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  • »Martin K.« ist männlich
  • »Martin K.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 13. August 2019

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1

Dienstag, 13. August 2019, 11:24

Was sind das für Käfer? --> Harpalus cf. rufipes

Hallo Forum!

Wir, also meine kleine Familie und ich, haben derzeit leider ein Problem mit Käfern im Haus. Das geht jetzt seit etwa 2 Wochen so, dass wir im Schnitt 2 Stück pro Tag davon entdecken. Diese möchten wir natürlich wieder loswerden, allerdings wenn irgend möglich gerne ohne Kammerjäger. Dafür müsste ich zuallererst aber natürlich wissen, was genau sich da überhaupt bei uns einquartiert hat. Und da sich in meinem Dunstkreis niemand mit Insekten auskennt, erhoffe ich mir hier Hilfe bei der Bestimmung. Ich versuche mal, eine möglichst exakte Beschreibung mit meinen bescheidenen Möglichkeiten zu liefern:

- Zur Optik
Ich habe gestern Abend ein Exemplar gefangen und Fotos davon gemacht. Die Käfer sind schwarz mit braunen Beinen und etwa 18mm lang. Auf den Deckflügeln ist ein Rillenmuster erkennbar. Manche davon haben einen weißlich-grauen Rücken, aber bei weitem nicht alle. Ich schätze, so ca. 1/4 bis 1/3 ist davon betroffen. Mein Fang von gestern zum Beispiel. Ich dachte zuerst, dass das evtl. mit der Häutung zu tun hat, aber bei genauer Betrachtung sieht es eher nach einem Belag aus. Vielleicht sogar ein Pilz? Möglicherweise aber auch nur Staub. Ich kann's leider nicht mit Bestimmtheit sagen.

- Zum Verhalten
Sie scheinen nachtaktiv zu sein. Licht mögen sie jedenfalls gar nicht. Sie kommen nur nach Einbruch der Dunkelheit zum Vorschein und wenn man überraschend das Licht einschaltet, suchen sie zügig das Weite. Klettern können sie wohl, weil wir ein Mal einen davon an der Wand neben dem Türrahmen entdeckt haben. Das war aber in einer Höhe von maximal 30 - 40 cm. Ansonsten haben sie sich bislang ausschließlich auf dem Boden bewegt.

- Zum Fundort
Wie gesagt, haben wir die Tiere im Haus. Nach ein bisschen Internet-Recherche tippte ich zuerst auf Mehlkäfer, aber eine Suche in Küche und Speisekammer blieb erfolglos. Auch unsere Topfpflanzen scheinen käferfrei zu sein. Ein Mal habe ich einen in der Küche erwischt, aber der hat offenbar an einem Wasserspritzer getrunken, den ich beim Ausräumen des Geschirrspülers verursacht habe. Ansonsten hatten wir Treffer in Diele, Wohnzimmer, Haustechnikraum, Eingangsbereich und WC. Vor allem in den letzteren beiden Räumen ist die Häufigkeit am größten. Also eigentlich genau dort, wo für einen Käfer doch am wenigsten zu holen sein müsste, oder? Dort gibt es schließlich nichts, außer Schuhen, Putzmitteln und Toilettenpapier. Sie scheinen sich auch ausschließlich im EG aufzuhalten. Jedenfalls haben wir im 1. Stock noch nie einen gesichtet. Einen Keller gibt es nicht.

- Zum Standort
Wir wohnen auf dem Land in der Nähe von Regensburg. Also in Nord-Süd-Richtung ungefähr in der Mitte von Bayern, aber in der östlich Hälfte. Laut Wikipedia müssten wir etwa auf 365 m ü. NHN liegen.
Keine Ahnung, ob das von Relevanz für die Bestimmung ist, aber unser Haus ist auf drei Seiten von anderen Wohnhäusern eingeschlossen, im Süden liegt gegenüber der Straße ein kleiner Bachlauf mit ein bisschen Gestrüpp, ein paar Bäumen und ein Feld. In der unmittelbaren Umgebung gibt es natürlich noch mehr Häuser, außerdem weitere Felder, ein Waldgebiet und zwei, drei kleine Fischweiher. Ach ja, und es gibt ein paar Pferde in der Nähe.

- Zum Zeitpunkt
Das Ganze geht jetzt seit rund zwei Wochen so, also sprechen wir hier grob von den ersten beiden Augustwochen. Davor gar nichts. Was ich vielleicht noch erwähnen sollte: Wir wohnen hier erst seit gut zwei Jahren und hatten letzten Sommer das selbe Problem. Der Spuk war aber innerhalb von ein, zwei Wochen wieder vorüber und das Vorkommen war auch nicht so zahlreich. Und wie das so ist - aus den Augen, aus dem Sinn. Bis jetzt eben.

Hat hier jemand aufgrund dieser Beschreibung einen Tipp für mich? Ich verstehe einfach nicht, was unser Haus besonders attraktiv für die Käfer macht. Ich will nicht behaupten, dass bei uns alles klinisch rein ist, aber es wird regelmäßig gesaugt, gewischt, geputzt, gespült etc. und wir hatten früher noch nie derlei Probleme. Ich dachte daran, dass die Ursache für dieses plötzliche Auftreten vielleicht das Feld von gegüber ist. Das fuhr vor kurzem der Mähdrescher drüber. Das könnte auch zeitlich ungefähr hinkommen. Nur scheint von den Nachbarn niemand betroffen zu sein. Zugegeben, ich habe nicht jeden gefragt, weil uns das peinlich ist. Aber meine Schwiegereltern wohnen nebendran und die haben das Problem nicht. Ich werde da einfach nicht schlau daraus und bin für jeden Tipp dankbar.
»Martin K.« hat folgende Bilder angehängt:
  • 1.jpg
  • 2.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Martin K.« (14. August 2019, 10:28)


  • »Stefan May« ist männlich

Beiträge: 445

Registrierungsdatum: 5. März 2018

Wohnort: Molfsee (bei Kiel), Schleswig-Holstein

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2

Dienstag, 13. August 2019, 15:10

Hallo Martin,
erst einmal ein großes Lob für die detailierten Angaben, da hast du dir wirklich Mühe gegeben. Und ich kann euch Entwarnung geben, der Käfer im Bild ist ein Laufkäfer aus der Unterfamilie der Harpalinae. Da gibt es eine ganze Reihe von Arten aber keine von denen ist als Schädling bekannt...im Gegenteil fressen viele Arten kleinere Tiere, manche aber auch Samen. Die großen Aufkommen können tatsächlich vom Mähen des Feldes kommen, wo die Tiere eventuell einfach nicht mehr genug Verstecke finden. Es kann aber auch sein, dass diese bestimmte Art nur eine kurze Zeit als ausgewachsene Tiere vorkommen. Den Rest der Zeit würden sie dann als Larve verbringen (ähnlich Eintagsfliegen). Oder sie sind im Moment auf Partnersuche und "schwärmen aus". Also sicher kann ich dir schonmal sagen, dass all diese vielen Tiere von draußen hereinkommen. Das erklärt auch, warum es die wenigsten in Küche oder Voratskammer schaffen. Die Käfer können ganz ausgezeichnet fliegen, laufen aber eigentlich lieber. Es sind nicht umsonst Laufkäfer ;)
Warum sie aber ausgerechnet bei euch so häufig sind, kann ich dir auch nicht sagen. Vielleicht lüftet ihr besonders häufig oder habt die Türen offen. Dann vielleicht einmal nach einem Fliegengitter schauen, wenn es euch stört. Aber mit Reinlichkeit hat das nichts zu tun, also kein Grund, dass es euch peinlich ist.
Liebe Grüße
Stefan
Beste Grüße

Stefan

3

Dienstag, 13. August 2019, 15:18

Hallo Martin,
die Bilder unten zeigen einen männlichen Laufkäfer der Gattung Harpalus. Der angegebenen Größe nach sollte es dann wohl eher H. rufipes sein. Die Schwesterart H. griseus wird insgesamt kleiner (bis 11 mm). Die Tiere sind harmlos und keine Haushaltsschädlinge! Beide Arten, wie du bereits gemerkt hast, sind gerade zu dieser Zeit besonders nachts aktiv und fliegen dann gelegentlich durch offene Fenster/Terassentüren etc. in Wohnungen. Einfach wieder raussetzen.

VG, Stefan

  • »Martin K.« ist männlich
  • »Martin K.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 2

Registrierungsdatum: 13. August 2019

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4

Mittwoch, 14. August 2019, 10:26

Hallo ihr beiden,

vielen, vielen Dank für eure fixe Antwort! Da bin ich natürlich erleichtert, dass wir uns kein Ungeziefer eingefangen haben. Dann werde ich vorerst einfach nur weiter beobachten, ob sich die Geschichte nicht von selbst wieder gibt. Ich finde es zwar immer noch unangenehm, wenn mir die Käfer nachts auf dem Flur begegnen. So wie in der Nacht von Montag auf Dienstag, wo mir das 4x passiert ist. Aber wenn ich mir dafür die Giftspritze im Haus ersparen kann, sitze ich das gerne noch ein paar Tage lang aus.
Besten Dank noch mal!

VG
Martin