selbst zu besorgen, oder zu erarbeiten. Ich bin ursprünglich ja Agraringenieur und verstehe ein bisschen was von Pesitziden. Weiterhin arbeite ich jetzt seit mehr als 30 Jahren mit Wildbienen, seit mehr als 8 Jahren in mehreren landwirtschaftlichen Projekten, und habe zum Thema Pestzide wirklich eine eigene Meinung. Zudem berate ich Umweltstiftungen, Landesregierungen, die Grünen, die Agrarindudstrie, und ich geniesse hier eine recht hohe Glaubwürdigkeit. Noch nie hat mich jemand bezichtigt, von Monsanto gekauft zu sein. Ganz im Genteil lege ich wert darauf, bei beiden Seiten als unabhängig zu gelten.

Just, wer bist du eigentlich, dass du das tust?

Die Geschichte mit dem Genraps kommt nicht von mir. Ein staatliches Forschungsinstitut hat hier vor vielen Jahren einen groß angelegten Versuch durchgeführt. Zwei namhafte Wildbienenforscher und Kollgen von mir haben dort die Bienen untersucht und waren nach eigenen Aussagen sehr verwundert, wie viele Wildbienenarten im Genraps flogen. Es gab keinen Unterschied zur konventionellen Kontrolle. Ich nenne die Namen hier nicht, doch sie müssen dann vermutlich auch auf deine schwarze Liste?

Weitere fachliche Argumente zum Thema spare ich mir hier. es soll gerne jeder glauben, was er will, und primär geht es hier ja um Insektenbestimmung.


Gruss, Christian

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11

Sonntag, 9. Juni 2019, 07:12

Ich habe einen Fehler gemacht - meine Reaktion hätte ich per PN äussern müssen - @all mea culpa.

@ Christian
Ich bin ich - kein Pseudonym - Kritk gibt's von mit in alle Richtungen.
Ich will weder vom noch unter einem Bino leben - ich will einfach nur verstehen und ansonsten ... - naja, halt möglichst verträglich leben ...
Wie würdest du dich fühlen, wenn dich ein Riesenauge als Objektiv anstarrt oder du die Option hast, am Wochenende auf dem Grill zu landen?..
Äh, naja - zum Glück sind wir ja das Ende der Nahrungskette - bis zur letzten Spinne ...

Zitat

....es soll gerne jeder glauben, was er will, und primär geht es hier ja um Insektenbestimmung.
So ist es, blöderweise hatten sich meine sekundären Gedanken in einer Tastatur verheddert ....

In diesem Sinne erholsame Feiertage